de.wedoany.com-Bericht: Deutschland hat kürzlich angekündigt, sich an einem wichtigen Vorhaben von gemeinsamem europäischem Interesse (IPCEI) im Bereich innovativer Nukleartechnologien zu beteiligen, das sich auf die Entwicklung der Fusionsenergie konzentriert. Laut einer Erklärung des Bundeswirtschaftsministeriums soll das neue „Important Project of Common European Interest" (IPCEI) Forschungseinrichtungen, Start-ups und Industrie aus ganz Europa zusammenbringen. Der Start ist für 2027 geplant, vorbehaltlich der Genehmigung durch die Europäische Kommission. Ziel ist es, die europäische Souveränität in strategischen Technologiebereichen zu stärken und die industrielle Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen.
Deutschland hat zugesagt, bis 2029 über 2 Milliarden Euro in Fusionsforschung und Pilotprojekte zu investieren, mit dem Ziel, den weltweit ersten Fusionsreaktor in Deutschland zu bauen. Dies ist Teil der „Hightech-Agenda Deutschland" und des „Aktionsplans Fusion". Die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften erklärte im März dieses Jahres, dass dieses Ziel bis 2045 erreichbar sei, vorausgesetzt, es werden massive Investitionen getätigt und das Entwicklungstempo beschleunigt.
Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte im März, dass Deutschland aufgrund des beschleunigten Baus neuer Gaskraftwerke und aus Gründen der Energiesicherheit möglicherweise die Laufzeit einiger Kohlekraftwerke verlängern müsse. Merz schloss eine Wiederinbetriebnahme der drei 2023 abgeschalteten Kernkraftwerke aus, da dies technisch nicht mehr machbar sei, unterstützte aber die deutsche Beteiligung an der europäischen Forschung zu kleinen modularen Reaktoren. Die Bundesregierung betonte, dass das IPCEI-Projekt, an dem sie sich beteiligt, ausschließlich die Fusion und nicht die Kernspaltung umfasst.
Die Fusionstechnologie befindet sich derzeit noch im experimentellen Stadium, und Befürworter gehen allgemein davon aus, dass eine kommerzielle Anwendung noch mindestens Jahrzehnte entfernt ist. Weder Deutschland noch Europa können sich auf diese Technologie verlassen, um ihre jeweiligen Klimaneutralitätsziele für 2045 und 2050 zu erreichen.
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