de.wedoany.com-Bericht: Die Regierung des brasilianischen Bundesstaates Mato Grosso treibt einen Gesetzesvorschlag voran, der vorsieht, 90 % der im Bundesstaat eingenommenen Finanziellen Ausgleichszahlung für die Nutzung mineralischer Ressourcen (Compensação Financeira pela Exploração de Recursos Minerais, CFEM) für einen Zeitraum von 15 Jahren gezielt für mineralische Exploration, Innovation und technologische Entwicklung sowie geologische Kartierung einzusetzen. Sollte der Vorschlag angenommen werden, würde dies die Investitionen des Bundesstaates in den Bereichen Bergbauerkundung und technologische Innovation erheblich steigern.
Die Finanzielle Ausgleichszahlung für die Nutzung mineralischer Ressourcen (CFEM) ist eine in Brasilien gesetzlich vorgeschriebene Förderabgabe für die Gewinnung mineralischer Rohstoffe, die von Bergbauunternehmen in Höhe von 1 % bis 3,5 % des monatlichen Nettoumsatzes an die Bundesregierung entrichtet wird. Nach geltendem Recht müssen die CFEM-Mittel für Infrastruktur, Umweltschutz und Entwicklungsprojekte in von Bergbau betroffenen Gemeinden verwendet werden; sie dürfen nicht zur Schuldentilgung oder zur Deckung laufender Personalausgaben eingesetzt werden. Im gesamten Jahr 2025 erhob die Nationale Bergbaubehörde Brasiliens (ANM) insgesamt rund 7,91 Milliarden Brasilianische Real (BRL) an CFEM, den zweithöchsten Wert in der Geschichte, ein Anstieg von 6,3 % gegenüber 2024. Von der Gesamtsumme wurden rund 7,09 Milliarden BRL an die begünstigten Einrichtungen überwiesen; die Bundesstaaten erhielten 1,17 Milliarden BRL, die Gemeinden 5,92 Milliarden BRL, verteilt auf 5.234 Gemeinden, was etwa 94 % aller brasilianischen Städte entspricht.
Im Ranking der CFEM-Einnahmen belegt Mato Grosso den fünften Platz landesweit. Bis November 2025 beliefen sich die CFEM-Einnahmen des Bundesstaates auf rund 141,2 Millionen BRL, was 1,97 % des nationalen Gesamtbetrags entspricht. Als bedeutendes mineralisches Rohstoffgebiet im zentralwestlichen Brasilien fördert der Bundesstaat hauptsächlich Gold, Kalkstein, Mangan, Zinn, Diamanten und Zink. 23,8 % der Gesamtfläche von Mato Grosso sind für die Bergbauindustrie von Interesse, was der doppelten Fläche Portugals entspricht. Die Investitionen des Bundesstaates in den Bereichen Zink und Diamanten machen 37,0 % bzw. 31,3 % der gesamten Bergbauinvestitionen aus.
Das mineralische Rohstoffpotenzial von Mato Grosso ist enorm, jedoch besteht im Vergleich zu den Bergbaugroßmächten wie Minas Gerais (44,71 %) und Pará (39,25 %) hinsichtlich des Anteils der CFEM-Einnahmen am nationalen Gesamtbetrag noch eine erhebliche Lücke. Der vorliegende Vorschlag, 90 % der CFEM zweckgebunden für mineralische Exploration und technologische Innovation einzusetzen, zielt darauf ab, die Eigenständigkeit des Bundesstaates in der vorgelagerten Wertschöpfungskette des Bergbaus zu stärken und die Umwandlung von Rohstoffvorteilen in wirtschaftliche Vorteile voranzutreiben. Derzeit befindet sich der Vorschlag noch in der parlamentarischen Beratungsphase.










