Die NASA-Mission Artemis II steht kurz vor dem Start für einen zehntägigen Mondumflug. Es wird die erste bemannte Mission jenseits der niedrigen Erdumlaufbahn seit Apollo 17 im Jahr 1972 sein und könnte einen neuen Rekord für die Entfernung der Raumfahrt aufstellen. Die Mission wird jedoch nur einen Vorbeiflug durchführen und nicht auf der Mondoberfläche landen. Bemannte Landungen sind für spätere Missionen geplant.
Auf der kürzlich abgehaltenen 57. Lunar and Planetary Science Conference präsentierten Teams der NASA und der Industrie eine Studie zur Auswahl von Artemis-Landestellen, bei der die Kandidatenregionen von 13 auf 9 reduziert wurden. Obwohl die Studie ursprünglich für Artemis III konzipiert war, hat die NASA sie auf eine Testmission für orbitales Andocken im Jahr 2027 umgestellt. Die Landemission ist nun für Artemis IV geplant, sodass diese Landestellen möglicherweise für spätere Missionen genutzt werden. Die Bewertung basiert auf Faktoren wie dem Design des bemannten Landers, Kommunikation, Beleuchtung, Sicherheit und der geplanten Dauer der Oberflächenmission, die auf 5,75 bis 6,25 Tage geschätzt wird.
Die Studie stellt fest: „Das Ergebnis der Reduzierung von dreizehn auf neun Regionen spiegelt eine Priorisierung unter den aktuellen Einschränkungen von Artemis III wider und bedeutet nicht, dass die entfernten Regionen für zukünftige Erkundungen ungeeignet sind. Stattdessen repräsentieren diese neun Regionen diejenigen, die weiterhin am effektivsten die operative Machbarkeit, die Geländesicherheit und das wissenschaftliche Potenzial für die vorgesehene Architektur der ersten bemannten Mission in Einklang bringen.“ Alle Landestellen befinden sich am lunaren Südpol, wo die Kommunikationskontinuität eine zentrale Herausforderung darstellt. Der Mond ist nur um etwa 5 Grad geneigt, was in polaren Regionen zu Kommunikationsunterbrechungen durch Geländehindernisse führen kann, wie der Fehlschlag der Intuitive Machines IM-2-Mission aufgrund von Kommunikationsproblemen zeigte. Zukünftige bemannte Missionen müssen einen unterbrechungsfreien Kommunikationsrelais gewährleisten, um die Sicherheit zu gewährleisten.
Die Wahl des lunaren Südpols als Landegebiet für Artemis hat unter anderem das Ziel, Wassereisablagerungen in tiefen Kratern zu erkunden. Diese permanent beschatteten Regionen existieren aufgrund der geringen axialen Neigung des Mondes und haben seit Milliarden von Jahren kein Sonnenlicht gesehen. Die lunaren Pole durchlaufen einen Tag-Nacht-Zyklus von etwa 29,5 Tagen, was die Planung von Oberflächenmissionen beeinflusst. Diese Wahl zielt darauf ab, den wissenschaftlichen Ertrag und den Missionserfolg zu maximieren und die Grundlage für die Rückkehr des Menschen zum Mond zu legen.











