Cisco veröffentlicht Cloud Control-Plattform: KI-Agenten übernehmen Betrieb kritischer IT-Infrastruktur
2026-06-03 14:20
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de.wedoany.com-Bericht: Am 2. Juni hat Cisco auf der Cisco Live US 2026 die einheitliche Plattform Cisco Cloud Control vorgestellt, die für die Verwaltung, Überwachung und den Schutz kritischer IT-Infrastruktur konzipiert ist. Die Plattform bündelt Netzwerk-, Sicherheits-, Rechen-, Beobachtbarkeits- und Kollaborationsfunktionen in einer einzigen Betriebsumgebung, sodass menschliche Betriebsteams und KI-Agenten auf einer einheitlichen Datenebene Aufgaben wie Infrastrukturbetrieb, Risikoerkennung und Systemreaktion bearbeiten können.

Der Kern von Cisco Cloud Control ist eine einheitliche Verwaltungsebene für kritische Infrastrukturen. Unternehmen erhalten über einen einzigen Login eine domänenübergreifende Ansicht, können bestehende Cisco-Plattformen mit Drittanbieter-Tools verbinden und über natürliche Sprache Anwendungen und Agenten erstellen. Cisco gab bekannt, dass die Plattform mit Ökosystem-Tools wie AWS, Linear, Microsoft, PagerDuty, ServiceNow, Slack und Google Cloud verbunden werden kann; zum Google Cloud-Ökosystem gehört auch Wiz. Für große Unternehmen bedeutet dies, dass Netzwerkbetrieb, Sicherheitsvorfälle, Anwendungsleistung, Kollaborationssysteme und Infrastrukturstatus nicht länger über mehrere separate Konsolen verteilt sind, sondern in eine gemeinsame Kontextumgebung eingehen, in der menschliche Teams und KI-Agenten auf Basis derselben Informationen Entscheidungen treffen, Aktionen ausführen und die manuelle Kontrolle behalten können.

Die Veröffentlichung umfasst auch mehrere Aktualisierungen der Sicherheitsfunktionen. Cisco erklärte, dass mit der Verkürzung des Zeitfensters von Schwachstelle zu Ausnutzung durch KI von Wochen auf Minuten Unternehmen Schutz auf Maschinengeschwindigkeit benötigen. Die Live Protect-Funktion wird auf weitere Cisco-Produkte ausgeweitet, sodass der Schutz vor neuen Schwachstellen zur Laufzeit ohne Neustart, Upgrade oder Ausfallzeit erfolgen kann. Die neuen Funktionen von Cisco IQ zielen auf den langfristigen Aufbau von Resilienz ab, darunter Resilient Infrastructure Services und Quantum Ready Assessments. Letztere dienen der Identifizierung von Assets, die am stärksten dem Risiko von „Jetzt sammeln, später entschlüsseln" ausgesetzt sind, und bieten Unternehmen einen Ausgangspunkt für die Migration zur Quantensicherheit.

Hinter dieser Art von Plattform-Upgrades steht die zunehmende Komplexität der IT-Betriebsobjekte in Unternehmen. Mit der Überlagerung von KI-Anwendungen, Hybrid-Cloud, verteilter Arbeit, Edge-Knoten, Rechenzentrumsnetzwerken und Sicherheitssystemen wird es für Infrastrukturteams immer schwieriger, sich bei der Reaktion auf Einzelpunkt-Tools zu verlassen. Traditionelle Betriebsmodelle drehen sich in der Regel um Überwachungswarnungen, manuelle Fehlersuche und Ticket-Workflows. Angesichts sich häufig ändernder KI-Workloads und kürzerer Angriffsfenster kann die Reaktionskette leicht in die Länge gezogen werden. Cisco bezeichnet Cloud Control als Grundlage des AgenticOps-Betriebsmodells, was darauf hindeutet, dass das Ziel nicht nur die Einführung einer Verwaltungsoberfläche ist, sondern die Integration von KI-Agenten in kritische Infrastrukturbetriebsprozesse, sodass Agenten in einem einheitlichen Berechtigungs-, Kontext- und Aktionssystem einen Teil der Analyse-, Empfehlungs- und Ausführungsaufgaben übernehmen. Für die Märkte für Kommunikationsnetze, Rechenzentren und Unternehmenssicherheit wird dies den Wettbewerbsschwerpunkt von Hardware-Leistung und einzelnen Sicherheitsfunktionen weiter in Richtung domänenübergreifende Datenintegration, automatisierte Reaktion, menschliche Kontrollierbarkeit und Ökosystem-Konnektivität verschieben.

Ob die Plattform in die Kernsysteme von Unternehmen Einzug hält, hängt weiterhin vom Grad der Steuerbarkeit ab. Große Organisationen legen bei der Einführung von KI-Agenten für den Betrieb besonderes Augenmerk auf Berechtigungsgrenzen, Betriebsprüfungen, Fehler-Rollbacks, Datenisolierung, Anbindung von Drittanbieter-Tools und Compliance-Anforderungen. Ciscos Betonung von „humans in control" spiegelt wider, dass Agenten in kritischen IT-Infrastrukturszenarien nicht ohne menschliche Aufsicht unabhängig handeln können. Da Unternehmen mehr Geschäftsabläufe in der Cloud, am Edge und in Multi-Vendor-Netzwerken betreiben, werden Plattformen, die Netzwerk, Sicherheit, Beobachtbarkeit und Kollaborationssysteme in einem einheitlichen Kontext verwalten können, zu einem wichtigen Einstiegspunkt für den Infrastrukturbetrieb im KI-Zeitalter.

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