Die italienische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (AGCM) genehmigte im März 2025 die Zusagen des Infrastrukturbetreibers Rete Ferroviaria Italiana (RFI), um einen fairen Marktzugang zu gewährleisten und den Weg für den Eintritt des französischen Staatsbetreibers SNCF Voyages Italia in den italienischen Inlandsmarkt für Hochgeschwindigkeitszüge freizumachen. Der Hochgeschwindigkeitsbetreiber plant, den Betrieb ab September 2027 mit 15 neuen Zügen aufzunehmen und erwartet, jährlich über 10 Millionen Passagiere zu befördern.

Der Hochgeschwindigkeitsbetreiber plant täglich 13 Zugpaare, davon 9 auf der Hauptstrecke Turin–Neapel und 4 zwischen Turin und Venedig. Die Entscheidung der AGCM akzeptierte rechtlich die Zusagen des Infrastrukturbetreibers und genehmigte vorläufig einen Teil der von der SNCF beantragten spezifischen Bahnstrecken, wodurch der Betreiber seine Investitionspläne vorantreiben kann. Der Betreiber benötigt jedoch noch einen vollständigen Zugang, um das gesamte Investitionsprogramm zu rechtfertigen, einschließlich des Zugangs zu weiteren Strecken und Wartungseinrichtungen. Das Projekt wird voraussichtlich jährlich einen wirtschaftlichen Nutzen von über 480 Millionen Euro generieren.
Diese Genehmigung festigt Italiens Position als eines der am stärksten liberalisierten Hochgeschwindigkeitsbahnmärkte Europas. Seit dem Markteintritt des privaten Betreibers NTV Italo im Jahr 2012 hat sich in Italien ein wettbewerbliches Mehrbetreibermodell etabliert. Der Eintritt eines dritten Betreibers wird die italienische Marktstruktur mit der Spaniens vergleichbar machen, wo seit 2020 Wettbewerb zwischen dem staatlichen Renfe, SNCFs Ouigo und dem von Trenitalia unterstützten Iryo herrscht. Dies steht im Gegensatz zu Märkten wie Deutschland und Frankreich, die nach wie vor von einem einzigen Betreiber dominiert werden.









