de.wedoany.com-Bericht: Die multimodale Simulationstechnologie von Umovity Software, einer Tochter der PTV Group, wird zur Planung des Personen- und Verkehrsmanagements während der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 eingesetzt. Es wird erwartet, dass über fünf Millionen Fans die 104 Spiele an drei nordamerikanischen Standorten live verfolgen werden.
„Großveranstaltungen führen zu hochdynamischen Verkehrssituationen. Die sichere und effiziente Bewegung von Zehntausenden von Menschen innerhalb und außerhalb der Stadien zu gewährleisten, ist ein typisches Anwendungsgebiet der multimodalen Simulation“, erklärt Hilary Aylesworth, Chief Product & Technology Officer bei Umovity Software, einer Tochter der PTV Group. An Spieltagen reisen die Zuschauer mit dem Auto, der Bahn, der U-Bahn, dem Bus, dem Fahrrad oder zu Fuß an. Die Bringzonen werden belebt, U-Bahn-Stationen erleben plötzliche Besucherspitzen, und Menschenmassen sammeln sich an Sicherheitskontrollen, Imbissständen und Eingängen. Fußgänger und Fahrzeuge vermischen sich, verschiedene Verkehrsmittel beeinflussen sich gegenseitig in Echtzeit. Herkömmliche Planungsmethoden können diese komplexen Interaktionen oft nicht erfassen. Die Simulation bietet Planern ein virtuelles Testfeld, um Personenströme vor der Veranstaltung zu visualisieren, alternative Gestaltungsoptionen zu bewerten, Engpässe zu identifizieren und Betriebsstrategien zu evaluieren.
„Mit PTV Vissim und PTV Viswalk können wir Fahrzeuge, Fußgänger, Züge und Radfahrer als individuelle Agenten mit realistischem Bewegungsverhalten modellieren“, erklärt Aylesworth. „Dieser multimodale Ansatz ermöglicht es Planern, die gesamte Reise der Besucher zu simulieren – von der Ankunft am Parkplatz oder U-Bahnhof bis zum Finden ihres Sitzplatzes im Stadion. Man könnte es als ‚Sofa-zu-Sitzplatz‘-Ansatz bezeichnen.“ In Stockholm, Schweden, simulierten Berater von WSP, wie sich bis zu 45.000 Besucher während einer Großveranstaltung in einem Stadionbereich bewegen. Sie analysierten die Personenströme zwischen den Stadien, an Sicherheitskontrollen, Fußgängerbrücken, U-Bahn-Stationen und in den umliegenden öffentlichen Räumen. Die Studie identifizierte Engpässe in Sicherheitsbereichen und an Verkehrsknotenpunkten, was zu Empfehlungen für eine erhöhte Sicherheitskapazität, verbesserte Fußgängerinfrastruktur und häufigere U-Bahn-Fahrten führte. „Eine wichtige Erkenntnis der Simulation war, dass wir während der Veranstaltung zusätzliche Sicherheitsbereiche einrichten müssen, um Warteschlangen zu vermeiden“, sagte Frida Aspnäs, Verkehrsberaterin bei WSP, kürzlich in einem Webinar.

Die Simulation verbessert nicht nur das Besuchererlebnis, sondern auch die Sicherheit. Bei der FIFA-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien trug PTV Viswalk dazu bei, die Sicherheit in mehreren Stadien zu verbessern, deren Evakuierungszeiten über den internationalen Standards lagen. Im legendären Maracanã-Stadion zeigte die Simulation, dass die Ausgangsrampen zu schmal waren, um den erwarteten Personenstrom zu bewältigen. Die Verbreiterung der Rampen verbesserte den Fußgängerfluss und die Evakuierungsleistung erheblich. Darüber hinaus ergänzen Lösungen wie PTV Flows die Simulation durch Echtzeit-Verkehrsüberwachung und prädiktive Analysen. Durch die Kombination von Echtzeit- und historischen Reisedaten können öffentliche Behörden und Verkehrsleitzentralen abnormale Verkehrsmuster erkennen, Stau-Hotspots vorhersagen und Störungen erkennen, bevor sie Reisende ernsthaft beeinträchtigen. Diese Erkenntnisse ermöglichen es den Betreibern, proaktive Maßnahmen zu ergreifen, wie z. B. die Anpassung von Signalzeiten, die Umsetzung von Verkehrsmanagementplänen, die Priorisierung des öffentlichen Nahverkehrs oder die Information von Reisenden über alternative Routen. Die Kombination von Simulation und Echtzeit-Verkehrsintelligenz hilft Städten, von der Planung potenzieller Szenarien zum aktiven Management dynamischer Bedingungen während der Veranstaltung überzugehen. Während sich die Welt auf die größte FIFA-Weltmeisterschaft aller Zeiten vorbereitet, ist eines klar: Der Erfolg von Veranstaltungen hängt zunehmend vom Verständnis ab, wie sich Menschen bewegen und wie sich das gesamte Verkehrssystem unter Druck verhält.
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