de.wedoany.com-Bericht: Der indonesische Umweltminister und Leiter der Umweltkontrollbehörde (KLH/BPLH), Moh Jumhur Hidayat, hat eine gemischte Küstenschutzstrategie gefordert, um den zunehmenden Küstenerosionen, Sturmfluten und Bodenabsenkungen an der Nordküste Javas zu begegnen. Diese Strategie kombiniert den Bau großer Infrastruktur mit der Wiederherstellung von Ökosystemen.
Jumhur erklärte am 2. Juni in einem öffentlichen Vortrag an der Sultan-Agung-Islamischen Universität (Unissula) in Semarang, dass der nördliche Küstenkorridor Zentraljavas, allgemein bekannt als Pantura, unter wachsendem Umweltdruck stehe, der Wohngebiete, Industriezonen, Häfen, Landwirtschaft und Fischerei bedrohe, die die lokale Wirtschaft stützen. Der Vortrag trug den Titel „Der Riesen-Seedeich als strategische Lösung für Küstenerosion und Sturmfluten an der Nordküste Zentraljavas“ und konzentrierte sich auf die großen Herausforderungen dieser wichtigen Küstenwirtschaftsregion Indonesiens.
Der Minister erläuterte, dass die Hauptursache für die wiederkehrenden Sturmfluten nicht nur der Anstieg des Meeresspiegels sei, sondern dass mehrere Küstenstädte eine schnelle Bodenabsenkung erlebten. Er präzisierte, dass der Meeresspiegel jährlich um etwa 2,1 Millimeter steige, während die Bodenabsenkungsrate in der Region Semarang-Demak jährlich zwischen 0,010 und 0,150 Meter betrage. In einigen Gebieten sinke die Oberfläche jedes Jahr um bis zu 10 bis 15 Zentimeter, was eine weitaus größere Bedrohung darstelle als der reine Meeresspiegelanstieg und dringende Eingriffe erfordere.
Während Jumhur den strategischen Wert des Riesen-Seedeich-Projekts zum Schutz wirtschaftlicher Aktivitäten und Küstensiedlungen anerkannte, betonte er auch, dass große Ingenieurbauwerke nicht als einzige Lösung betrachtet werden sollten. Er warnte, dass die anhaltende übermäßige Grundwasserentnahme, die unzureichende Umsetzung der Raumplanung und die Verschlechterung der Küstenökosysteme die Wirksamkeit der Infrastruktur im Laufe der Zeit untergraben könnten.
Angesichts dieser Herausforderungen fördert das Umweltministerium eine gemischte Küstenschutzmethode. Diese kombiniert physische Anlagen wie Seedeiche, Pumpen und Polder mit ökosystembasierten Maßnahmen wie der Wiederherstellung von Mangroven, dem Schutz von Flussmündungen, dem Grundwassermanagement und einer strengeren Landnutzungsplanung. Jumhur verglich Mangroven mit natürlichen Festungen und sagte, sie könnten die Wellenhöhe auf 100 Meter Entfernung um 13 bis 66 Prozent reduzieren, gleichzeitig Fischlebensräume wiederherstellen und die Lebensgrundlagen der Küstengemeinden unterstützen.
Der Minister betonte, dass Umweltschutzmaßnahmen bei allen zukünftigen Küstenschutzprojekten im Mittelpunkt stehen müssten. Die Entwicklung eines jeden Riesen-Seedeichs müsse strengen strategischen Umweltprüfungen (SEA/KLHS) und Umweltverträglichkeitsprüfungen (EIA/AMDAL) unterzogen werden. Offiziellen Angaben zufolge müsse der Prüfprozess auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren, Transparenz bei der Beteiligung der Öffentlichkeit gewährleisten und die Interessen von Fischern, Aquakulturbetreibern, Frauen in Küstengemeinden und anderen schutzbedürftigen Gruppen schützen. Die Position des Umweltministeriums sei, dass der Riesen-Seedeich als Teil der Lösung zum Schutz der Pantura dienen könne, aber nicht die einzige Lösung sein dürfe. Es müsse ein gemischter Ansatz verfolgt werden, der physische Infrastruktur mit Grundwasserkontrolle, Mangrovenwiederherstellung, Raumplanung, strengen Umweltprüfungen und dem Schutz der Küstengemeinden verbinde.
Das Ministerium ist der Ansicht, dass die Kombination von technischer Infrastruktur mit naturbasierten Lösungen nicht nur die Widerstandsfähigkeit gegen Küstengefahren erhöhe, sondern auch dazu beitrage, die wirtschaftlichen Aktivitäten und das Leben der Menschen zu erhalten, die auf gesunde und produktive Küstenökosysteme angewiesen seien. Da Indonesien weiterhin mit den Auswirkungen des Klimawandels, der Küstenerosion und der Bodenabsenkung konfrontiert sei, so die offizielle Aussage, sei ein wissenschaftlich fundiertes integriertes Küstenmanagement für die ökologische Nachhaltigkeit und die langfristige wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit der Nordküste Javas von entscheidender Bedeutung.
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