de.wedoany.com-Bericht: Die Mobilfunkbranche durchlebt derzeit die schwerste Marktschrumpfungsphase der letzten Jahre. Die Knappheit an Speicher-Chips und steigende Kosten setzen die Branche unter doppelten Druck. Laut Daten von Counterpoint Research gingen die weltweiten Smartphone-Auslieferungen im ersten Quartal im Jahresvergleich um 3,1 % zurück. Das Analysehaus bezeichnet den aktuellen Markt als „die tiefste Schrumpfungsphase seit Beginn der Aufzeichnungen“. Counterpoint Research hat seine Prognose für die jährlichen Auslieferungen von zuvor minus 12,4 % auf minus 13,9 % nach unten korrigiert und erwartet nun rund 1,08 Milliarden ausgelieferte Geräte.

Die Analysefirma weist darauf hin, dass sich die Speicherversorgungskrise zuletzt drastisch verschärft habe und der Ausbruch des Iran-Konflikts ein weiterer Hauptauslöser für die beschleunigte Marktabkühlung sei. Der akuteste Engpass sei die Knappheit an Gerätespeicherchips – die Kapazitäten der Halbleiterindustrie seien fast vollständig auf die Produktion von HBM (High Bandwidth Memory) und Server-DRAM (Dynamic Random Access Memory) für globale Rechenzentren umgestellt worden.
Die Speicherchip-Knappheit trifft vor allem Hersteller von Mittel- und Einstiegsgeräten besonders hart. Yang Wang, Analyst bei Counterpoint Research, erklärte, dass OEMs im unteren und mittleren Preissegment vor einem Dilemma stünden: Die Kostensteigerungen überstiegen ihre Tragfähigkeit, während die Kaufkraft der Verbraucher nicht steige. Er fügte hinzu, dass sich die Diskussion im Smartphone-Markt von der Frage „Wie steigere ich Auslieferungen oder Marktanteile?“ hin zu „Soll ich überhaupt noch in diesem Markt bleiben?“ verlagert habe.
Andere Analysehäuser vertreten ähnliche Ansichten. Die International Data Corporation (IDC) verzeichnete einen Rückgang der Auslieferungen im ersten Quartal um 2,9 % und stellte fest, dass die stark gestiegenen Speicherpreise die Komponentenkosten in die Höhe trieben und zu Preiserhöhungen zwangen. Nabila Popal, Senior Research Director für Consumer Devices bei IDC, erklärte, dass in Schwellenmärkten die Preise für einige Produkte um bis zu 40 % bis 50 % gestiegen seien, was die Nachfrage in preissensiblen Regionen stark dämpfe. OEMs griffen zu strengeren Kostenkontrollen, reduzierten Marketing- und Vertriebsunterstützung und setzten verstärkt auf Downgrade-Strategien – doch diese Maßnahmen begrenzten ebenfalls das Marktwachstum. Sie ergänzte, dass die steigenden Kosten für Komponenten, Energie und Logistik im restlichen Jahr 2026 die Abwärtsrisiken weiter verschärfen und die globale Nachfrage dämpfen würden.
Omdia (eine Schwesterfirma von Light Reading) analysierte, dass die „Vorratskäufe“ der Smartphone-Marken im ersten Quartal zu einem „Lagerüberhang“ geführt hätten. Da die Nachfrage wieder ein normales Niveau erreiche, würden diese Bestände die folgenden Quartale belasten. Omdia prognostiziert für das zweite Halbjahr eine „deutlichere Korrektur“ des Marktes und geht davon aus, dass die Komponentenknappheit die Branche mindestens in den nächsten zwei Jahren weiter beeinträchtigen wird.
Der weltweit größte Gerätemarkt – China – ist in diesem Jahr erstmals wieder in eine positive Wachstumszone eingetreten. Dieser Anstieg ist jedoch hauptsächlich auf den niedrigen Vorjahresvergleichswert und die Markteinführung neuer Flaggschiff-Modelle nach dem Ausverkauf der Lagerbestände großer Marken zurückzuführen. Laut Daten der China Academy of Information and Communications Technology (CAICT) stiegen die Smartphone-Auslieferungen in China im April im Jahresvergleich um 2,8 % auf 25,7 Millionen Einheiten. Die Auslieferungen von 5G-Geräten stiegen um 24 % und machten 96,1 % der gesamten monatlichen Auslieferungen aus.
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