Nowatek: Russland benötigt 12–16 Billionen Kubikmeter neue Erdgasreserven
2026-05-29 18:52
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de.wedoany.com-Bericht: Ein Abteilungsleiter des Unternehmens Nowatek (NOVATEK), Jasykow, warnte kürzlich, dass die russische Erdgasindustrie sich einem kritischen Punkt nähere. Das derzeitige Steuersystem, das auf einfache geologische Bedingungen ausgerichtet sei, mache Bohrungen in komplexen Regionen wirtschaftlich unrentabel.

Laut Jasykow sind die „einfachen" geologischen Formationen der Cenomanium-Lagerstätten, die das Rückgrat der Erdgasindustrie bilden, bereits zu 75 % erschlossen. Die Erschließung der Valanginium- und Achimov-Schichten sei zur neuen Normalität geworden, doch traditionelle Lösungen griffen nicht mehr. Das Hauptrisiko bestehe darin, dass eine Verzögerung der Anreize für schwer förderbare Reserven (TRIZ) zu einem unwiederbringlichen Verlust von Ressourcen führe. Randzonen und kleine Lagerstätten in alten Feldern der Region Nadym-Pur-Tas (Erschließungsgrad bereits 56 %) könnten innerhalb von 5–7 Jahren durch aufsteigendes Wasser dauerhaft „blockiert" werden.

Jasykow bezeichnete den gegenwärtigen Zeitpunkt als „geologisch-technisches Zeitfenster". In einigen Jahren würden die ersten Felder stillgelegt, die Ausrüstung abtransportiert und das Land rekultiviert – diese Reserven blieben dann für immer im Boden, während sie heute noch rentabel gefördert werden könnten. Nowatek habe bereits Bohrungen mit einer horizontalen Länge von 2,5 Kilometern und mehrstufigem Hydraulic Fracturing (MGRP) niedergebracht und plane, 2026 auf 3 Kilometer lange Horizontalbohrungen umzustellen. Sobald jedoch die Permeabilitätsgrenze in dieser Tiefe durchstoßen werde, seien die Bohrungen nicht mehr rentabel.

Jasykow wies darauf hin, dass die Technologie vorhanden sei, aber unter dem derzeitigen Steuersystem nicht vollständig umgesetzt werden könne, da sie unrentabel sei. Es bedürfe einer Feinjustierung des Steuersystems. In der gesamten Ressourcenbasis des Unternehmens befänden sich nur ein Zehntel der Bohrungen in rentablen Zonen, der Rest erfordere längere Horizontalbohrungen oder Arbeiten unter abnormal niedrigem Druck, was den Metallanteil der Konstruktionen um 25–40 % erhöhe.

Die Förderung von Gaskondensat sei ein weiteres separates Problem. Bei der traditionellen Erschöpfungsförderung könnten bis zu 80 % der Kondensatreserven im Boden verbleiben. Durch den Einsatz des Cycling-Verfahrens (Rückverpressung von Trockengas in die Lagerstätte) könne die Ausbeute von 20 % auf 70 % gesteigert werden, doch auch diese Projekte erforderten angepasste steuerliche Rahmenbedingungen.

Nowatek sieht Potenzial, die Lücke zu schließen. Nach Schätzungen des Unternehmens seien 12 bis 16 Billionen Kubikmeter an neuen Reserven erforderlich, um den prognostizierten Produktionsrückgang auszugleichen. Wenn rechtzeitig Maßnahmen zur Förderung der Erschließung schwer förderbarer Reserven ergriffen würden, sei Nowatek bereit, den Anteil der schwer förderbaren Gasförderung bis 2030 auf 12 % zu steigern und langfristig zu verdreifachen.

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