Rosatom und die Vietnamesische Akademie für Wissenschaft und Technologie kündigen offiziell eine Kooperation im Bereich der Quantentechnologie an
de.wedoany.com-Bericht: Eines der wichtigsten Ereignisse des russisch-vietnamesischen Jahres der Wissenschaft und Bildung – das russisch-vietnamesische Wissenschafts- und Technologieforum – fand kürzlich in feierlicher Atmosphäre statt. Jekaterina Sontsewa, Leiterin der Abteilung für Quantentechnologie des staatlichen russischen Atomkonzerns Rosatom, hielt auf diesem Forum eine offizielle Rede und kündigte an, dass das Unternehmen und die Vietnamesische Akademie für Wissenschaft und Technologie eine substanzielle Zusammenarbeit im Bereich der Quantentechnologie planen. Die Bekanntgabe dieser Kooperation fällt zeitlich mit dem Besuch des Generalsekretärs des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Vietnams und Staatspräsidenten der Sozialistischen Republik Vietnam, Tô Lâm, in der Russischen Föderation zusammen. Der Hintergrund der hochrangigen Interaktion zwischen den wissenschaftlichen Kreisen beider Länder verleiht dieser Zusammenarbeit eine bedeutende politische und diplomatische Relevanz.

Bei der Darlegung der künftigen Schwerpunkte der Zusammenarbeit erklärte Sontsewa, dass beide Seiten gemeinsam einen Fahrplan für die Entwicklung der Quantentechnologie erarbeiten und auf dieser Grundlage eine detaillierte Planung für den Aufbau eines Quantentechnologiezentrums auf dem Territorium Vietnams erstellen werden. Zweitens werden sich beide Seiten der Umsetzung dieses Fahrplans widmen, wobei der Schwerpunkt auf dem Aufbau gemeinsamer Laboratorien und anderer Forschungsinfrastrukturen liegt, um den Wissenschaftlern beider Länder eine regelmäßige Plattform für technischen Austausch und Zusammenarbeit zu bieten. Darüber hinaus ist auch die Nachwuchsförderung als wesentlicher Bestandteil der Kooperationsagenda vorgesehen, um der Quantentechnologieindustrie beider Länder qualifizierte Fachkräfte mit interdisziplinären Kompetenzen zuzuführen.
Sontsewa wies weiter darauf hin, dass diese Kooperationsaufgabe von großer Bedeutung und äußerst komplex sei, da beide Seiten im Wesentlichen in relativ kurzer Zeit gemeinsam eine neue Hightech-Industrie aufbauen müssten. Das bedeutet, dass beide Länder nicht nur vorhandene Forschungsressourcen und technische Erfahrungen teilen, sondern auch ein hohes Maß an Konsens über Managementmechanismen, Finanzierung und die Vereinheitlichung technischer Standards erzielen müssen. Dies stellt sowohl an die Organisationsstrukturen als auch an die Umsetzungskraft beider Seiten eine ernste Bewährungsprobe dar, doch der langfristige Nutzen rechtfertigt die Anstrengungen aller Beteiligten.
Rosatom selbst ist ein diversifizierter Technologieholding mit weltweit erheblichem Einfluss. Das Geschäftsfeld des Unternehmens umfasst ein breites Spektrum an Bereichen wie Energie, Maschinenbau und Bauwesen; ihm gehören über 550 Unternehmen und Einrichtungen mit insgesamt rund 415.000 Mitarbeitern an. Als weltweit größter Lieferant von Uranressourcen und Anbieter von Kerntechnikdienstleistungen verfügt Rosatom über tiefgreifende Kompetenzen in zahlreichen Zukunftstechnologiefeldern, was ihm eine starke Ressourcenbasis für die Führung internationaler Kooperationen im Bereich der Quantentechnologie bietet.
Seit 2020 ist Rosatom mit der Umsetzung des Gesamtfahrplans für die Entwicklung des Hightech-Bereichs Quantencomputing betraut. Die Forschungsarbeiten in diesem Bereich bilden die Grundlage des umfangreichen Quantenprojekts von Rosatom, das ein Ökosystem aus 19 Forschungsinstituten und Hochschulen mit über 750 Forschern und Ingenieuren vereint. Dank der gemeinsamen Anstrengungen dieses großen Teams hat Russland bei der Hardware-Entwicklung von Quantencomputern beachtliche Fortschritte erzielt und bereits vier Prototypen von Quantencomputern erfolgreich entwickelt, die auf Ionen, Atomen, Photonen und Supraleitern basieren.
Im globalen Wettbewerbsgefüge des Quantencomputings liegt Russland mit der Anzahl seiner Prototypen unter den weltweit ersten drei. Bis heute verfügt Russland über insgesamt sieben Quantenprozessoren, von denen fünf streng im Rahmen des bestehenden Fahrplans entwickelt wurden. Bemerkenswert ist, dass bei drei dieser fünf Quantencomputer die Qubit-Auflösung bereits über 70 Qubits liegt – ein Wert, der im internationalen Vergleich bei vergleichbaren Produkten an der Spitze steht. Diese Ergebnisse zeigen, dass Russland im Bereich der Quantenhardware vom Verfolger zum Mitläufer und sogar zum Vorreiter geworden ist.
Für die nächste Phase zielt der Quantenentwicklungsplan für die Jahre 2025 bis 2030 darauf ab, das Entwicklungsniveau der russischen Quantentechnologie umfassend zu steigern und gleichzeitig die praktische Anwendung der Quantentechnologie in Schlüsselbereichen wie der russischen Nuklearindustrie voranzutreiben. Derzeit werden allein in der russischen Nuklearindustrie über 30 frühe Quantencomputing-Projekte parallel durchgeführt, die die Nutzbarkeit und Zuverlässigkeit der Quantentechnologie zuerst in industriellen Szenarien validieren sollen. Mit der schrittweisen Reifung der Technologie wird erwartet, dass sie die digitale Transformation der Branche maßgeblich auf der zugrunde liegenden Ebene unterstützen wird.
Mit der Ausweitung der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten hat Rosatom ab 2026 begonnen, in spezifischen Bereichen der Quantensensorik Forschungs- und Entwicklungsarbeiten durchzuführen, wodurch das Anwendungsspektrum der Quantentechnologie weiter bereichert wird. Von Quantencomputing-Prototypen über Quantensensoren bis hin zur wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit Vietnam versucht Rosatom, die Quantentechnologie als strategische Säule der Zukunft zu etablieren. Durch die Zusammenarbeit mit der Vietnamesischen Akademie für Wissenschaft und Technologie wird Russland voraussichtlich mehr Gestaltungsspielraum im globalen Kooperationsnetzwerk für Quantentechnologie gewinnen und beiden Völkern konkrete technologische Vorteile bringen.
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