de.wedoany.com-Bericht: Die Forscherinnen und Forscher Dr. Natalia Martínez und Dr. Yecid Jiménez vom Advanced Mining Technology Center (AMTC) der Universität von Chile haben auf dem internationalen Kongress IMIL 2026, der an der Polytechnischen Fakultät der Bundesuniversität von Salvador in Brasilien stattfand, Forschungsberichte über die Anwendung von ionischen Flüssigkeiten und tiefeutektischen Lösungsmitteln (DES) in der Mineralverarbeitung vorgelegt. Das Kernthema war der Beitrag dieser neuartigen Lösungsmittel zur Nachhaltigkeit im Bergbau.
Die Verfahren zur Trennung, Rückgewinnung und Reinigung von Metallen beruhen in der Regel auf Lösungsmitteln, wobei herkömmliche Lösungsmittel zahlreiche Herausforderungen in ökologischer und betrieblicher Hinsicht mit sich bringen. Die Wissenschaft sucht nach neuen Alternativen, die diese Funktionen effizient erfüllen und gleichzeitig die mit konventionellen Verfahren verbundenen Auswirkungen verringern. Ionische Flüssigkeiten und DES, deren Eigenschaften je nach industriellem Bedarf angepasst werden können, haben sich zu einem wichtigen Forschungsgebiet entwickelt. Die IMIL 2026 brachte Expertinnen und Experten aus dem gesamten iberoamerikanischen Raum zusammen, um die Synthese, Charakterisierung und Anwendung von ionischen Flüssigkeiten und DES zu erörtern, die im Bergbau vielfältige Einsatzmöglichkeiten bieten.
Derartige Flüssigkeiten weisen eine geringe Flüchtigkeit auf und geben keine gasförmigen Schadstoffe an die Luft ab; sie können hohen Temperaturen standhalten, ohne sich zu zersetzen; und ihre physikalischen und chemischen Eigenschaften lassen sich durch Modifikation anpassen. Die derzeitige Forschung umfasst Bereiche wie Hydrometallurgie, Batterien, Katalysatoren für chemische Reaktionen sowie die Erfassung von Schadstoffelementen.
Dr. Martínez, die zugleich als Wissenschaftlerin an der Universität von Atacama tätig ist, stellte auf dem Kongress eine Studie vor, die belegt, dass eine ionische Flüssigkeit namens AliD2 bei der Entfernung von Magnesiumionen aus Lithium-Sole hervorragende Ergebnisse erzielt. Magnesium gilt bei der Gewinnung von Lithium aus Sole als Verunreinigung; die ionische Flüssigkeit weist eine hohe Selektivität für Magnesium auf und kann in der Reinigungsphase von Lithium eingesetzt werden. Durch die anschließende Rückgewinnung von Magnesium aus der ionischen Flüssigkeit könnte eine Wertsteigerung dieses Elements erreicht werden, was eine effiziente Nutzung sowohl von Lithium als auch von Magnesium fördert. Dieses Ergebnis ist für das Verfahren der direkten Lithiumextraktion (DLE) von Wert und trägt zu einer höheren und reineren Lithiumrückgewinnung bei. Lithium ist ein Schlüsselmineral für die Energiewende und die Elektromobilität.
Dr. Jiménez, der zugleich als Wissenschaftler an der Universität von Antofagasta tätig ist, präsentierte zwei Studien. In der ersten Studie wurde die ionische Flüssigkeit Tetrabutylammoniumchlorid zur Extraktion von Metallionen verwendet; diese Flüssigkeit ist nicht flüchtig und weist einen niedrigen Dampfdruck auf, was sie im Vergleich zu herkömmlichen Lösungsmitteln umweltfreundlicher macht. In der zweiten Studie wurde ein hydrophobes DES zur Rückgewinnung von Kupfer, Platin, Gold und Eisen aus Salz- und Schwefelsäurelösungen eingesetzt; die erzielten Ergebnisse waren mit denen herkömmlicher Lösungsmittel vergleichbar, was gute Aussichten für die nächste Phase (Scale-up im Pilotmaßstab) eröffnet.
Aus wirtschaftlicher Erstsicht sind die Kosten dieses DES etwas höher als bei herkömmlichen Lösungsmitteln, doch die Umweltvorteile und die physikalisch-chemische Stabilität können diesen Unterschied ausgleichen; entsprechende Bewertungen werden in die Folgearbeiten einfließen. Dr. Martínez nahm außerdem an einem Fachkurs zu ionischen Flüssigkeiten und tiefeutektischen Lösungsmitteln im Rahmen der IMIL 2026 teil. Die Teilnahme der AMTC-Forschenden an der IMIL 2026 ist Teil der Projekte ANID CIA250010, Fondecyt 1221428 und Anillo ATE240006.











