Deutsches Unternehmen RFA verschiebt ersten Raketenstart im August auf unbestimmte Zeit – Erster Start von britischem Boden erneut auf Eis gelegt
2026-08-05 11:24
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de.wedoany.com-Bericht: Das deutsche Raketenunternehmen Rocket Factory Augsburg (RFA) hat den ersten Start seiner RFA-ONE-Rakete auf unbestimmte Zeit verschoben. Bei einer Inspektion wurde ein Problem festgestellt, das „weiterer Untersuchungen bedarf“, wodurch der erste orbitale Start von britischem Boden erneut aufgeschoben wurde.

RFA-ONE-Rakete – Bildquelle: RFA

RFA hatte ursprünglich geplant, die Mission im Sommer vom SaxaVord Spaceport in Schottland durchzuführen. Das Unternehmen erklärte auf der Plattform X, dass die Rakete zerlegt werden müsse, um das potenzielle Problem zu untersuchen. Das zuvor festgelegte Startfenster umfasste fünf Wochen ab dem 10. August (Montag). Die endgültige Startentscheidung sollte ursprünglich 24 Stunden vor Öffnung des Fensters auf Grundlage der örtlichen Bedingungen getroffen werden; zu diesem Zeitpunkt wären Sperrgebiete rund um den Weltraumbahnhof eingerichtet, Flugrouten angepasst und Schiffe evakuiert worden.

Die Entwicklung der RFA-ONE-Rakete begann 2019. Es handelt sich um eine kleine mehrstufige Trägerrakete, die dafür ausgelegt ist, Nutzlasten von bis zu 1.300 Kilogramm – kleine und Mikrosatelliten – in niedrige polare Umlaufbahnen und sonnensynchrone Umlaufbahnen zu bringen. Der Starttermin der Rakete wurde zunächst von 2022 auf 2024 verschoben und anschließend erneut auf diesen Sommer verlegt.

Im August 2024 lösten alle neun Triebwerke der ersten Stufe der Rakete bei einem statischen Zündtest ein Feuer aus, das zu einer Explosion führte. Die erste Stufe wurde vollständig zerstört, und auch die Startrampe erlitt schwere Schäden.

In den letzten zehn Jahren waren Großbritannien und die meisten westlichen Länder bei orbitalen Startmissionen auf US-amerikanische Unternehmen und Startplätze angewiesen. Mit dem Ausbau der britischen Raumfahrtindustrie rückt der Bedarf an nationalen Startkapazitäten in den Fokus.

Der Spaceport Cornwall wurde Ende 2022 als erster genehmigter Startplatz Großbritanniens zugelassen. Ein anschließender Startversuch mit der Rakete „LauncherOne“ von Virgin Orbit schlug jedoch aufgrund einer technischen Anomalie der Nutzlast fehl.

Das in Schottland ansässige Unternehmen Orbex war für das Entwicklungsprojekt des Sutherland Spaceports verantwortlich. Obwohl mit dem Bau bereits begonnen worden war, geriet Orbex Anfang dieses Jahres in ein Insolvenzverfahren.

Aufgrund der geografischen Breite ist die Effizienz von Raketenstarts vom britischen Festland aus relativ gering. Schwere geostationäre Satelliten und Tiefraummissionen bleiben weiterhin auf südliche Startpartner angewiesen.

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