de.wedoany.com-Bericht: Das Nationale Institut für Agrarforschung (INIA) Uruguays führt mehrere Studien zur Fleischqualität durch, um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes auf dem internationalen Rindfleischmarkt zu stärken. Uruguayisches Rindfleisch wird derzeit in über 100 internationale Märkte exportiert, eine Position, die auf einer langen Tradition der Viehzucht und kontinuierlichen Forschungsinvestitionen beruht.

Santiago Luzardo, Forscher im Bereich extensive Viehhaltung und landwirtschaftliche Produkte am INIA, erklärte, dass Fleischqualität ein schwer zu definierendes Konzept sei, da sie von den Vorerfahrungen, kulturellen und sozialen Faktoren sowie der individuellen Wahrnehmungsfähigkeit der Verbraucher beeinflusst werde. Obwohl die Vorlieben je nach Zielmarkt und Verbraucher variieren, gibt es universelle Eigenschaften wie Farbe, Fettaussehen und sensorische Merkmale bei der Fleischauswahl. Seit Mitte der 1990er Jahre generiert das INIA kontinuierlich Informationen und Technologien, um die Wettbewerbsfähigkeit der Fleischwertschöpfungskette zu steigern und auf Verbraucherbedürfnisse einzugehen.
Das Institut leitet mehrere Projekte zur Reifung verschiedener Fleischarten in Kombination mit Gefrierprozessen, mit besonderem Fokus auf die Haltbarkeit von Exportprodukten. Darüber hinaus wird die Ablagerung von intramuskulärem Fett, auch Marmorierung genannt, erforscht – eine Eigenschaft, die auf bestimmten Märkten sehr geschätzt wird. Das Institut arbeitet von den Phasen der Aufzucht, Mast und Endmast aus, kombiniert Genetik mit verschiedenen Ernährungsstrategien, um Fleisch mit höherem intramuskulärem Fettgehalt zu produzieren.
Die Zartheit ist eine der Eigenschaften, die durch instrumentelle Messung (Scherkraft) bewertet wird und in den meisten Forschungsprojekten des INIA zur Fleischqualität untersucht wird. Luzardo erläuterte, dass die Erforschung der inneren Eigenschaften von Fleisch aus ernährungsphysiologischer und sensorischer Sicht wissenschaftliche Informationen liefere, die zur Positionierung des uruguayischen Fleisches auf dem internationalen Markt beitragen.
Derzeit steigen neben der sensorischen Qualität auch neue Anforderungen in Bezug auf Nachhaltigkeit, Tierwohl, Treibhausgasemissionen, Sicherheit und Rückverfolgbarkeit. Elly Navajas, Leiterin der Abteilung für extensive Viehhaltung am INIA, erklärte, dass das Institut Projekte zu Treibhausgasemissionen, CO2-Fußabdruck, Ökosystemdienstleistungen und Umweltindikatoren vorantreibe, mit dem Ziel, Emissionen zu reduzieren, ohne die Produktion zu beeinträchtigen. Diese Arbeiten umfassen den Einsatz von Zusatzstoffen, die Untersuchung der Wirkung von Weidesorten wie Lotus sowie einen integrierten Ansatz für Produktionssysteme. Das INIA konzentrierte sich traditionell auf Produktionsprozesse „innerhalb des Zauns", und die Tiergesundheitsplattform entwickelt derzeit Forschungsrichtungen zu Sicherheit und zur Reduzierung des Chemikalieneinsatzes in der Hygiene, um im Sinne des „One Health"-Konzepts sowohl der Umwelt als auch der menschlichen Gesundheit zu nutzen.
Das Institut ist derzeit auch an der experimentellen Validierung von „Rückverfolgbarkeit 2.0" beteiligt und stellt technische und wissenschaftliche Kapazitäten für die Aktualisierung des nationalen Systems bereit. Luzardo wies darauf hin, dass in Zukunft in bestimmten Wissensbereichen vertiefte Forschung erforderlich sei, darunter die Erforschung der Aromabildung von Fleisch, Strategien zur Verlängerung der Haltbarkeit von Frischfleisch, Techniken zur Verbesserung der Zartheit sowie Studien zu den Verbraucherpräferenzen in den wichtigsten Exportmärkten. Vor dem Hintergrund zunehmend strenger internationaler Anforderungen wird die wissenschaftliche Forschung zu einer tragenden Säule für die Untermauerung von Eigenschaften wie Qualität, Rückverfolgbarkeit und Nachhaltigkeit.
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