Niedersachsen plant Europas erste große Produktionsstätte für fusionsgeeignete Hochtemperatur-Supraleiterbänder

2026-09-12 16:58
Merken

de.wedoany.com-Bericht: Proxima Fusion und die Landesregierung von Niedersachsen haben am 9. September in Hannover eine Absichtserklärung unterzeichnet, um in dem Bundesland die erste große Produktionsanlage Europas für fusionsgeeignete Hochtemperatur-Supraleiterbänder zu errichten und damit die Grundlage für eine großindustrielle Fertigung von Hochtemperatur-Supraleiterbändern (HTS-Bänder) zu schaffen.

Dem Plan zufolge belaufen sich die Investitionen in den ersten beiden Projektphasen auf rund 140 Millionen Euro, wobei öffentliche Mittel und privates Kapital jeweils etwa die Hälfte tragen. Davon will Niedersachsen 21 Millionen Euro bereitstellen, was knapp einem Drittel des öffentlichen Anteils entspricht. Die ersten beiden Bauphasen sollen bis Ende 2029 abgeschlossen sein.

Hochtemperatur-Supraleiterbänder sind eine Art Metallband, das bei vergleichsweise hohen Temperaturen supraleitende Eigenschaften aufweist und im supraleitenden Zustand Strom nahezu widerstandsfrei übertragen kann; sie werden zur Herstellung leistungsstarker, kompakter Elektromagnete verwendet. Für Stellarator-Fusionsanlagen können aus HTS-Bändern gefertigte Magnete die Magnetfelder erzeugen, die zur Einschließung und Steuerung des heißen Plasmas erforderlich sind, und sind damit ein wichtiges Grundmaterial für die Realisierung kompakter Fusionsanlagen und künftiger Fusionskraftwerke.

Die Anlage soll die von Proxima Fusion vorangetriebene Alpha-Fusionsdemonstrationsanlage und das geplante Stellaris-Fusionskraftwerk unterstützen und die industrielle Basis für die spätere Serienfertigung von Stellaratoren schaffen. Nach aktuellen Schätzungen benötigt das Alpha-Projekt etwa 20.000 Kilometer HTS-Band, das Stellaris-Projekt weitere etwa 40.000 Kilometer.

Derzeit ist die industrielle Produktion von Hochtemperatur-Supraleiterdünnfilmen und zugehörigen Bändern vor allem in Asien konzentriert. Proxima Fusion erklärt, dass eine lokale Fertigungskapazität für HTS-Bänder strategisch bedeutsam sei, wenn Europa eine vergleichsweise vollständige Stellarator-Lieferkette aufbauen wolle. Das neue Werk soll Ressourcen aus Material, Fertigungsverfahren, Qualitätssicherung, Fachkräften und Zulieferern bündeln, die Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten verringern und die Materialbasis für Stromnetze, medizinische Bildgebung und Therapie, fortschrittliche Antriebssysteme sowie andere Hochfeld-Magnettechnologien bereitstellen.

Proxima Fusion verhandelt mit mehreren internationalen Technologiepartnern darüber, ausgereifte HTS-Fertigungstechnologien und Produktionskapazitäten nach Niedersachsen zu bringen. Das Unternehmen erklärt zudem, dass bereits mehr als 50 europäische Unternehmen über die Alpha-Allianz am Aufbau der industriellen Lieferkette für Fusionsenergie beteiligt seien; die HTS-Bandproduktion werde eine der entscheidenden vorgelagerten Fähigkeiten ergänzen.

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies erklärte, das Land wolle bei der HTS-Fertigung in Europa eine Vorreiterrolle übernehmen und dadurch die fortgeschrittene Fertigung ausbauen sowie hoch qualifizierte Arbeitsplätze schaffen. Francesco Sciortino, Mitgründer und CEO von Proxima Fusion, erklärte, die Projekte Alpha und Stellaris würden eine Nachfragebasis für die lokale Produktion schaffen und die Entwicklung der entsprechenden Fertigungstechnologien vorantreiben.

Der Absichtserklärung zufolge werden beide Seiten potenzielle Standorte in Niedersachsen prüfen, meilensteinbasierte Unterstützungs- und Finanzierungsregelungen aufsetzen, Genehmigungsverfahren vorantreiben und mit lokalen Unternehmen, kommunalen Einrichtungen und Forschungseinrichtungen zusammenarbeiten.

Diese Kurznachricht stammt aus der Übersetzung und Weiterverbreitung von Informationen aus dem globalen Internet und von strategischen Partnern. Sie dient lediglich dem Austausch mit den Lesern. Bei Urheberrechtsverletzungen oder anderen Problemen bitten wir um rechtzeitige Mitteilung, und wir werden die notwendigen Änderungen oder Löschungen vornehmen. Die Weitergabe dieses Artikels ist ausdrücklich ohne formelle Genehmigung verboten.E-Mail: news@wedoany.com