Europas Galileo schließt ersten zivilen fälschungssicheren authentifizierten Positionierungstest mit 5 Satelliten ab

2026-09-18 11:41
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de.wedoany.com-Bericht: Am 17. September veröffentlichte die Europäische Weltraumorganisation die Ergebnisse des ersten Realumgebungstests des Signal Authentication Service (SAS) des Galileo-Satellitennavigationssystems. Am 16. September von 14 bis 16 Uhr (UTC) sendeten fünf Galileo-Satelliten im Orbit – E06, E21, E23, E34 und E36 – zwei Stunden lang kontinuierlich verschlüsselte E6-C-Signale über Europa. Empfänger am Testgelände Andøya in Norwegen und im ESTEC-Navigationslabor in den Niederlanden nutzten diese verschlüsselten Signale erfolgreich zur Positionsbestimmung. Dies ist das erste Mal, dass Galileo SAS eine zivile authentifizierte Positionierung in einer realen Spoofing-Störumgebung erreicht hat.

Dieser Test wurde während des norwegischen Jammertest durchgeführt. Vor Ort wurden von den zuständigen norwegischen Behörden aktiv verschiedene GNSS-Stör- und Spoofing-Szenarien aufgebaut. Die Europäische Weltraumorganisation und die Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission nutzten diese Umgebung, um die Leistung von SAS unter realen Störbedingungen zu validieren. Während des Tests wurde die E6-C-Signalkomponente, die von den fünf Satelliten ursprünglich im Klartext gesendet wurde, verschlüsselt; die Arbeitsfrequenz betrug 1278,75 MHz. Die Bodenempfänger konnten die Positionsberechnung trotz vorhandener Spoofing-Signale abschließen.

SAS authentifiziert hauptsächlich die Entfernungssignale der Satelliten und arbeitet mit der bereits in Betrieb befindlichen Open Service Navigation Message Authentication (OSNMA) zusammen. GNSS-Empfänger benötigen für die Positionsbestimmung sowohl die Navigationsnachricht als auch die Entfernungsdaten vom Satelliten zum Empfänger. OSNMA dient dazu, zu bestätigen, dass die Navigationsnachricht tatsächlich vom Galileo-System erzeugt wurde, während SAS zusätzlich die Quelle des Entfernungssignals verifiziert. Durch die Kombination beider Fähigkeiten kann der Empfänger gleichzeitig die Authentizität der Navigationsdaten und der Entfernungsmessung überprüfen und darauf basierend verschiedene Arten von Spoofing-Signalen identifizieren und ablehnen.

OSNMA ist bereits 2025 in Betrieb gegangen. Der diesjährige SAS-Test erweitert die zivile Fälschungssicherheit von Galileo von der Authentifizierung der Navigationsnachricht auf die Authentifizierung des Entfernungssignals. Die Europäische Weltraumorganisation, die Europäische Kommission und die Agentur der Europäischen Union für das Weltraumprogramm haben zuvor die entsprechenden Satelliten- und Bodensystem-Upgrades abgeschlossen, damit die aktiven Galileo-Satelliten die Tests neuer verschlüsselter Signale unterstützen können. Bei diesem Test wurde das Dienstekonzept von der Europäischen Kommission festgelegt, während die Europäische Weltraumorganisation und die Agentur der Europäischen Union für das Weltraumprogramm für die Systemarchitektur sowie die technische Umrüstung des Weltraum- und Bodensegments verantwortlich waren.

Nach dem aktuellen Plan wird die Agentur der Europäischen Union für das Weltraumprogramm im Jahr 2027 gemeinsam mit der Europäischen Kommission, der Europäischen Weltraumorganisation und der Industrie die SAS-Dienstvalidierung und -zertifizierung durchführen und erst danach in die Phase des regulären Betriebs übergehen. SAS und OSNMA sollen beide weltweit kostenlos für Nutzer zugänglich sein. Der Galileo High Accuracy Service (Hochpräzisionsdienst) wird künftig ebenfalls entsprechende Authentifizierungsfähigkeiten integrieren.

Galileo bietet derzeit weltweit offene Dienste an, deren Anwendungen Smartphones, Eisenbahnen, Schifffahrt, Landwirtschaft, Finanzzeitdienste und Such- und Rettungsdienste umfassen. Nach dem Abschluss des SAS-Positionierungstests in einer realen Spoofing-Umgebung werden die weiteren Projektarbeiten in die Phase der Dienstvalidierung, Zertifizierung und Vorbereitung des regulären Betriebs übergehen.

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