de.wedoany.com-Bericht: Der südafrikanische Außenminister Ronald Lamola erklärte am 14. April in Berlin, dass Deutschland zugestimmt habe, Südafrika einen neuen zinsvergünstigten Klimakredit in Höhe von 200 Millionen Euro (ca. 234 Millionen US-Dollar) zu gewähren. Beide Seiten werden die Zusammenarbeit in Bereichen wie kritischen Mineralien vertiefen. Lamola gab nach Gesprächen mit dem deutschen Außenminister Johann Wadephul bekannt, dass der Kredit zur Unterstützung von Investitionen in das südafrikanische Stromnetz und in erneuerbare Energiekapazitäten verwendet werde. Darüber hinaus seien die Mittel für die deutsch-europäische Zusammenarbeit in den Wertschöpfungsketten für grünen Wasserstoff und Batterien um mehr als 270 Millionen Euro aufgestockt worden. Lamola dankte der deutschen Seite für ihre Unterstützung und wies darauf hin, dass Südafrika trotz der angespannten Beziehungen zu den USA während der zweiten Amtszeit von Trump durch die Unterstützung Deutschlands und anderer G20-Mitglieder das Gefühl habe, weiterhin Teil der G20 zu sein.
Ronald Lamola ist seit Juli 2024 südafrikanischer Minister für Internationale Beziehungen und Zusammenarbeit. Zuvor war er Justiz- und Verfassungsentwicklungsminister und hat einen Bachelor of Laws an der Nelson Mandela University erworben. Johann Wadephul trat im April 2025 das Amt des deutschen Außenministers an. Zuvor war er langjährig stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und verfügt über umfangreiche Erfahrung in den Bereichen Außen- und Sicherheitspolitik. Trump hat Südafrika in diesem Jahr von den G20-Treffen ausgeschlossen und dessen Außenpolitik sowie innerstaatliche Rassengesetze kritisiert. Gleichzeitig boykottierte er den für November in Johannesburg geplanten G20-Gipfel.
Südafrika ist reich an mineralischen Ressourcen und verfügt über weltweit führende Reserven an kritischen Mineralien wie Mangan, Platingruppenmetallen und Chrom. Die Reserven an Platingruppenmetallen machen etwa 90 % der weltweiten Vorkommen aus, die Manganerzreserven etwa 80 % und die Chromerzreserven etwa 72 %. Diese Mineralien finden breite Anwendung in sauberen Energietechnologien wie Batterien für neue Energie-Fahrzeuge, Brennstoffzellen und industriellen Katalysatoren. Grüner Wasserstoff wird durch die Elektrolyse von Wasser mit erneuerbarer Energie erzeugt und verursacht bei der Herstellung keine CO₂-Emissionen. Er ist ein entscheidender Weg zur Dekarbonisierung von Branchen wie Stahl, Chemie und Schwerlastverkehr, die schwer zu elektrifizieren sind. Südafrika verfügt über reichlich Solar- und Windenergieressourcen und besitzt damit natürliche Vorteile für die Entwicklung von grünem Wasserstoff. Die südafrikanische Regierung veröffentlichte 2023 eine nationale Strategie für grünen Wasserstoff und plant den Aufbau eines groß angelegten Produktionszentrums für grünen Wasserstoff in der nördlichen Kapregion. Deutschland veröffentlichte 2020 eine nationale Wasserstoffstrategie, die Wasserstoff als zentralen Pfeiler der Energiewende definiert und den Aufbau überseeischer Lieferketten für grünen Wasserstoff als wichtiges Ziel festlegt.
Diese Zusammenarbeit ist Teil der deutschen Bemühungen, weltweit Klimapartnerschaften voranzutreiben. Seit 2020 führt Deutschland im Rahmen der „Südafrikanisch-Deutschen Klima- und Energiepartnerschaft“ mehrere Projekte zur Energiewende in Südafrika durch. Dazu gehören die Unterstützung des südafrikanischen Stromversorgers Eskom bei technologischen Upgrades für die Integration erneuerbarer Energien, Pilotprojekte für Solar-Energiespeicher-Hybridsysteme in der Provinz Mpumalanga sowie die Bereitstellung von Niedrigzinskrediten der KfW für grüne kommunale Infrastruktur in Südafrika. Diese Kooperationen bildeten die Grundlage für den 200-Millionen-Euro-Kredit und die zusätzlichen Mittel von über 270 Millionen Euro für die Wertschöpfungsketten von grünem Wasserstoff und Batterien. Südafrika, als die am stärksten industrialisierte Volkswirtschaft des afrikanischen Kontinents, hat einen bedeutenden Einfluss auf die globale CO₂-Reduzierung durch seinen Energiewendeprozess. Etwa 80 % der Stromerzeugung Südafrikas hängen von Kohle ab, und der Energiewandel steht vor mehrfachen Herausforderungen wie der Stilllegung von Kohlekraftwerken, dem Ausbau grüner Energie und der Sicherung von Arbeitsplätzen. Die finanzielle Unterstützung Deutschlands wird Südafrika dabei helfen, die Netzbelastbarkeit zu erhöhen und die installierte Kapazität für erneuerbare Energien auszubauen. Die Zusammenarbeit beider Seiten im Bereich kritischer Mineralien trägt dazu bei, regionale Lieferketten vom Bergbau bis zur Weiterverarbeitung aufzubauen.
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