RecyTube-Projekt in Deutschland entwickelt Möbelstoff mit rund zwei Dritteln Recyclinganteil
2026-07-17 11:18
Merken

de.wedoany.com-Bericht: Das vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie geförderte RecyTube-Projekt hat in Zusammenarbeit mit der Hof University of Applied Sciences, dem Stoffhersteller Rohleder und dem Unternehmen für technische Textillösungen BWFprotec erfolgreich ein Möbelbezugsmaterial entwickelt, das rund zwei Drittel Recyclinganteil enthält, wobei der Anteil an Primärfasern auf etwa 33 % reduziert wurde. Das Projekt konzentriert sich auf die Verwertung von Webkanten, Fadenresten und Produktionsabfällen aus gemischten Fasermaterialien, die bei der Herstellung hochwertiger Möbelbezugsstoffe anfallen. Diese Abfälle wurden zuvor meist entsorgt oder einer energetischen Verwertung zugeführt.

In der ersten Phase sammelten und analysierten die Partner die Produktionsfadenreste, wobei der Fokus auf längeren Fasern lag, die als für ein hochwertigeres Recycling geeignet galten. Am Beispiel von Rohleder zeigte die Materialstromanalyse, dass der Hauptabfall aus Webkanten des Webprozesses bestand, die zuvor nur im Downcycling-Verfahren für Dämmstoffe verwendet wurden. Projektleiterin Melanie Peter erklärte: „Es ist völlig sinnvoll, so wenig neue Fasern wie möglich und so viele Recyclingfasern wie möglich zu verwenden.“

Rohleder hat diesen Ansatz in seine Nachhaltigkeitsstrategie integriert und arbeitet an der Entwicklung eines additivfreien Materialkreislaufs. Nachhaltigkeitsmanagerin Leni Rohleder erläuterte: „Das Ziel ist es, dem Gemisch keine Additive oder andere Substanzen zuzusetzen und langfristig einen möglichst sauberen und rückverfolgbaren Materialkreislauf aufzubauen.“

Der wissenschaftliche Teil wurde hauptsächlich von der Hof University of Applied Sciences übernommen, die durch mechanische Verfahren Textilabfälle in wiederverwendbare neue Materialien umwandelt. Laut der Universität gelten chemische Recyclingtechnologien für die vorhandenen Materialmischungen als weniger geeignet und sind zudem kostenintensiv. Felix Hacker, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Materialwissenschaften, sagte: „Das Material sah bei der ersten Probenahme sehr homogen aus, wir haben es zweimal durch die Karde laufen lassen.“ Das Forschungsteam gab an, dass die in dieser Phase festgelegten Verarbeitungsparameter weitgehend unverändert blieben, die Übertragung von der Forschung in den industriellen Maßstab jedoch weiterhin Herausforderungen mit sich bringe. Melanie Peter wies darauf hin: „Die Skalierbarkeit im Projekt ist ein zentrales Problem – entweder sind die Projekte zu klein oder zu groß, es gibt oft keine Zwischenebene, auf der Experimente durchgeführt werden können.“

Neben der technischen Ebene integrierte das Projekt auch die Entwicklung von Designanwendungen. RecyTube lud die Absolventin der Burg Giebichenstein Halle University of Art and Design, Paula Holzhauser, zur Teilnahme ein, die mit dem neuen Material Möbelstückentwürfe entwickelte, von denen eines noch optimiert wird. Obwohl RecyTube offiziell abgeschlossen ist, kündigten die Partner eine weitere Fortführung an. Die während des Projekts entworfene Bank wird noch verfeinert, insbesondere in Bezug auf die Kosten. Alexandra Luft, wissenschaftliche Koordinatorin am Institut für Materialwissenschaften, erklärte: „Die Kostenstruktur der Bank muss derzeit noch optimiert werden, aber in der letzten Phase des Projekts wurde die technische Grundlage gelegt, um in den kommenden Monaten eine wettbewerbsfähige Designindustrialisierung zu erreichen.“

Diese Kurznachricht stammt aus der Übersetzung und Weiterverbreitung von Informationen aus dem globalen Internet und von strategischen Partnern. Sie dient lediglich dem Austausch mit den Lesern. Bei Urheberrechtsverletzungen oder anderen Problemen bitten wir um rechtzeitige Mitteilung, und wir werden die notwendigen Änderungen oder Löschungen vornehmen. Die Weitergabe dieses Artikels ist ausdrücklich ohne formelle Genehmigung verboten.E-Mail: news@wedoany.com