de.wedoany.com-Bericht: Das französische Institut de Technologie Saint-Exupéry und die Agentur für Verteidigungsinnovation haben kürzlich gemeinsam das Projekt COMPINNOV HT+ für Hochtemperatur-Verbundwerkstoffe gestartet, das sich auf die Entwicklung organischer Matrix-Verbundwerkstoffe (OMC) konzentriert, die extremen Temperaturen von 200 bis 400 Grad Celsius standhalten. Laut einer offiziellen Mitteilung des Institut Saint-Exupéry vereint das Projekt Unternehmen wie Specific Polymers, Safran, ArianeGroup und MBDA sowie akademische Einrichtungen wie das französische Zentrum für wissenschaftliche Forschung (CNRS) und die Universität Pau. Es bildet eine vollständige Forschungs- und Entwicklungskette von der Grundlagenchemie bis zur industriellen Anwendungsvalidierung und zielt darauf ab, die industrielle Souveränität Frankreichs in Schlüsselmaterialien für die Luft- und Raumfahrt sowie die Verteidigung zu stärken.
Das zentrale technologische Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines in Frankreich produzierten Hochtemperatur-Harzsystems, das die derzeit in Flugzeugtriebwerken und Raketenstrukturen verwendeten metall- und keramikmatrixbasierten Verbundwerkstoffe ersetzen soll. Nicolas Cuvillier, Leiter der Verbundwerkstoffentwicklung bei Safran, wies darauf hin, dass derzeit nur amerikanische Materialien die Anforderungen für Luftfahrtanwendungen über 200 Grad Celsius weltweit erfüllen, was zu einer Abhängigkeit von einem einzigen Lieferanten führt. Das COMPINNOV HT+-Projekt zielt darauf ab, ein völlig neues Hochtemperatur-Harz zu entwickeln, das in Frankreich in einer vollständigen Wertschöpfungskette hergestellt wird. Die von Specific Polymers geleitete erste Phase des Projekts hat die Auswahl von Kandidatenharzen abgeschlossen und befindet sich nun in einer Phase umfangreicher Leistungstests. In den folgenden Phasen werden die chemische Formulierung optimiert, Kombinationen mit Kohlenstoff- und Glasfaserverstärkungen untersucht und die Langzeitbeständigkeit validiert.
Die Agentur für Verteidigungsinnovation erklärte, dass das Kooperationsmodell des Institut Saint-Exupéry eine ideale Möglichkeit sei, wissenschaftliches und industrielles Fachwissen um ein gemeinsames Ziel zu bündeln. Solche Partnerschaften seien entscheidend für die Sicherung der technologischen Fähigkeiten Frankreichs in den Bereichen Luftfahrt, Raumfahrt und Verteidigung. Jean-Christian Bêche, Generaldirektor des Institut Saint-Exupéry, betonte, dass das Projekt durch die Zusammenführung akademischer und industrieller Akteure direkt dem Aufbau der technologischen und industriellen Souveränität Frankreichs diene. Corinne Dumas, Vertreterin der französischen Beschaffungsbehörde für Verteidigung (DGA), fügte hinzu, dass das Projekt führende industrielle Auftragnehmer aus dem zivilen und militärischen Bereich in einen gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsrahmen einbinde und durch Synergieeffekte den Aufbau einer nachhaltigen Industrieökologie vorantreibe.
Thibault Lallier, Experte bei MBDA, erklärte, das Projekt fördere die Entwicklung einer französischen Lieferkette für Phthalonitril-Harze und sichere so die Versorgung mit Hochtemperaturmaterialien für den Verteidigungsbereich. Cédric Loubat, Gründer von Specific Polymers, betonte, die Ambition des Projekts liege darin, durch vollständige autonome Kontrolle über die Materialchemie einen substantiellen Beitrag zur technologischen und industriellen Souveränität Frankreichs zu leisten. In der finalen Phase des Projekts ist die Herstellung von industrietauglichen Demonstratoren geplant, um die technologische Grundlage für den breiten Einsatz von Hochtemperatur-Verbundwerkstoffen in der nächsten Generation von Flugzeugtriebwerken, Hyperschallflugkörpern und Raketenstrukturen zu schaffen.
Das Institut Saint-Exupéry ist eine öffentlich-private Forschungseinrichtung im französischen Luft- und Raumfahrtsektor mit Sitz in Toulouse, die sich auf drei Hauptbereiche konzentriert: fortschrittliche Materialien, digitale Technik und umweltfreundliche Luftfahrt. Das COMPINNOV HT+-Projekt ist ein Kernbestandteil der Hochtemperaturmaterial-Roadmap des Instituts. Es wird erwartet, dass die Forschungsergebnisse direkt die Materialauswahl für künftige heiße Triebwerksteile für militärische und kommerzielle Flugzeugtriebwerke, Raketenstrukturen und Wiedereintrittsschutzsysteme für Raumfahrzeuge in Frankreich unterstützen werden.
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