Als Reaktion auf die langjährigen Stromprobleme hat die nigerianische Regierung kürzlich ein neues staatliches Unternehmen gegründet, um das Management des nationalen Stromnetzes zu verbessern. Im März 2026 bildete Präsident Bola Tinubu einen Sonderausschuss, um die Gründung der Grid Asset Management Company (GAMCO) zu beaufsichtigen. Diese Initiative ist Teil eines umfassenderen Reformplans zur Modernisierung der Stromübertragung und zur Reduzierung häufiger Netzausfälle im ganzen Land.
Jahrelang war die Transmission Company of Nigeria (TCN) sowohl für die Wartung der Übertragungsinfrastruktur als auch für das Management des Stromflusses zuständig. Diese Doppelrolle führte oft zu Ineffizienzen, da die Arbeitslast für eine einzelne Organisation als zu hoch angesehen wurde. Um dieses Problem zu lösen, beschloss die Regierung, diese Funktionen zu trennen. In der neuen Struktur wird die TCN weiterhin die physischen Anlagen wie Übertragungsmasten und Kabel warten, während die neu gegründete Einheit die operativen und kommerziellen Rollen übernehmen wird.
Eine dieser neuen Einheiten ist die Grid Asset Management Company (GAMCO), die sich auf die Steigerung der Effizienz der Übertragungsanlagen konzentrieren wird. Eine weitere wichtige Organisation ist der Nigerian Independent System Operator, der die technischen Betriebsabläufe des Netzes verwalten wird. Diese Aufspaltung soll dem Sektor mehr Klarheit bei Zuständigkeiten, Verantwortlichkeit und Professionalisierung bringen.
Ein Hauptziel von GAMCO ist die Rückgewinnung sogenannter „stranded“ Energie. Damit ist Strom gemeint, der bereits erzeugt wurde, aber aufgrund schwacher Übertragungssysteme oder schlechten Managements nicht an die Verbraucher geliefert werden kann. Das Unternehmen plant, mit einem Pilotprojekt im Benin-Lagos-Korridor zu beginnen, einer der meistbefahrenen Stromrouten des Landes. Diese Region versorgt wichtige Industrie- und Handelszentren mit Strom und ist daher ein entscheidender Bereich für Verbesserungen.
Durch gezielte Modernisierungen und besseres Management erwartet die Regierung, in den nächsten zwei Jahren mindestens 1600 Megawatt zusätzlichen Strom freizusetzen. Dies könnte die Stromversorgung für Unternehmen und Haushalte in der Region erheblich verbessern.
Diese Reform wird durch das Electricity Act von 2023 und weitere rechtliche Aktualisierungen im Jahr 2025 unterstützt. Diese Gesetze zielen darauf ab, den Stromsektor transparenter und geschäftsorientierter zu gestalten. GAMCO wird als staatseigenes Unternehmen operieren, aber einem geschäftsorientierten Ansatz folgen, um private Investitionen anziehen zu können.
Wenn sich das Pilotprojekt als erfolgreich erweist, plant die Regierung, dieses Modell auf andere Regionen auszuweiten. Das übergeordnete Ziel ist der Aufbau eines stärkeren und zuverlässigeren Stromnetzes, um das Wirtschaftswachstum zu unterstützen und die Lebensqualität von Millionen Nigerianern zu verbessern.









