de.wedoany.com-Bericht: Das Internationale Baumwollberatungskomitee (ICAC) prognostiziert, dass der globale Baumwollhandel von 9,4 Millionen Tonnen im Zeitraum 2025/26 auf etwa 10,3 Millionen Tonnen im Zeitraum 2028/29 ansteigen wird. Trotz zunehmender Angebotsherausforderungen und anhaltender geopolitischer Unsicherheiten geht das ICAC davon aus, dass das Zusammenspiel von Produktion, Verbrauch und Lagerbeständen die künftige Entwicklung des Baumwollhandels dominieren wird.

Das ICAC erwartet, dass die globale Baumwollproduktion im Jahr 2026/27 um 2 % auf 25,8 Millionen Tonnen sinken wird, während der Verbrauch bei etwa 25,5 Millionen Tonnen stabil bleibt. Die Kluft zwischen Angebot und Nachfrage verengt sich zunehmend, und die Lagerbestände der Exporteure werden bei der Deckung der internationalen Nachfrage immer wichtiger.
Parkhi Vats, Chefstatistikerin des ICAC und Autorin des Berichts, erklärte: „Der globale Baumwollhandel tritt in eine Phase ein, in der Angebotsbeschränkungen, Lagerbestände, politische Entscheidungen und Verbrauchstrends eine immer wichtigere Rolle spielen. Obwohl Produktionsherausforderungen und geopolitische Unsicherheiten weiterhin erheblich sind, deuten die mittelfristigen Aussichten darauf hin, dass der Handel weiter wachsen wird, da der Markt auf stabile Verbrauchsmuster und sich verändernde Beschaffungsbeziehungen reagiert.“
Mit Blick auf die wichtigsten Regionen wird erwartet, dass Brasilien im Jahr 2025/26 seine Position als weltgrößter Exporteur von Baumwollfasern behauptet, gestützt durch reiche Ernten, wettbewerbsfähige Preise und einen erweiterten Zugang zu globalen Märkten. Selbst wenn ein rückläufiges US-Angebot Käufer in andere Regionen treibt, wird Brasilien diese Position halten.
Die US-Baumwollexporte sind im Jahr 2025/26 zurückgegangen, dürften aber im Jahr 2026/27 dank höherer Endbestände und einer schrittweisen Markterholung um 3 % zulegen. China, der weltweit größte Baumwollverbraucher, wird voraussichtlich im Jahr 2025/26 seine Importe deutlich ausweiten, da sich seine Nachfrage von dem vorherigen Rückgang erholt. Das anhaltende Wachstum der chinesischen Textil- und Bekleidungsproduktion könnte zusätzliche Importe ankurbeln und den globalen Handel weiter fördern.
Bangladesch bleibt ein wichtiger Importeur, obwohl sein Verbrauch und seine Importe durch wirtschaftliche und energetische Herausforderungen beeinträchtigt werden. Vietnams Bedeutung als wichtiger Importeur wächst dank seiner boomenden Textilindustrie und sich entwickelnder Handelspartnerschaften. Indiens Baumwollhandelslandschaft entwickelt sich unterdessen unter dem Einfluss neuer politischer Maßnahmen und eines wachsenden inländischen Verbrauchs.
Das ICAC weist außerdem darauf hin, dass Änderungen der Zollpolitik, neue Handelsabkommen, hohe Energiekosten sowie logistische Störungen in der Nähe der Straße von Hormus, einer kritischen Schifffahrtsroute für den globalen Baumwolltransport, die wichtigsten Risikofaktoren für die Handelsaussichten darstellen.
Der Bericht stellt fest, dass mit zunehmender Annäherung von globaler Produktion und Verbrauch jeder unvorhergesehene Nachfrageschub große Exporteure dazu zwingen könnte, stärker auf ihre Lagerbestände zurückzugreifen. Dieses „knappe Gleichgewicht“ macht internationale Preisgestaltung und strategische Beschaffungsentscheidungen sensibler denn je.









