de.wedoany.com-Bericht: Nach Angaben des brasilianischen Stahlverbandes erreichte die Rohstahlproduktion Brasiliens im Juni 2025 2,8 Millionen Tonnen, ein Anstieg von 2,5 % im Vergleich zum Vormonat. Der Vertrauensindex der Stahlindustrie (ICIA) lag im Juli jedoch bei 45,6 Punkten und damit zum zweiten Mal in Folge unter der 50-Punkte-Marke, die als Grenzwert für die optimistische oder pessimistische Einschätzung der CEOs der Branche hinsichtlich der Aussichten dient.
Im selben Monat erholten sich die meisten anderen Indikatoren. Die Importe beliefen sich auf insgesamt 476.000 Tonnen, ein deutlicher Anstieg von 52,4 % gegenüber dem Vormonat; die Exporte erreichten 912.000 Tonnen, ein Plus von 41,3 %; der scheinbare Inlandsverbrauch, der die tatsächliche Inlandsnachfrage widerspiegelt, lag bei 2,2 Millionen Tonnen, ein Anstieg von 4,3 % gegenüber dem Vormonat. Der einzige Indikator, der einen Rückgang verzeichnete, war das Inlandsverkaufsvolumen, das um 1,5 % auf 1,8 Millionen Tonnen sank. Dieser Gegensatz hilft zu erklären, warum die importierte Stahlmenge höher war als das Inlandsverkaufsvolumen.
Aus der Halbjahresperspektive zeigen sich unterschiedliche Trends. Von Januar bis Juni sank die Rohstahlproduktion im Jahresvergleich (im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2025) um 1,5 % auf 16,3 Millionen Tonnen; die Importe gingen um 17,6 % auf 2,9 Millionen Tonnen zurück; das Inlandsverkaufsvolumen sank leicht um 0,2 % auf 10,5 Millionen Tonnen; die Exporte stiegen entgegen dem Trend um 3,1 % auf insgesamt 5,3 Millionen Tonnen. Der scheinbare Inlandsverbrauch sank kumuliert um 5,3 % auf 12,9 Millionen Tonnen und war damit der Posten mit dem stärksten Rückgang unter den Halbjahresindikatoren.
Die Daten vom Juni zeigen eine kurzfristige Momentaufnahme, während die Halbjahresdaten die Trendrichtung widerspiegeln. Der Trend deutet auf eine Abschwächung des Inlandsmarktes hin: Der sechsmonatige scheinbare Verbrauch sank um 5,3 %, was bedeutet, dass die brasilianische Industrie (Bauwesen, Automobilteile, Maschinen) weniger Stahl kaufte als im Vorjahr. Die Erholung im Juni reicht noch nicht aus, um den kumulierten Abwärtstrend umzukehren. Der Vertrauensindex liegt nun zwei Monate in Folge unter 50 Punkten, was darauf hindeutet, dass die Mehrheit der Führungskräfte der Branche davon ausgeht, dass die Zukunftsaussichten schwieriger sein werden als die aktuelle Lage. Als Frühindikator führen negative Erwartungen oft in den kommenden Monaten zu geringeren Investitionen und einem Rückgang der Einstellungen.










