de.wedoany.com-Bericht: Die Society of Cardiovascular Computed Tomography (SCCT) und die Society for Cardiovascular Angiography and Interventions (SCAI) haben gemeinsam ein neues Expertenkonsensdokument veröffentlicht, das evidenzbasierte Leitlinien für die Erfassung, Interpretation und Berichterstattung der aus der Koronar-CT-Angiographie (CCTA) abgeleiteten fraktionellen Flussreserve (FFR-CT) bereitstellt. Das Dokument wurde vom American College of Cardiology (ACC) anerkannt. FFR-CT wurde erstmals 2014 von der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) zugelassen und 2021 in die Leitlinien für Brustschmerzen aufgenommen, womit es der erste Algorithmus der künstlichen Intelligenz war, der in die klinischen Leitlinien für das Herz aufgenommen wurde. Da die FFR-CT-Technologie mehrerer Hersteller von der FDA zugelassen wurde, ist die Standardisierung ihrer Anwendung zu einer Priorität geworden. Die Stellungnahme betont die Rolle der FFR-CT bei der Verbesserung der diagnostischen Genauigkeit, der Steuerung des klinischen Managements und der Reduzierung unnötiger invasiver Kathetereingriffe.
Jonathan Weir-McCall, klinischer Senior-Dozent und Kardiologe am King's College London sowie Mitvorsitzender des Dokuments, erklärte, dass die vorhandene Literatur ausgereift genug sei, um der breiteren Gemeinschaft auf der Grundlage von Evidenz Leitlinien an die Hand zu geben. Er wies darauf hin, dass FFR-CT in kommunalen Krankenhäusern immer häufiger eingesetzt werde und ein Punkt erreicht sei, an dem eine Standardisierung der Praxis erforderlich sei. Die Anwendung dieser Technologie in der interventionellen Kardiologie nehme ebenfalls rapide zu, um genauer beurteilen zu können, ob ein Patient in den Katheterlaborraum müsse, und um bei Bedarf eine Vorplanung zu ermöglichen. Die Beteiligung der interventionellen kardiologischen Fachgesellschaft SCAI an der Erstellung des Dokuments unterstreiche diese Tatsache.
Weir-McCall und der Mitvorsitzende Ronak Rajani gaben an, dass die Stellungnahme fast fünf Jahre lang geplant worden sei. Der Schwerpunkt liege auf der Erzielung einer optimalen Bildqualität, da eine schlechte Bildqualität zu ungenauen FFR-CT-Bewertungen führe. Das Dokument betont, dass eine hochwertige CCTA-Bildgebung für eine genaue FFR-CT-Berechnung unerlässlich sei. Die Verwendung von Nitroglycerin und die Kontrolle der Herzfrequenz könnten die diagnostische Genauigkeit verbessern, während Bewegungsartefakte und Verkalkungen die Zuverlässigkeit der FFR-CT beeinträchtigen könnten.

Das Dokument stellt fest, dass der größte Nutzen der FFR-CT bei Patienten mit stabilen Brustschmerzen und bei der Beurteilung mittelgradiger Stenosen zur Steuerung von Revaskularisationsentscheidungen liegt. Der FFR-CT-Wert sollte in den CCTA-Bericht integriert werden, wobei der stenosespezifische Wert 2 cm distal der Läsion gemessen wird. Rajani erklärte, dass die Evidenzbasis für 2 cm distal der Läsion hinsichtlich klinischer Ergebnisse und Langzeitprognose am zuverlässigsten sei. Das Dokument enthält auch Kapitel über die Funktionsweise der Technologie, klinische Anwendungen bei stabilen Brustschmerzen, Mehrgefäßerkrankungen, Stents, akuten Brustschmerzen und besonderen Situationen (wie präoperativer Beurteilung vor TAVR und Koronaranomalien) sowie über den prognostischen Wert und zukünftige Richtungen.
Derzeit haben mehrere Unternehmen FFR-CT kommerzialisiert. In den USA haben Heartflow und Keya Medical Technology die Marktzulassung der FDA erhalten. Heartflow hat auch behördliche Zulassungen in Europa, Großbritannien, Japan, Kanada und Indien erhalten, Keya in Europa, Großbritannien, China und Indien. In China gibt es zudem drei inländische Anbieter: Shukun Technology, Ruishi Medical und Mailiu Technology. Die Konsensstellungnahme „Fraktionelle Flussreserve in der Koronar-CT-Angiographie“ wurde im Journal of Cardiovascular Computed Tomography (JCCT) veröffentlicht.
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