China-Australien-Schweden-Studie: Bis 2060 Erlöse aus Photovoltaik-Abfallrecycling von 935,5 Milliarden US-Dollar

2026-08-15 10:50
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de.wedoany.com-Bericht: Forscher aus China, Australien und Schweden prognostizieren, dass die weltweite Menge an ausgedienten Photovoltaikmodulen bis 2060 zwischen 297 und 402 Millionen Tonnen erreichen könnte, was 443 Millionen Kurztonnen entspricht. Bei unsachgemäßer Entsorgung könnte dieser Umfang neuen Umweltdruck auf die Transformation hin zu sauberer Energie ausüben.

Solarpaneele

Die Studie zeigt, dass das Recycling dieser ausgemusterten Module einen kumulierten Netto-Wirtschaftsnutzen von 935,5 Milliarden US-Dollar erzielen und gleichzeitig Emissionen von mehreren Milliarden Tonnen CO₂-Äquivalenten vermeiden könnte. Die Forscher warnen jedoch zugleich, dass ärmere Länder ohne Recyclingtechnologien, Infrastruktur und Investitionskanäle möglicherweise eine unverhältnismäßige Umweltbelastung tragen müssten.

Die Betriebslebensdauer von Solarmodulen beträgt in der Regel mehrere Jahrzehnte, doch die rasche Ausweitung der installierten Photovoltaik-Kapazität bedeutet, dass eine große Anzahl von Modulen in den kommenden Jahrzehnten gebündelt das Ende ihrer Lebensdauer erreichen wird. Die Studie schätzt, dass das weltweit kumulierte Photovoltaik-Abfallaufkommen bis 2060 etwa 297 bis 402 Millionen Tonnen betragen wird.

Aus geografischer Sicht dürften Regionen mit hohem Einkommen bis etwa 2040 die Entstehung von Solarabfällen dominieren. Danach wird der Anteil von Ländern mit mittlerem bis hohem Einkommen allmählich steigen, wobei China zum größten einzelnen Herkunftsland wird. Bis 2060 könnte China allein 112,8 bis 160,5 Millionen Tonnen ausgediente Module produzieren, was 39,9 % der weltweiten Gesamtmenge entspricht; Indien könnte 26,8 bis 35,2 Millionen Tonnen beitragen.

Jian Zuo von der University of Adelaide, Mitautor der Studie, erklärte, Solarenergie sei für den Übergang zu einem kohlenstoffarmen Energiesystem von entscheidender Bedeutung, doch der Verbleib von Solarmodulen nach dem Ende ihrer Lebensdauer dürfe nicht übersehen werden. Er ist der Ansicht, dass der wachsende Abfallstrom in eine Materialquelle umgewandelt werden könne, statt eine Umweltbelastung darzustellen, wenn man jetzt mit der Planung von Recyclingsystemen beginne.

Das Forschungsteam bewertete 1708 Recyclingszenarien in 32 Regionen; das Modell berücksichtigte Faktoren wie Recyclingmethoden, Materialpreisschwankungen, internationalen Handel, technologische Entwicklung und staatliche Subventionen. Solarmodule enthalten recycelbare Materialien wie Silizium, Silber, Kupfer, Aluminium und Tellur, können aber auch gefährliche Metalle wie Blei und Cadmium enthalten, deren unsachgemäße Entsorgung oder Behandlung Umweltrisiken birgt.

Die Analyse zeigt, dass der Einsatz regional angepasster Recyclingtechnologien in Kombination mit Outsourcing bis 2060 einen kumulierten Nettonutzen von 529,1 bis 935,5 Milliarden US-Dollar erzielen und zugleich Emissionen von bis zu 3,32 Milliarden Tonnen CO₂-Äquivalenten vermeiden könnte. Allerdings könnte die Auslagerung von Abfällen an Länder mit fortschrittlichen Recyclinganlagen zwar Kosten und Emissionen senken, aber auch dazu führen, dass sich Gewinne in wohlhabenderen, technologisch weiter entwickelten Märkten konzentrieren, während einkommensschwache Regionen nur einen kleinen Teil des wirtschaftlichen Nutzens erhalten.

Zuo wies darauf hin, dass der weltweit billigste oder effizienteste Recyclingweg nicht unbedingt der fairste sei; Entwicklungsregionen, denen die für das Recycling erforderliche Technologie, Infrastruktur oder Investitionen fehlen, könnten wirtschaftliche Vorteile verpassen und zugleich eine größere Umweltbelastung tragen. Das Forschungsteam schlug außerdem vor, eine schrittweise Reduzierung der Subventionen in Betracht zu ziehen: Finanzielle Unterstützung hilft der Recyclingindustrie in der Anfangsphase, bevor sie schrittweise zurückgefahren wird, sobald Recyclingmaterialien und technologische Verbesserungen den Betrieb wirtschaftlich tragfähig machen. Die Forschungsergebnisse wurden in der Zeitschrift Nature veröffentlicht.

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