de.wedoany.com-Bericht: Im Juli 2026 deckte die Solarenergie in Großbritannien 14,4 % der nationalen Stromversorgung und stellte damit einen historischen Rekord auf. Die britische Regierung legalisiert ab dem 27. August 2026 Steckersolargeräte und beseitigt damit Hindernisse für die eigenständige Installation von Photovoltaikanlagen in Haushalten.

Daten des britischen National Energy System Operator (Neso) zeigen, dass Dach-Solarmodule und bodenmontierte Solarparks im betreffenden Monat zusammen 14,4 % des nationalen Strombedarfs deckten – ein Anstieg von 50 % gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2025. Hauptfaktoren für diesen Sprung waren eine doppelt so hohe Sonneneinstrahlung wie im Monatsdurchschnitt sowie die kontinuierlich steigende Zahl installierter Haushalts-Solarmodule.
Chris Hewett, Geschäftsführer der britischen Solar Energy UK, erklärte, dass Solarenergie vor fünfzehn Jahren nur eine Nebenrolle im Strommix des Landes gespielt habe, heute jedoch eine Hauptquelle für günstigen, sauberen und zuverlässigen Strom sei. Frankie Mayo, leitender Analyst der Energieberatungsagentur Ember, wies darauf hin, dass Großbritannien sich in der zweiten Welle des Solarbooms befinde, im Einklang mit dem globalen Trend, und dass Haushalte und Regierungen Solarenergie zunehmend als kostengünstige Alternative zu Öl und Gas betrachteten.
Die britischen Regierungsdaten zeigen außerdem, dass das erste Halbjahr 2026 das halbjährliche Rekordhoch bei Solarinstallationen seit fünfzehn Jahren war; im gesamten Jahr 2025 wurden insgesamt 269.000 Anlagen installiert – der höchste Wert aller Zeiten. Die Statistik umfasst bodenmontierte Solarparks, wobei fast ein Drittel der gesamten britischen Solarleistung von Dach-Solarmodulen stammt.
Trotz des deutlichen Wachstums bleiben die Installationskosten herkömmlicher Solarmodule für viele Haushalte eine Hürde. Mit dem Statutory Instrument 2026/848 hat die britische Regierung die rechtlichen Hindernisse für den eigenständigen Kauf und die Installation von Steckersolargeräten durch Verbraucher beseitigt. Die Regelung tritt am 27. August 2026 in Kraft; der genaue Marktstart der entsprechenden Kits wurde bislang nicht bekannt gegeben.

Die Steckersolargeräte-Kits sollen voraussichtlich über Einzelhandelskanäle wie Lidl, Currys und Amazon verkauft werden, mit einem Preis von etwa 400 Pfund und einer prognostizierten jährlichen Ersparnis von 70 bis 110 Pfund bei den Stromkosten pro Haushalt. Nutzer müssen das Kit lediglich in eine Wandsteckdose einstecken – eine professionelle Installation ist nicht erforderlich.
Diese Lösung bietet Mietern, Wohnungsbewohnern ohne Möglichkeit zur Dachinstallation sowie Haushalten, die durch herkömmliche Installationskosten eingeschränkt sind, eine neue Option.
Die Legalisierung wurde begrüßt, doch gibt es auch Stimmen, die den Zeitpunkt als zu spät kritisieren. Wäre die Politik einige Monate früher umgesetzt worden, hätten diese Geräte bereits zu den Rekord-Stromerzeugungsdaten im Juli beitragen können.
Bei der Verbreitung von Balkonkraftwerken hinkt Großbritannien weiterhin hinter Deutschland her. Die Rekord-Stromerzeugung in Kombination mit der Legalisierung von Steckersolargeräten wandelt Solarenergie von einer ergänzenden Rolle im Strommix zu einem Bestandteil, der Strom in großem Maßstab liefern kann.

Diese Veränderung zeigt sich auch in mehreren anderen Ländern, darunter Indonesien. Mit dem wachsenden Bewusstsein für die Bedeutung der Energiewende hin zu sauberer Energie und dem Markteintritt günstigerer Steckergeräte dürfte der Zugang der Öffentlichkeit zu erneuerbaren Energien weiter ausgebaut werden.










