Ein hochrangiger Beamter des vietnamesischen Ministeriums für Industrie und Handel erklärte kürzlich öffentlich: Das Kernenergieentwicklungsprogramm Vietnams sei von Verzögerungen bedroht. Man arbeite intensiv daran, eine Kooperationsvereinbarung mit Russland zu erzielen und hoffe, die Unterzeichnung innerhalb eines Monats abzuschließen, um die Auswirkungen des zuvor zum Stillstand gekommenen Kooperationsprozesses mit Japan zu kompensieren.

Nach Angaben aus informierten Kreisen erklärte der japanische Botschafter in Vietnam, Naoki Ito, letztes Jahr öffentlich, dass Japan aufgrund des Zeitdrucks beschlossen habe, sich aus dem Plan zum Bau des Kernkraftwerks Ninh Thuan 2 in Vietnam zurückzuziehen.
Vietnam hatte ursprünglich über Jahre hinweg mit Japan im Bereich der Kernenergie zusammengearbeitet. Dem ursprünglichen Plan zufolge sollten die beiden Kernkraftwerke in Ninh Thuan (Ninh Thuận Nuclear Power Plant) bis 2035 gleichzeitig in Betrieb gehen. Aufgrund verschiedener Faktoren gerieten die Verhandlungen zwischen den beiden Seiten jedoch ins Stocken, und der Projektfortschritt blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück.
Vor diesem Hintergrund richtet Vietnam seinen Blick nun auf Russland und hofft, mit Hilfe der reifen Erfahrung Russlands im Bau und Betrieb von Kernkraftwerken die Kooperationsvereinbarung möglichst schnell zu finalisieren. Vietnam gab bekannt, dass die Verhandlungen mit Russland in eine entscheidende Phase eingetreten seien, in der es um die Auswahl der Reaktortechnologie, Finanzierungsregelungen, den Bauzeitplan sowie den Anteil der lokalen Produktion gehe. Die vietnamesische Seite hofft, die Unterzeichnung des Abkommens noch in diesem Monat abzuschließen, um noch in diesem Jahr mit den vorbereitenden Arbeiten beginnen zu können und eine weitere Verzögerung der gesamten Kernenergieplanung zu verhindern.









