Britischer NHS-Datenaustausch-Gesetzesentwurf soll jährlich 20.000 Notaufnahmen reduzieren und 20 Millionen Pfund einsparen
2026-06-02 17:20
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de.wedoany.com-Bericht: Die britische Regierung hat einen neuen Gesetzesentwurf vorgelegt, der Hausärzte und Krankenhäuser in England verpflichtet, Patientendaten sicher auszutauschen. Der Gesetzesentwurf, der am Montag in zweiter Lesung behandelt wird, enthält auch Pläne zur Abschaffung des National Health Service (NHS England) und zur Übertragung seiner Aufgaben an das Ministerium für Gesundheit und Soziales (DHSC).

James Murray, der nach dem Rücktritt von Wes Streeting im vergangenen Monat das Amt des Gesundheitsministers übernommen hat, erklärte, das neue System müsse „so aufgebaut werden, dass die Menschen ihm absolut vertrauen können". Murray betonte, dass Datensicherheit ein zentrales Anliegen sei und dass beim Aufbau des Systems strenge rechtliche Schutzmaßnahmen getroffen werden müssten. Er kündigte an, dass durch Prüfpfade genau erfasst werde, wer auf die Daten zugreife, und dass ein starker Cybersicherheitsschutz gewährleistet werde.

Die Kernmaßnahme des Gesetzesentwurfs ist die Einführung einer einheitlichen Patientenakte für jede Person in England, die gesundheitliche oder soziale Betreuung erhält. Diese Akte soll wichtige Informationen zur individuellen Pflege an einem Ort bündeln, sodass Kliniker die Krankengeschichte, Medikation und frühere Behandlungen einsehen können, ohne dass Patienten dieselben Informationen wiederholt angeben müssen. Die Regierung erklärte, dass die Kombination der einheitlichen Patientenakte mit virtueller Pflege die Zahl der Notaufnahmebesuche gebrechlicher Patienten um etwa 10.000 pro Jahr reduzieren könne. Durch die Verringerung von Fehldiagnosen könnten weitere 10.000 Notaufnahmebesuche vermieden werden, was Ärzten jährlich rund 500.000 Stunden einsparen würde.

Das Ministerium für Gesundheit und Soziales prognostiziert, dass die Zahl der Krankenhauseinweisungen aufgrund vermiedener Notaufnahmebesuche, verbesserter Herzinsuffizienzbehandlung und psychischer Gesundheitspflege jährlich um 6.000 sinken wird. Herzinsuffizienz ist eine chronische Erkrankung, bei der das Herz das Blut nicht mehr so effizient durch den Körper pumpen kann wie normal. In Bezug auf die Kosten wird erwartet, dass die jährlichen Einsparungen von 20 Millionen Pfund aus der Reduzierung von Medikationsfehlern, unerwünschten Arzneimittelwirkungen und Doppelverordnungen resultieren. Medikationsfehler können die Verabreichung falscher Medikamente, Dosierungen oder Arzneimittelkombinationen umfassen. Unerwünschte Arzneimittelwirkungen sind schädliche oder unerwartete Reaktionen auf Medikamente.

Die Geburtshilfe und die Pflege gebrechlicher Patienten sollen voraussichtlich 2027 zu den ersten Bereichen gehören, die von der Maßnahme profitieren. NHS-Anbieter, darunter Krankenhäuser und Hausärzte, werden Daten austauschen, um medizinischem Fachpersonal die Einsicht in die Krankengeschichte der Patienten zu erleichtern. Die Regierung erklärte, diese Änderung helfe, kommunale Dienste zu integrieren und die Behandlung chronischer Erkrankungen zu unterstützen. Auch Aufzeichnungen aus der sozialen Pflege sowie von privaten medizinischen Anbietern, die im Auftrag des NHS arbeiten, werden einbezogen.

Patienten werden mehr Kontrolle über ihre eigene Pflege haben, einschließlich Sicherheitsvorkehrungen, Prüfpfaden und der Wahlmöglichkeit, wie ihre Daten verwendet werden. Derzeit sind Hausärzte die Datenverantwortlichen für Patientenakten und können diese zu Forschungszwecken mit Dritten teilen. Wenn die Hausarztakten in das neue System übertragen werden, wird das DHSC voraussichtlich der Datenverantwortliche. Die British Medical Association fordert, dass Ärzte weiterhin die Kontrolle über die Hausarztdaten behalten. Ihr Hausärzteausschuss warnte, dass die Entziehung der Datenkontrolle von Hausärzten das Vertrauen schädigen und Vertraulichkeitsrisiken mit sich bringen könnte.

Die Regierung erklärte, dass das System von Grund auf mit Sicherheits- und Datenschutzfunktionen ausgestattet sei, die es den Menschen ermöglichen, einzusehen, wer auf die einheitliche Patientenakte zugegriffen hat. Bestehende klinische Protokolle würden festlegen, welche Informationen geteilt werden dürfen. Der Gesetzesentwurf sieht außerdem die Abschaffung von NHS England vor, dessen Aufgaben an das DHSC übertragen werden, um bürokratische Ebenen abzubauen. Zudem werden Reformen im Zusammenhang mit dem Zehn-Jahres-Gesundheitsplan der Regierung eingeführt, darunter Maßnahmen im Zusammenhang mit der Dash-Überprüfung, die die Einrichtung für Untersuchungen zur Sicherheit im Gesundheitswesen und Healthwatch betreffen. Die Gesetzgebung soll durch integrierte Pflegeausschüsse und Anbieterorganisationen mehr lokale Entscheidungsfindung unterstützen. Darüber hinaus ist das virtuelle Krankenhausmodell NHS Online für 2027 geplant, das über die NHS-App geplante Facharztbehandlungen anbieten soll und in den ersten drei Jahren das Äquivalent von 8,5 Millionen Terminen und Untersuchungen bereitstellen soll.

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