de.wedoany.com-Bericht: Vodafone testet derzeit eine von Künstlicher Intelligenz (KI) gesteuerte Mobilfunkbasisstation, die ihre Antennen eigenständig ausrichten kann, um die 4G- und 5G-Abdeckung basierend auf Netzbedarf, Wetterbedingungen und Nutzerverhalten zu optimieren. Dies stellt einen frühen Schritt in Richtung eines vollständig autonomen Funkzugangsnetzes (RAN) dar.

Die Technologie kombiniert einen von Vodafone-Ingenieuren entwickelten KI-Algorithmus mit einem mechanischen Arm des südkoreanischen Herstellers HUMAX Networks. Das System analysiert die örtlichen Gegebenheiten, ermittelt, wo der größte Netzbedarf besteht, und dreht oder neigt die Antenne physisch, ohne dass ein menschlicher Eingriff erforderlich ist. Die KI lernt kontinuierlich aus den sich ändernden Netzwerkbedingungen und kann Optimierungsentscheidungen nahezu in Echtzeit treffen. An sonnigen Tagen kann sie beispielsweise ein stärkeres Signal auf Nutzer im Freien richten, während sie bei Regen die Tiefenabdeckung in Innenräumen priorisiert, um die Dienstqualität aufrechtzuerhalten.
Vodafone testet die Technologie derzeit an einem Mobilfunkstandort in Tirana, Albanien, der ein belebtes Einkaufszentrum überblickt. Tagsüber priorisiert die Antenne automatisch die Abdeckung für die Käufer, während sie sich nachts auf das nahegelegene Wohngebiet konzentriert, um die Spitzennutzung des Heim-Internets zu bedienen. Der Neupositionierungsprozess der Antenne dauert etwa 20 bis 30 Minuten. Obwohl die Bewegung technisch schneller ausgeführt werden könnte, gibt Vodafone an, dass die aktuelle Geschwindigkeit darauf abzielt, den Energieverbrauch zu minimieren, während sie dennoch deutlich schneller ist als manuelle Anpassungen. Herkömmliche Antennenanpassungen erfordern in der Regel, dass Ingenieure den Mast besteigen, und der Prozess kann aufgrund von Planungsgenehmigungen, Standortzugangsvereinbarungen, Straßensperrungen, schwerem Hebegerät und Wetterbedingungen Wochen oder sogar Monate dauern.
Francisco „Paco" Martin Pignatelli, Engineering Director für den Mobilfunkzugang bei Vodafone, beschrieb das Projekt als eine frühe Demonstration physischer KI im Telekommunikationsbereich. Er erklärte, dass der KI-Algorithmus durch die Analyse des Netzbedarfs und autonome Entscheidungen die Antennen anpassen könne, um Abdeckung und Kapazität ohne menschliches Eingreifen zu optimieren. „Dies ermöglicht es uns, unseren Kunden eine herausragende Konnektivität zu bieten."
Das Projekt ist Teil der Strategie von Vodafone, die autonome Antennensteuerung in eine auf offenen Standards basierende Plattform für automatisierte RAN-Komponenten zu integrieren. Diese Plattform ermöglicht es dem Vodafone-Engineering-Team und Drittentwicklern, intelligente Optimierungsanwendungen zu erstellen, die Antennen zu dynamischen Elementen eines adaptiven Funknetzes machen. Vodafone gibt an, dass das System auch lokale Bedingungen wie Wettervorhersagen in selbstorganisierende Netzwerkalgorithmen einbeziehen kann. Ereignisse wie Starkregen oder Verkehrsstaus können schnell ändern, wo sich Mobilfunknutzer versammeln, sodass mehrere Antennenstandorte sich proaktiv neu ausrichten können, bevor es zu Netzüberlastungen kommt. Der Betreiber erwartet, dass ähnliche autonome Antennentechnologien in den kommenden Monaten kommerziell verfügbar sein werden. Zukünftige Designs werden kleinere interne Antennenkomponenten anpassen, anstatt die gesamte Antennenbaugruppe zu bewegen, um den Energieverbrauch zu senken und gleichzeitig die Optimierungsfähigkeit zu erhalten. Die Initiative basiert auf GPS-Sensoren, die Vodafone letztes Jahr in Mobilfunkmastantennen integriert hat, um die Antennenausrichtung aus der Ferne zu überprüfen. Durch die Kombination der Digitalisierung von Antennen mit KI-gesteuerter RAN-Automatisierung will Vodafone die Entwicklung adaptiver Mobilfunknetze beschleunigen, die Abdeckung und Kapazität mit minimalem menschlichem Eingriff optimieren können.










