de.wedoany.com-Bericht: Marcelo Henríquez, Vizepräsident für Bergbau und Metalle bei Ausenco Chile, erklärte im Interview mit BNamericas, dass durch präzise Kostenbewertungen und innovative Projektgestaltung Kostenüberschreitungen bei Bergbauprojekten vermieden und die Nachhaltigkeit des Geschäfts verbessert werden könne. Er betonte, dass die neue chilenische Regierung versprochen habe, regulatorische Hürden abzubauen, was den Bergbauinvestitionen neue Planungssicherheit verleihe.

Im Gespräch über die Kontrolle von Kostenüberschreitungen sagte Henríquez, dass das technische Team von Ausenco bestrebt sei, die Bewertung von Kosten, Risiken, Zeitplänen und Projektumsetzungsstrategien näher an die Realität anzupassen. Am Beispiel des Constancia-Projekts in Peru führte er aus, dass die geschätzten Investitionskosten vor der Investitionsphase bei etwa 1,5 Milliarden US-Dollar lagen, die tatsächlichen Kosten schließlich 1,7 Milliarden US-Dollar betrugen – eine Abweichung von rund 10 %, weit unter dem Branchendurchschnitt. Das Projekt umfasste zudem den Bau einer Verarbeitungsanlage in extrem großer Höhe, was die Infrastruktur äußerst komplex machte. Darüber hinaus habe Ausenco beim Mantoverde-Projekt in Chile durch innovatives Design die Kapitalintensität gesenkt, sodass Capstone Copper die Finanzierung erhielt und das Projekt erfolgreich umsetzen konnte – es gilt in der Branche als herausragendes Geschäftsbeispiel.
Henríquez ist der Ansicht, dass die Wirtschaftspolitik der neuen chilenischen Regierung dazu beitragen werde, ein Umfeld der Planungssicherheit zu schaffen und die Entwicklung neuer Bergbauprojekte voranzutreiben. Finanzminister Jorge Quiroz erklärte, man arbeite daran, den rechtlichen Rahmen des DL 600 zu verlängern, um die Steuerkonstanz für internationale Investitionen weiterhin zu gewährleisten und diese Vergünstigung auch auf inländische Investitionen auszuweiten. Im März dieses Jahres wurden Projekte mit einem Investitionsvolumen von über 20 Milliarden US-Dollar in den Umweltverträglichkeitsprüfungsdienst (SEIA) eingebracht – ein Rekord seit den 1990er Jahren.
Zur Nachhaltigkeit des Bergbaubetriebs sagte Henríquez, dass bereits in der Entwurfsphase Lösungen zur Ressourcenoptimierung und Reduzierung der Umweltauswirkungen integriert werden müssten. Die Senkung des Wasser- und Energieverbrauchs sowie des Arbeitskräftebedarfs seien entscheidend für die Projektentwicklung. Er betonte, dass die Zusammenarbeit zwischen Wettbewerbern – etwa die gemeinsame Nutzung von Häfen, Meerwasserentsalzungsanlagen oder Stromübertragungsinfrastruktur – die Kapitalkosten senken, die Umweltbelastung verringern und Geschäftsmodelle tragfähiger machen könne.
Angesichts der globalen geopolitischen Spannungen und der Herausforderungen für die Kupferindustrie wies Henríquez darauf hin, dass trotz bestehender Unsicherheiten die langfristige Nachfrage nach Kupfer, Lithium und Kobalt weiterhin stark sei. Er ist der Ansicht, dass die Sanierung und Wiederverwendung stillgelegter mineralverarbeitender Infrastruktur – wie Laugungs-Solventextraktions-Elektrogewinnungsanlagen (SX-EW) – Investitionsrisiken senken sowie Zeitpläne und Genehmigungsverfahren verkürzen könne. Die chilenische Kupferkommission (Cochilco) habe in ihrer jüngsten Prognose auch die Erwartungen an die Produktion von raffiniertem Kupfer aus hydrometallurgischen Anlagen nach oben korrigiert und gehe von einem leicht steigenden Beitrag aus.
Henríquez erwähnte zudem, dass die Aufrechterhaltung und Steigerung der chilenischen Kupferproduktion vor Herausforderungen stehe – aufgrund sinkender Erzgehalte, komplexer Betriebsabläufe und der Tatsache, dass keine neuen Lagerstätten in der Größenordnung von Escondida, Collahuasi, Los Pelambres, El Teniente oder Chuquicamata entdeckt worden seien. Cochilco hatte ursprünglich eine Jahresproduktion von über 6 Millionen Tonnen für 2022 prognostiziert, schätzt nun jedoch, dass dieses Ziel erst 2033 erreicht werden könne.
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