Europäische Luftfahrtgruppe erreicht 3,3 % SAF-Anteil und übertrifft damit die Summe aller US-Fluggesellschaften

2026-08-24 10:49
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de.wedoany.com-Bericht: Europäische Luftfahrtgruppen liegen bei der Beimischung von nachhaltigem Flugkraftstoff (SAF) deutlich vor ihren US-amerikanischen Pendants. Die International Airlines Group (IAG) deckt derzeit 3,3 % ihres konzernweiten Kerosinbedarfs über SAF ab – ein Anteil, der die gesamte SAF-Nutzung aller US-Fluggesellschaften zusammen übersteigt.

Statistiken zeigen, dass Air France-KLM und Lufthansa SAF-Anteile von 2,9 % bzw. 1,5 % aufweisen. Zum Vergleich: Unter den großen US-Fluggesellschaften liegt Alaska Airlines mit 1,0 % an der Spitze, während American Airlines, Delta Air Lines und United Airlines Anteile zwischen 0,3 % und 0,7 % verzeichnen. Emirates, die weltweit größte Langstreckenfluggesellschaft, erreicht lediglich einen SAF-Anteil von 0,3 %.

Diese Diskrepanz ist auf unterschiedliche regulatorische Rahmenbedingungen zurückzuführen. Seit Januar 2025 gilt in der EU eine verbindliche SAF-Quote, die bis 2050 schrittweise von 2,0 % auf 70,0 % angehoben wird. Eine Unterquote für synthetischen PtL-Flugkraftstoff (sog. „e-SAF“) tritt 2030 in Kraft und steigt dann von 1,2 % auf 35 % bis 2050. In den USA und den Vereinigten Arabischen Emiraten gibt es derartige Regelungen nicht.

SAF ist derzeit nur begrenzt verfügbar und teuer. Lufthansa gibt an, dass PtL-Kraftstoff bislang nur in Labormaßstab verfügbar ist und bis zu zehnmal teurer als herkömmliches Kerosin ist – wirtschaftlich noch nicht konkurrenzfähig. Die International Air Transport Association (IATA) schätzt, dass die weltweite SAF-Produktion 2026 bei 2,4 Millionen Tonnen liegt, was bei Kosten von 4,3 Milliarden US-Dollar nur etwa 0,8 % des weltweiten Kerosinbedarfs decken kann.

Die IATA steht den europäischen e-SAF-Zielen pessimistisch gegenüber. Im Juni 2026 wies der Verband darauf hin, dass die EU und Großbritannien bis 2030 eine Pflichtproduktion von rund 600.000 Tonnen e-SAF vorschreiben, während die derzeitige globale Kapazität – in Betrieb und im Bau – nur etwa 20.000 Tonnen beträgt und lediglich eine Produktionsanlage in Betrieb ist. Die IATA hält die e-SAF-Ziele für 2030 in Großbritannien und der EU nicht nur für völlig unrealistisch, sondern „schlichtweg realitätsfern“.

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