Brasilien hebt die CERTOH-Zertifizierungsschwelle für bundesstaatliche Wasserbauprojekte auf 60 Millionen Real an

2026-09-11 11:21
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de.wedoany.com-Bericht: Am 10. September veröffentlichte die brasilianische Nationale Agentur für Wasser und Grundsanitärversorgung (ANA) die normative Verordnung Nr. 573/2026, mit der die Mindestinvestitionsschwelle für Projekte, die ein Zertifikat für die Nachhaltigkeitsbewertung von Wasserbauprojekten (CERTOH) benötigen, von 56.424.500 Real auf 60.001.813,3 Real angehoben wird. Der neue Standard tritt am 1. Oktober 2026 in Kraft und gilt für Infrastrukturen zur Rohwasserspeicherung und -ableitung, die ganz oder teilweise mit Bundesmitteln gebaut oder finanziert werden.

Diese Anpassung setzt den jährlichen Aktualisierungsmechanismus um, der durch das brasilianische Präsidialdekret Nr. 12.478/2025 eingeführt wurde. Das Dekret legt fest, dass der Mindestbetrag für CERTOH-pflichtige Projekte jährlich anhand des Nationalen Baukostenindex (INCC) angepasst wird und die ANA den neuen Betragsstandard spätestens im Oktober eines jeden Jahres veröffentlicht. Im Jahr 2025 lag diese Schwelle bei 56.424.500 Real, im Jahr 2026 wird sie auf 60.001.813,3 Real angehoben, was einer Erhöhung um etwa 3.577.300 Real bzw. etwa 6,34 % entspricht.

CERTOH gilt für Wasserinfrastrukturen zur Rohwasserspeicherung und -ableitung, die mit Bundesmitteln gebaut oder finanziert werden. Gemäß dem nach der Überarbeitung von 2025 geltenden System beschränkt sich der Zertifizierungsumfang nicht mehr ausschließlich auf freiwillige Mitteltransfers der Bundesregierung an Bundesstaaten und Kommunen, sondern erstreckt sich auf alle Arten von Bundesmitteltransfers. Entsprechende Wasserbauprojekte, die die Betragsschwelle erreichen, müssen sich bei der Einbindung in Bundesmittelförderung und Projektumsetzung einer Nachhaltigkeitsbewertung durch die ANA unterziehen.

Bei der CERTOH-Prüfung bewertet die ANA hauptsächlich die wasserwirtschaftliche Nachhaltigkeit des Projekts sowie die Bedingungen für den späteren Betrieb des Bauwerks, einschließlich der Frage, ob das Projekt die Wassernutzung im betreffenden Einzugsgebiet verbessern kann und ob institutionelle Regelungen für einen dauerhaften Betrieb des Bauwerks geschaffen wurden. Gegenstand der Zertifizierung sind nicht alle Wasserbauprojekte, sondern Projekte, die den festgelegten Betrag erreichen, Bundesmittel einsetzen und zur Infrastruktur für Rohwasserspeicherung oder -ableitung gehören.

Die Systemanpassung von 2025 hob zudem die zuvor langfristig geltende Schwelle von 10 Millionen Real zunächst auf 55 Millionen Real an und führte einen Mechanismus zur jährlichen Anpassung nach dem INCC ein. Der ab dem 1. Oktober 2025 tatsächlich geltende jährliche Anpassungswert beträgt 56.424.500 Real; die vorliegende Verordnung Nr. 573/2026 bildet nun den neuen Ausführungsstandard für das folgende Jahr.

Die ANA führt derzeit weiterhin Zertifizierungen konkreter Projekte nach diesem System durch. Im März 2026 genehmigte der Vorstand der ANA die CERTOH-Zertifizierung für das Wasserableitungssystem Agreste Potiguar im brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Norte, was zeigt, dass dieses Zertifikat bereits tatsächlich bei der Genehmigung großer Wasserableitungsinfrastrukturen mit Beteiligung von Bundesmitteln Anwendung findet.

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