Das kürzlich von Iran in der Straße von Hormuz eingeführte „Mautsystem“, das Schiffen durch die Vergabe von Passiercodes eine sichere Durchfahrt ermöglicht, hat Diskussionen über Veränderungen in den Zahlungsmethoden für den Ölhandel ausgelöst, auch wenn diese Maßnahme den internationalen Handel wahrscheinlich nicht langfristig beeinflussen wird. Die Tatsache, dass einige Schiffe sich für die Zahlung der Gebühren in chinesischen Yuan entschieden haben, wird als mögliches Signal dafür gewertet, dass die Dominanz des Petro-Dollar herausgefordert werden könnte.
Die Deutsche Bank stellt in ihrem jüngsten Forschungsbericht fest: „Dieser Konflikt könnte der Katalysator für die Erosion der Dominanz des Petro-Dollar und der Ausgangspunkt für den Petro-Yuan sein.“ Der Bericht betont, dass die Abwicklung der Zahlungen in Yuan kein Zufall sei, und weist darauf hin, dass China als langjähriger Partner Irans und größter Ölabnehmer eine Schlüsselrolle in diesem Prozess spiele.
Irans Öl wird weiterhin durch die Straße von Hormuz transportiert, hauptsächlich nach China. Jeder Öltanker, der in Yuan bezahlt, setzt einen Präzedenzfall für nicht in Dollar abgewickelte Energietransaktionen und schwächt damit schrittweise das seit 1974 dominierende Petro-Dollar-System für globale Energiegeschäfte. Analysten sehen in den etwa 2 Millionen US-Dollar (entsprechend in Yuan) an Mautgebühren möglicherweise einen Machbarkeitsnachweis für ein post-Dollar-Energieabwicklungssystem.
Obwohl das Ende des Petro-Dollar in früheren Krisen bereits vorhergesagt, aber nie eingetreten ist, zeigen die aktuellen Entwicklungen, dass sich Präzedenzfälle und Normen rasch ändern. Vor vier Wochen kontrollierten die iranischen Revolutionsgarden den Zugang für 20 % der globalen Ölversorgung mittels Passiercodes, und der sichere Durchgang konnte in Nicht-Dollar-Währungen bezahlt werden – ein Szenario, das die meisten nicht erwartet hatten. Der Aufstieg des Petro-Yuan rückt zunehmend in den Fokus des internationalen Energiemarktes.









