NEURA und RWTH Aachen errichten 3.000 Quadratmeter großes Robotertrainingszentrum, Eröffnung Ende 2026
2026-07-23 12:00
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de.wedoany.com-Bericht: Das deutsche Robotikunternehmen NEURA hat in Zusammenarbeit mit der RWTH Aachen University den Bau eines rund 3.000 Quadratmeter großen Robotertrainingszentrums im Hochtechnologiepark Melaten angekündigt, das Ende 2026 eröffnet werden soll. Das Zentrum trägt den Namen NEURA Gym RWTH Aachen, an dem rund 20 Institute der RWTH Aachen beteiligt sein werden.

NEURA baut ein Fitnessstudio, um Roboter an die reale Welt anzupassen

Dies ist ein Knotenpunkt im umfassenderen Bauplan von NEURA. Derzeit befinden sich zehn ähnliche Fitnessstudios in der Entwicklung, bis Ende 2026 sollen fünf in Europa, den USA und China in Betrieb genommen werden. Ein weiteres deutsches Flaggschiffprojekt, das TUM RoboGym, wird später in diesem Jahr am Flughafen München eröffnet, in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München, mit einem Investitionsvolumen von 17 Millionen Euro.

NEURA ist der Ansicht, dass der Hauptgrund für das unbeholfene Verhalten von Robotern in realen Umgebungen in unzureichenden Trainingsdaten liegt. Große Sprachmodelle können aus riesigen Mengen an Online-Texten lernen, aber die realen Daten, die Roboter erfassen können, sind äußerst begrenzt. Simulationstraining ist zwar effektiv, kann jedoch die komplexe Umgebung einer realen Fabrikhalle nicht vollständig nachbilden. Die Lösung von NEURA besteht darin, Roboter in realen Szenarien wiederholte Bewegungen aufzeichnen zu lassen, physische Praxis mit hochgetreuer Simulation zu kombinieren und die Trainingsdaten über die Cloud-Plattform Neuraverse zu teilen. David Reger, Gründer und CEO von NEURA, erklärte, dass der größte Engpass der physischen KI (Physical AI) nicht mehr die Intelligenz, sondern die Erfahrung sei.

Die Standortwahl für die RWTH Aachen ist strategisch bedingt. NEURA ist der Ansicht, dass die beiden deutschen Universitäts-Flaggschiffprojekte Deutschland zur Säule der europäischen physischen KI-Infrastruktur machen werden. Ulrich Rüdiger, Rektor der RWTH Aachen, definiert diese Zusammenarbeit als entscheidend, um die führende Position Deutschlands im globalen KI-Wettbewerb zu sichern. Das Unternehmen positioniert sich als Aufbau physischer KI „aus Europa“ und sendet damit in einem geopolitischen Spannungsfeld ein Souveränitätssignal. Die C-Runde mit einem Volumen von 1,4 Milliarden US-Dollar wurde im Juni abgeschlossen und zog Beteiligungen von NVIDIA, Qualcomm, Amazon und Bosch an.

Derzeit befindet sich dieses Vorhaben hauptsächlich in der Planungsphase. Die meisten Fitnessstudios sind noch nicht gebaut, das Flaggschiffprojekt wird frühestens Ende dieses Jahres eröffnet. Das Modell benötigt zudem Industriepartner, die Erfahrungen vor Ort einbringen, obwohl NEURA betont, dass jeder Partner die Kontrolle über seine eigenen Daten behält. Ein tiefergehendes Problem besteht darin, dass humanoide Roboter derzeit noch in der Demonstrationsphase der physischen KI stecken und der Abstand zwischen wiederholtem Training im Fitnessstudio und zuverlässiger Arbeit in der Produktionslinie noch groß ist.

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