ConocoPhillips beantragt 126 Bohrlöcher für die Willow-Ölfeld-Erschließung in den USA – erste Bohrungen sollen 2027 beginnen
de.wedoany.com-Bericht: Aus am 14. September veröffentlichten Regulierungsdokumenten geht hervor, dass ConocoPhillips Alaska bei der Alaska Oil and Gas Conservation Commission (AOGCC) die Willow-Ölfeld-Erschließungsregeln und eine regionale Injektionsgenehmigung beantragt hat. Geplant ist die Errichtung von insgesamt 126 Bohrlöchern an drei Bohrstandorten: Bear Tooth 1, Bear Tooth 2 und Bear Tooth 3. Die ersten Bohrungen sollen 2027 beginnen, wobei 2027 an BT1 und BT3 32 Bohrlöcher vorgebohrt werden sollen und 2028 weitere 32, um die Inbetriebnahme der Willow-Zentralverarbeitungsanlage und die anschließende Rohölproduktion vorzubereiten. Die zentrale Anlage des Projekts befindet sich derzeit im Bau, die Inbetriebnahme ist für das vierte Quartal 2028 geplant, das Ziel für das erste Öl ist Anfang 2029.
Dieser Antrag markiert den Übergang von Willow von der Errichtung der oberirdischen Infrastruktur zur Vorbereitung der Bohrlocherschließung. ConocoPhillips hat als Betreiber der Bear Tooth Unit am 20. August zwei Anträge bei der Regulierungsbehörde eingereicht: einen zur Einrichtung spezieller Erschließungsregeln für den Willow Oil Pool und einen weiteren für eine regionale Injektionsgenehmigung. Der Injektionsumfang umfasst Maßnahmen zur verbesserten Ölgewinnung sowie die temporäre Speicherung von Fluiden, die bei der Reinigung vorgebohrter Bohrlöcher anfallen, bevor die permanenten Produktionsanlagen installiert und in Betrieb genommen werden. Die Alaska Oil and Gas Conservation Commission hat vorläufig eine öffentliche Anhörung für den 4. November in Anchorage angesetzt.
Die 126 Bohrlöcher werden auf drei Bohrstandorte verteilt und nicht in einem einzigen Durchgang niedergebracht. Der im Regulierungsantrag offengelegte erste Bauabschnitt sieht vor, 2027 und 2028 jeweils 32 Bohrlöcher vorzubohren, insgesamt 64, um vor der Inbetriebnahme der Zentralverarbeitungsanlage vorzeitig Produktions- und Injektionsbedingungen für die Bohrlöcher zu schaffen; die verbleibenden Bohrlöcher werden in späteren Erschließungsphasen weiter umgesetzt. Mit diesem Dokument wird erstmals der Bohrrhythmus vor Produktionsbeginn von Willow weiter präzisiert, sodass das bereits zuvor festgelegte Gesamtentwicklungskonzept „drei Bohrstandorte + Zentralverarbeitungsanlage" auf konkrete Bohrlochzahlen und jährliche Bauabläufe heruntergebrochen wird.
Willow befindet sich in der National Petroleum Reserve in Alaska. ConocoPhillips hat im Dezember 2023 die endgültige Investitionsentscheidung getroffen. Das Projekt umfasst im Wesentlichen drei Bohrstandorte, ein Betriebszentrum mit Camp, eine Zentralverarbeitungsanlage und zugehörige Pipelines. Das Unternehmen gab im ersten Quartal 2026 bekannt, dass der Gesamtfertigstellungsgrad des Projekts etwa 50 % erreicht hat. Im Bauhöhepunktjahr 2025 wurden zwei Brücken und etwa 72 Meilen Pipelines verlegt sowie der ganzjährige Camp-Betrieb aufgenommen; die Zentralverarbeitungsanlage wird derzeit außerhalb des Standorts gefertigt und soll 2027 zur Installation an die North Slope transportiert werden.
Das aktuelle Gesamtkapitalbudget des Projekts beläuft sich auf 8,5 bis 9 Milliarden US-Dollar und liegt damit über der früheren Schätzung von 7 bis 7,5 Milliarden US-Dollar. Der Anstieg ist hauptsächlich auf die allgemeine Inflation sowie auf gestiegene Kosten für Arbeitskräfte, Ausrüstung und Seetransport an der Alaska North Slope zurückzuführen. ConocoPhillips plant, von 2026 bis 2028 durchschnittlich etwa 1,7 Milliarden US-Dollar pro Jahr zu investieren; nach dem ersten Öl im Jahr 2029 werden die Entwicklungsinvestitionen des Projekts schrittweise zurückgehen.
Nach dem derzeitigen Design verfügt Willow über etwa 600 Millionen Barrel förderbare Ressourcen und eine Spitzenrohölproduktion von etwa 180.000 Barrel pro Tag. Nach Abschluss des Projektbaus wird das Rohöl in das bestehende Produktions- und Transportsystem der Alaska North Slope eingespeist. Derzeit hat sich in der Projektkette eine klare zeitliche Abfolge herausgebildet: „Bau der oberirdischen Anlagen – Fertigung und Transport der Zentralverarbeitungsanlage – Vor bohren der ersten Bohrlöcher 2027 – Ausweitung der Bohrungen und Inbetriebnahme der Zentralanlage 2028 – erstes Öl Anfang 2029".
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