Reykjavik Geothermal beginnt im Mai 2026 mit Geothermiebohrungen auf den Kanarischen Inseln in Spanien
2026-06-02 17:34
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de.wedoany.com-Bericht: Das isländische Unternehmen Reykjavik Geothermal (RG) hat Mitte Mai 2026 auf Teneriffa, einer der Kanarischen Inseln, mit geothermischen Erkundungsbohrungen begonnen. Die erste Erkundungsbohrung befindet sich in der Gemeinde Villaflor, am Südhang des Teide-Vulkansystems. RG plant mehrere Bohrungen mit einer Zielteufe zwischen 2500 und 3000 Metern, um das geothermische Potenzial der Insel zu bewerten.

Das Geothermieprojekt wird von der Energía Geotérmica de Canarias (EGC) durchgeführt. Die EGC wurde im Mai 2025 von Reykjavik Geothermal, dem Energieunternehmen DISA sowie der Regierung von Teneriffa (über die öffentliche Einrichtung Instituto Tecnológico y de Energías Renovables (ITER) und das Instituto Volcanológico de Canarias (Involcan)) gegründet. Neben Teneriffa besitzt das Konsortium auch eine Geothermie-Erkundungslizenz für La Palma.

Eine topografische Karte zeigt mehrere blaue Umrissrahmen und einen roten Stern, der den Zielort an der bergigen Küstenlinie markiert.

Die Bohraktivitäten basieren auf jahrelangen geologischen Studien, Genehmigungsverfahren, der Einbindung von Interessengruppen und Planungsarbeiten. Die Anfang dieses Jahres veröffentlichten Informationen über den „Bohrbeginn“ auf Teneriffa beziehen sich möglicherweise auf die Installation von Leitungsrohren zur Vorbereitung der Tiefbohrphase.

Die Kanarischen Inseln sind derzeit stark von importierten fossilen Brennstoffen zur Stromerzeugung abhängig; über 80 % der Stromproduktion basiert auf importiertem Erdöl. Dies führt zu deutlich höheren Strompreisen als in Island und verursacht hohe CO₂-Emissionen. Die für neue Wind- und Solarenergieprojekte verfügbare Fläche auf den Inseln wird zunehmend knapper, es sind keine großen neuen Windparks oder Solarkraftwerke geplant, und die Möglichkeiten für Wasserkraft und Offshore-Windenergie sind ebenfalls begrenzt.

Magnús Ásbjörnsson, CEO von Reykjavik Geothermal, erklärte, dass eine erfolgreiche Erkundungsbohrung den Weg für die Entwicklung eines Geothermiekraftwerks auf Teneriffa ebnen und die langfristigen Ziele der Kanarischen Inseln zur Emissionsreduzierung, Verbesserung der Energieversorgungssicherheit und Stärkung der Energieunabhängigkeit unterstützen würde. Er wies darauf hin, dass die derzeitige Abhängigkeit der Kanarischen Inseln von importiertem Erdöl zur Stromerzeugung der Situation Islands im 20. Jahrhundert ähnele. Nun sei es an den Kanarischen Inseln, durch die Zusammenarbeit zwischen lokalen Akteuren und isländischen Partnern einen ähnlichen Schritt zu machen.

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