de.wedoany.com-Bericht: Huawei hat auf dem Innovation Data Infrastructure Forum (IDI Forum) 2026 in Paris angekündigt, dass sich das Unternehmen von einem traditionellen Speicherhardware-Anbieter zu einem Full-Stack-Anbieter für KI-Dateninfrastruktur wandelt. Yuan Yuan, Vice President von Huawei und President der Data Storage Product Line, erklärte bei einem Medienbriefing, dass KI sowohl für die Branche als auch für Huawei selbst eine „wesentliche Veränderung" darstelle und Huawei das Ziel verfolge, in den kommenden Jahren sein Geschäft und seine Architektur umzustellen, um die KI-Anforderungen der Kunden zu erfüllen.

Das von Huawei vorgestellte Full-Stack-Dateninfrastruktur-Portfolio umfasst eine KI-Data-Lake-Infrastruktur, Modell-Engineering-Tools, ein Agenten-Framework und ein Daten-Resilienz-System sowie neue Speicherprodukte für KI-Workloads. Das Unternehmen hob die OceanStor Pacific Scale-Out-Speicherplattform hervor, die nach eigenen Angaben 11 PB Kapazität in einem 2U-Gehäuse bietet, sowie die neue Context Memory Storage (CMS)-Plattform der nächsten Generation, die speziell für hyperskalierte Inferenzcluster entwickelt wurde und die Time-to-First-Token-Latenz um 90 % reduzieren kann.
Auf dem europäischen Markt sind die Kunden bei der KI-Migration zurückhaltend. Yuan Yuan erklärte, dass viele europäische Kunden ihre bestehenden Investitionen schützen möchten und fragen, ob sie Geräte wiederverwenden können. Daher bietet Huawei zwei Migrationspfade an: eine Greenfield-KI-Infrastrukturbereitstellung für Kunden mit ausreichendem Budget sowie ein gestaffeltes Upgrade-Modell – bei dem eine „AI Digital Engine"-Schicht KI-Workloads auf bestehenden Speicher-Arrays unterstützt, während die Legacy-Infrastruktur für traditionelle Anwendungen wie Oracle-Datenbanken und virtuelle Maschinen erhalten bleibt.
Huawei-Führungskräfte sind der Ansicht, dass lokale Infrastruktur für Branchen, die sensible Daten verarbeiten, trotz des gestiegenen Interesses an Public-Cloud-KI-Diensten weiterhin von entscheidender Bedeutung ist. Yuan Yuan äußerte sich optimistisch hinsichtlich des lokalen Aufbaus und erklärte, dass Branchen wie das Gesundheitswesen, die Fertigung und der öffentliche Sektor aufgrund von Datenschutz- und Souveränitätsbedenken letztendlich lokale KI-Infrastruktur benötigen. Jeff Wu, Chief Marketing Officer der Huawei Data Storage Product Line, erwähnte, dass die Distributed Cloud Storage (DCS)-Plattform von Huawei bereits auf Interesse bei Kunden aus den Bereichen Fertigung, Bankwesen und öffentlicher Sektor stößt, die nach alternativen Infrastrukturlösungen suchen.
In Bezug auf Kostensenkungen erklärte Jeff Wu, dass Huawei KI-gestützte Datenreduktionstechniken nutzt, um ein Datenreduktionsverhältnis von 5:1 zu erreichen, d. h. 5 PB Daten belegen nur 1 PB Speicherplatz. Huawei passt zudem mithilfe von KI dynamisch die CPU-Arbeitsfrequenz innerhalb des Speichersystems an, um den Stromverbrauch in Zeiten geringer Auslastung zu senken.
Huawei hat KI-Agenten als strategischen Schwerpunkt eingestuft. Yuan Yuan gab bekannt, dass Huawei KI-Agenten für Infrastrukturmanagement-Aufgaben entwickelt, die Hardware-Fehlervorhersage, Zustandsüberwachung und Wartungsautomatisierung umfassen; ein KI-„Copilot"-Agent kann Administratoren bei Routineoperationen unterstützen. Diese Agenten interagieren über die Nexent-Plattform mit Drittsystemen. Yuan Yuan ist jedoch der Ansicht, dass sich erklärbare KI noch im experimentellen Stadium befindet, da aktuelle KI auf Statistik und nicht auf Mathematik basiert und die Forschung hauptsächlich im akademischen Bereich verbleibt.
Huawei-Führungskräfte räumen ein, dass die Nachfrage auf dem KI-Markt schwer vorherzusagen ist. Yuan Yuan erklärte, dass Kunden ihre eigenen KI-Anforderungen manchmal nicht klar definieren können und Anbieter sich auf interne Prognosen statt auf kundengesteuerte Roadmaps verlassen müssen, aber man müsse Schritt für Schritt vorgehen.
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