de.wedoany.com-Bericht: Der R.I.S.E (Robotic Installation System for Elevators) von Schindler wurde bereits auf 36 Baustellen weltweit eingesetzt und hat rund 50.000 Ankerbolzen installiert – kritische Strukturkomponenten im Aufzugsschacht. Die Projekte erstrecken sich über Länder wie Österreich, Polen, Indien, Großbritannien, Brasilien, China und Singapur, und das Interesse an der robotergestützten Aufzuginstallation wächst weiter.

Faruk Osmanbasic, Leiter der fortschrittlichen Installationstechnologie bei Schindler, erklärt, dass die weltweit steigende Nachfrage auf die zunehmend knappen Bauzeitpläne und die wachsende Bedeutung sichererer und verbesserter Arbeitsbedingungen auf der Baustelle zurückzuführen sei. Aufzuginstallationsarbeiten finden auf engstem Raum statt, und Arbeiter können über längere Zeiträume Lärm und Staub durch Bohrarbeiten ausgesetzt sein. Auftragnehmer erkennen zunehmend die vielfältigen Vorteile dieser Roboter.
Das Schlüsselelement jedes Aufzugssystems sind die Führungsschienen – lange, präzise ausgerichtete Stahlschienen, die einen reibungslosen vertikalen Betrieb gewährleisten. Diese Schienen werden über Halterungen an der Schachtwand befestigt, wobei jede Halterung mit mehreren Ankerbolzen fixiert wird. Der Schindler R.I.S.E bereitet die Schachtwand vor, indem er Positionen vermisst, bohrt und Ankerbolzen für die Führungsschienen und Aufzugstüren installiert. Ein Hochhaus-Aufzugsschacht benötigt etwa 1.000 Ankerbolzen; in Superhochhäusern oder Erdbebengebieten steigt diese Zahl schnell an. In einem kürzlichen Projekt benötigte eine Aufzuggruppe an einem einzigen Standort über 4.900 Ankerbolzen.
Der Roboter und alle erforderlichen Zubehörteile werden in zwei Holzkisten verpackt und sind nach der Ankunft auf der Baustelle sofort einsatzbereit. Die Einheit wird auf einem Transportwagen montiert, an der Schachtöffnung positioniert, über ein eigenes Windensystem aufgehängt und durch integrierte Sicherheitsmechanismen gesichert. Der Roboter kann sich im Schacht auf und ab bewegen und arbeitet autonom auf der Grundlage eines vorab hochgeladenen digitalen Arbeitsplans. An der gewünschten Position angekommen, stützt sich das System sicher im Schacht ab, beginnt mit der Scannung der Betonoberfläche, um Bewehrungsstäbe zu vermeiden, bohrt mit hoher Präzision und installiert die Ankerbolzen in vorgegebenen Höhen und Positionen. Jeder Schritt folgt einem detaillierten digitalen Layout, das speziell für das jeweilige Gebäude vorbereitet wurde. Der Bediener überwacht den gesamten Prozess über ein Tablet-Interface und erhält Echtzeit-Kamerabilder sowie Leistungsdaten, um den Fortschritt zu verfolgen.
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