de.wedoany.com-Bericht: Die chilenische Staatsfirma Codelco hat den Ausbau des Projekts Andes Norte in ihrer Vorzeigemine El Teniente ausgesetzt, nachdem neue Analysen ein höheres Erdbebenrisiko als zuvor angenommen ergaben, das auf den tödlichen Einsturz im vergangenen Jahr folgte.

Am 31. Juli 2025 kam es in der Mine zu einem Einsturz, bei dem sechs Arbeiter ums Leben kamen und mehrere Bereiche stillgelegt wurden. El Teniente ist die größte untertägige Kupfermine der Welt; der Vorfall ereignete sich, als das Unternehmen versuchte, sich aus einem 25-jährigen Produktionstief zu befreien.
Codelco erklärte, die Aussetzung der Ausbauarbeiten in Andes Norte diene dem Schutz der Arbeitnehmer. Das Unternehmen verwies auf Analysen der vergangenen sechs Monate, die auf Unterschiede zwischen dem mit der Tiefe der Lagerstätte verbundenen Erdbebenrisiko und den zuvor identifizierten und überwachten Risiken hindeuten.
„Die vorliegenden Erkenntnisse stimmen mit der Möglichkeit überein, dass beim Projekt Andes Norte aufgrund größerer Tiefen neue Risiken auftreten könnten", erklärte Codelco in einer Stellungnahme und fügte hinzu, man werde das Problem weiter untersuchen.
„Diese Analysen haben das Vorhandensein eines neuartigen seismischen Phänomens festgestellt, dessen Merkmale sich von den Risiken unterscheiden, die in diesem Betrieb historisch bekannt und gemanagt wurden", hieß es in der Erklärung weiter.
Andes Norte liegt in der Nähe der am stärksten vom Einsturz betroffenen Abschnitte Andesita und Teniente 7; der Einsturz erzeugte eine Erschütterung, die einem Erdbeben der Stärke 4,2 entsprach. Codelco sieht sich straf-, behördlichen und technischen Ermittlungen gegenüber; die genaue Ursache des Vorfalls wird noch untersucht.
Bergbauunternehmen weltweit verlagern sich zunehmend auf extrem tiefe Untertagearbeiten, um die Produktion zu steigern – manchmal, um alternde und erschöpfte Minen auszugleichen.
Die über ein Jahrhundert alte Mine El Teniente liegt in den Anden, mit Tunneln und unterirdischen Gängen von insgesamt mehr als 4.500 Kilometern (2.800 Meilen) Länge, etwa 75 Kilometer (47 Meilen) südöstlich der chilenischen Hauptstadt Santiago.









