Neuer Wellenbrecher in Genua, Italien: Webuild setzt den 22. zellularen Senkkasten
2026-05-29 18:55
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de.wedoany.com-Bericht: Der Bau des neuen Wellenbrechers von Genua (Nuova Diga Foranea di Genova) schreitet voran: Der 22. zellulare Senkkasten aus Stahlbeton wurde vor der Küste platziert.

Der Abstand zwischen dem Setzen dieses Senkkastens und dem des 21. betrug nur drei Tage. Dieser enge Bauzeitplan bestätigt die Zuverlässigkeit der technischen und logistischen Planung des von Webuild geführten Konsortiums PerGenova Breakwater. Das Konsortium wurde von der Hafenbehörde des westlichen Ligurischen Meeres (Autorità di Sistema Portuale del Mar Ligure Occidentale) mit der Ausführung des Projekts beauftragt. Die Arbeiten zeugen von einem kontinuierlichen industriellen Einsatz: Die Arbeiter sind im Hafenbereich von Genua rund um die Uhr im Einsatz, und die Schiffsausrüstung ist sieben Tage die Woche in Betrieb.

Der neue Wellenbrecher zeichnet sich durch eine hohe technische Komplexität aus, da seine Struktur auf dem tiefsten Meeresboden vergleichbarer europäischer Bauwerke gegründet wird – in einer Wassertiefe von bis zu 50 Metern unter dem Meeresspiegel. Die endgültige geometrische Form des Bauwerks wird eine Gesamtlänge von 6,2 Kilometern aufweisen. Es dient dem Schutz des Hafenbeckens und soll die sichere Ein- und Ausfahrt einer neuen Generation von Containerschiffen mit einer Gesamtlänge von bis zu 400 Metern ermöglichen.

Die Stabilität der großen zellularen Betonsenkkästen beruht auf einer umfangreichen vorbereitenden Untergrundverbesserung des Meeresbodens. Vor dem Absetzen der Senkkästen wird das Unterwasserfundament mit einem speziellen Verfahren behandelt, das als „Wet Top Feed – Blanket Method" (Nasskopf-Aufgabeverfahren mit Abdeckung) bezeichnet wird. Bei diesem Verfahren werden Rütteldruckgeräte (Vibroflot) mit kombinierten Luft- und Wasserdüsen in den Boden eingebracht. Die Sonden haben eine Länge von 17 bis 21 Metern und erzeugen unter Wasser Schottersäulen, die schrittweise verdichtet werden. Bislang wurden Hunderttausende laufende Meter solcher Schottersäulen erstellt, um das Auflager für die Senkkästen vorzubereiten.

Die Senkkästen selbst sind technische Großstrukturen. Die größten modularen Elemente haben Abmessungen von 67 Metern Länge, 35 Metern Breite und 33 Metern Höhe. Der Absetzvorgang erfolgt mithilfe spezieller, halbtauchfähiger Lastkähne, deren Deck unter die Wasserlinie abgesenkt werden kann, damit die Bauteile aufschwimmen können. Nach dem Einschleppen an die vorgesehene Position werden die Senkkästen kontrolliert geflutet und abgesenkt und anschließend im Inneren mit inertem Material verfüllt.

Der neue Wellenbrecher fungiert nicht isoliert, sondern als seewärtiger Endpunkt eines integrierten Infrastruktursystems von europäischem Rang. Das Bauwerk steht in logistischer und funktionaler Synergie mit zwei weiteren Großprojekten, die von der Webuild-Gruppe ausgeführt werden: dem Progetto Unico Terzo Valico dei Giovi und dem Nodo di Genova. Der Terzo Valico ist eine hochleistungsfähige Schnellbahnstrecke, die die ligurischen Häfen mit der Po-Ebene und weiter bis zum Hafen von Rotterdam verbindet. Die geplante unterirdische Gesamtstrecke beträgt 53 Kilometer und umfasst den längsten Eisenbahntunnel Italiens, der an das transeuropäische Verkehrsnetz TEN-T (Rhein-Alpen-Korridor) angebunden wird. Das Projekt Nodo di Genova übernimmt den infrastrukturellen Ausbau auf der „letzten Meile", realisiert den viergleisigen Ausbau der Strecke und die reibungslose Anbindung der historischen Hafenterminals an die Hochgeschwindigkeitsgleise.

Der Ausbau dieses integrierten Infrastruktursystems wird es ermöglichen, das durch die neue Wellenbrecheranlage bedingte Wachstum des Handelsverkehrs aufzunehmen, die Dynamik des internationalen Seeverkehrs im Mittelmeer neu auszubalancieren und Südeuropa effizient mit den wichtigsten Märkten im Norden des Kontinents zu verbinden.

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