Saipem aus Italien erhält 350-Millionen-US-Dollar-Auftrag für Unterwasserarbeiten in Angola

2026-09-15 14:19
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de.wedoany.com-Bericht: Am 14. September gab Saipem bekannt, einen neuen Offshore-Engineering-Auftrag von Azule Energy Angola erhalten zu haben. Der Auftragswert beträgt rund 350 Millionen US-Dollar und dient dem Projekt West Hub Tails in Angola. Das Projekt ist eine nachfolgende Erweiterung des Agogo Integrated West Hub Development und liegt etwa 180 Kilometer vor der Küste Angolas in einer maximalen Wassertiefe von rund 1750 Metern. Saipem ist für Engineering, Fertigung, Transport und Installation der Unterwasseranlagen verantwortlich; die Vertragslaufzeit wird auf etwa zweieinhalb Jahre geschätzt.

Der Auftrag umfasst rund 62 Kilometer Unterwasser-Strömungsleitungen, Steigleitungen und Umbilicals sowie den Anschluss der zugehörigen Anlagen an die schwimmende Produktions-, Speicher- und Verladeeinheit (FPSO) Agogo. Die Verantwortungskette von Saipem reicht vom Engineering über die Fertigung und den Transport bis zur Offshore-Installation. Die Fertigung der Unterwasseranlagen erfolgt am Standort Ambriz in Angola unter Beteiligung lokaler Unternehmen und einheimischen Personals. Für die Offshore-Installationsphase sind die beiden Bauschiffe FDS und Normand Maximus vorgesehen.

West Hub Tails ist kein eigenständiges neues Ölfeld, sondern ein nachfolgendes Unterwasser-Erweiterungspaket des Agogo Integrated West Hub Development. TechnipFMC hatte im August den Auftrag für die Lieferung flexibler Strömungsleitungen, Steigleitungen und zugehöriger Ausrüstung für dasselbe Projekt erhalten und ist für die Konstruktion und Fertigung der betreffenden flexiblen Leitungen und Ausrüstungen zuständig. Der vorliegende Saipem-Auftrag deckt hingegen umfassendere Unterwasser-Engineering- und Installationsarbeiten ab. Die beiden Unternehmen übernehmen somit unterschiedliche Arbeitsbereiche, nämlich Ausrüstungslieferung einerseits und Offshore-Bauarbeiten andererseits.

Das Projekt Agogo Integrated West Hub umfasst die beiden Ölfelder Agogo und Ndungu und wird von Azule Energy betrieben. Azule Energy hält 36,84 %, Sonangol E&P hält 36,84 % und Sinopec International hält 26,32 %. Im Februar 2023 wurde die endgültige Investitionsentscheidung getroffen; im Juli 2025 erzielte die Agogo FPSO die erste Ölproduktion. Von der FID bis zur Produktionsaufnahme vergingen etwa 29 Monate. Die beiden Ölfelder verfügen zusammen über nachgewiesene Reserven von rund 450 Millionen Barrel; die geplante Spitzenproduktion liegt bei etwa 175.000 bis 180.000 Barrel pro Tag.

Die Agogo FPSO ist die zentrale Verarbeitungsanlage dieses Entwicklungsystems. Das ursprüngliche Entwicklungsprogramm umfasste 36 neue Bohrlöcher, davon 21 Produktionsbohrungen und 15 Injektionsbohrungen, sowie rund 100 Kilometer starre Strömungsleitungen, 100 Kilometer flexible Strömungsleitungen und etwa 100 Kilometer Umbilicals. Die FPSO ist für eine Rohölverarbeitungskapazität von rund 120.000 Barrel pro Tag ausgelegt und verfügt zudem über eine Erdgas-Injektionskapazität von etwa 230 Millionen Standardkubikfuß pro Tag sowie eine Wasserinjektionskapazität von rund 120.000 Barrel pro Tag. Die im Rahmen von West Hub Tails neu hinzukommenden 62 Kilometer Unterwasserleitungen und -kabel werden weitere Anbindung an dieses bestehende Produktionssystem erhalten.

Im Februar 2026 wurde mit der Vollfeldentwicklung von Ndungu begonnen, wobei die ersten drei Produktionsbohrungen niedergebracht wurden. In dieser Phase sind insgesamt sieben Produktionsbohrungen und vier Injektionsbohrungen geplant; die Spitzenproduktion liegt bei etwa 60.000 Barrel pro Tag. Die Produktion von Ndungu wird zunächst über die bestehende N'Goma FPSO abgewickelt und später auf die Agogo FPSO umgestellt. Dadurch entsteht ein phasenweises Entwicklungsmodell, bei dem die Agogo FPSO und die bestehenden West-Hub-Anlagen im Verbund betrieben werden.

Mit dem Eintritt des West-Hub-Tails-Auftrags in die Ausführungsphase verlagert sich der Schwerpunkt der weiteren Projektarbeiten auf die Fertigung am Standort Ambriz, die Integration des 62 Kilometer langen Leitungs- und Kabelsystems sowie die Tiefwasserinstallation. Der etwa zweieinhalbjährige Vertragszeitraum von Saipem umfasst sowohl die Landfertigung als auch die Offshore-Bauphase. Letztlich werden die neuen Unterwasser-Produktionsanlagen in das Verarbeitungssystem der Agogo FPSO integriert, wodurch der Förderbereich im westlichen Abschnitt von Block 15/06 weiter ausgebaut wird.

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