de.wedoany.com-Bericht: Das deutsche Unternehmen Q.ANT gab am 19. Mai eine Partnerschaft mit IONOS bekannt, wodurch IONOS der erste kommerzielle Kunde für seinen Native Processing Server (NPS) wird. Die Vereinbarung wird die photonischen KI-Beschleunigungsfähigkeiten von Q.ANT in die Cloud-Infrastruktur und das Kundenökosystem von IONOS einbringen und photonisches Computing erstmals in eine kommerzielle Cloud-Umgebung bringen.
Diese Zusammenarbeit verbindet die photonische Prozessortechnologie von Q.ANT mit den Cloud-Infrastrukturfähigkeiten von IONOS und zielt auf den schnell wachsenden Energieverbrauchsdruck in KI-Rechenzentren ab. Q.ANT gab bekannt, dass IONOS ein führender europäischer Cloud- und Hosting-Anbieter ist, der rund 6,8 Millionen Kunden in 17 Märkten in Europa und Nordamerika bedient; der NPS wurde zuvor bereits in zwei deutschen Hochleistungsrechenzentren eingesetzt, dem Leibniz-Rechenzentrum in München und dem Forschungszentrum Jülich. Der geplante Einsatz bei IONOS wird diesen Weg aus der Forschungs- und Hochleistungsrechnerumgebung in Szenarien überführen, die für kommerzielle Cloud-Kunden nutzbar sind. Für Unternehmens-KI-Anwender bedeutet dies, dass photonische Co-Prozessoren nicht länger nur neue Hardware in Laboren oder Forschungszentren sind, sondern beginnen, in die Produktionsinfrastruktur von Cloud-Service-Providern einzuziehen, um in der Folge bestimmte KI-Workloads über Cloud-Plattformen zu bedienen.
Q.ANT positioniert die NPU nicht als Ersatz für GPUs. Das Unternehmen gibt an, dass seine Native Processing Unit (NPU) der zweiten Generation als Co-Prozessor in Verbindung mit bestehender GPU- und CPU-Infrastruktur für spezifische KI-Workloads eingesetzt wird.
Der Kern des technologischen Ansatzes liegt darin, Berechnungen mit Licht durchzuführen. Die NPU der zweiten Generation von Q.ANT basiert auf der proprietären Dünnschicht-Lithiumniobat-Plattform. Offiziellen Angaben zufolge erzielte dieser Prozessor in einer unabhängigen Evaluierung am Leibniz-Rechenzentrum in Deutschland eine bis zu 100-fache Leistungssteigerung gegenüber dem Vorgängerprodukt; interne Benchmarks von Q.ANT zeigen zudem, dass die NPU in bestimmten Anwendungen eine bis zu 30-fache Energieeffizienzsteigerung und eine bis zu 50-fache Leistungssteigerung gegenüber herkömmlichen Prozessoren erreichen kann. Der NPS kommt im Formfaktor eines 19-Zoll-Rack-Servers mit integrierter photonischer Q.ANT NPU-PCIe-Karte, ist für KI-Inferenz und fortschrittliche Datenverarbeitung konzipiert und kann über Linux-Gerätetreiber, C/C++- und Python-Schnittstellen in bestehende Softwareumgebungen eingebunden werden. Zudem ist die Integration mit gängigen KI-Frameworks wie PyTorch geplant. Diese technische Ausführung ermöglicht es, den photonischen Prozessor als Teil der bestehenden Rechenarchitektur eines Rechenzentrums einzubinden, ohne dass Cloud-Anbieter einen vollständig neuen Technologie-Stack aufbauen müssen.
Der Stromverbrauch und die Kühlungsproblematik von KI-Infrastrukturen entwickeln sich zu realen Einschränkungen für kommerzielle Clouds. Q.ANT erwähnte in der Ankündigung, dass bis 2027 der Stromverbrauch eines einzelnen Server-Racks in fortschrittlichen Rechenzentren dem von 65 Haushalten entsprechen könnte und der Strombedarf von Rechenzentren bis 2030 bis zu 3 % des weltweiten Gesamtenergieverbrauchs erreichen könnte. Der NPS führt komplexe mathematische Operationen direkt mittels photonischer integrierter Schaltkreise aus, mit dem Ziel, die Verarbeitungsleistung zu steigern und gleichzeitig Energieverbrauch, Kühlungsbedarf, Platzbedarf und Betriebskosten zu senken. Michael Förtsch, Gründer und CEO von Q.ANT, erklärte, dass die Expansion der KI-Infrastruktur auf dem derzeitigen Weg durch die Verfügbarkeit von Strom, Kühlung und die Wirtschaftlichkeit siliziumbasierter Technologien begrenzt sein wird; durch die Partnerschaft mit IONOS werde das Unternehmen die Q.ANT-Prozessoren nun in einer Produktionsumgebung als Co-Prozessoren für herkömmliche GPUs und CPUs validieren.
Die Kommerzialisierung beschleunigt sich ebenfalls. Q.ANT betreibt in Stuttgart gemeinsam mit IMS CHIPS eine Pilotlinie für photonische Chips und erschließt über sein Büro in Austin, Texas, nordamerikanische Kunden für KI-Infrastruktur. Die Zusammenarbeit mit IONOS wurde auf der Digitalkonferenz re:publica 2026 in Berlin angekündigt und stellt einen entscheidenden Meilenstein für den Übergang der photonischen Q.ANT-Prozessoren vom Forschungseinsatz in die kommerzielle Cloud dar.
Die Partnerschaft zwischen dem deutschen Unternehmen Q.ANT und IONOS zeigt, dass sich der Wettbewerb um KI-Rechenleistung von der reinen GPU-Skalierung auf neuartige Co-Prozessoren, energieeffiziente Architekturen und Cloud-Verfügbarkeit ausweitet. Ob photonisches KI-Computing in kommerziellen Clouds in großem Maßstab einsetzbar ist, hängt noch von seiner Stabilität bei realen Unternehmens-Workloads, der Softwareanpassung, dem Kosten-Nutzen-Verhältnis und der Komplexität des Betriebs ab; doch mit IONOS als erstem kommerziellen Kunden hat das photonische Computing nun den Schritt von der Validierung in Hochleistungsrechenzentren in die kommerzielle Erprobungsphase von Cloud-Diensten vollzogen.
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