de.wedoany.com-Bericht: Die indische Hindustan Petroleum Corporation Limited (HPCL) und Tata Motors haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, um ein strukturiertes, skalierbares Modell zur Sammlung, Rückverfolgung und Wiederverwertung von Altöl aus Fahrzeugen zu pilotieren. Ziel ist es, die Umweltprobleme durch unsachgemäße Entsorgung von Altöl zu bewältigen.

Vor dem Hintergrund der beschleunigten Transformation Indiens hin zu einer Kreislaufwirtschaft bleibt die Entsorgung von Altöl aus Fahrzeugen eine bedeutende ökologische Herausforderung. Altöl wird als gefährlicher Abfall eingestuft und häufig durch Verbrennung, illegale Entsorgung oder über informelle Kanäle beseitigt. Schätzungen zufolge gelangen nur 15 bis 20 Prozent des Altöls zu autorisierten Recyclern, der Großteil verbleibt außerhalb des formellen Ökosystems.
Das Pilotprojekt zielt darauf ab, eine geordnete Wertschöpfungskette zu schaffen, die Altöl in hochwertiges, wiederaufbereitetes Basisöl umwandelt. Bereits ein Liter Altöl kann eine Million Liter Süßwasser verschmutzen – das entspricht dem Jahresbedarf von 50 Menschen. Während der Nutzung reichern sich im Altöl giftige Stoffe wie Schwermetalle (Blei, Zink, Cadmium), Benzol und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) an. Aus Ressourcensicht werden für die Herstellung eines Liters primärem Basisöl etwa 100 Liter Rohöl benötigt, während aus 100 Litern Altöl 70 bis 80 Liter wiederaufbereitetes Basisöl gewonnen werden können; der Rest lässt sich ebenfalls stofflich verwerten.
Ch Srinivas, Geschäftsführer für Schmierstoffe bei HPCL, erklärte, dass die Partnerschaft auf die Schaffung eines Kreislauf-Ökosystems für Altöl abziele. Das Arbeitsmodell umfasst die ordnungsgemäße Trennung an der Entstehungsstelle, die Sammlung durch beim Central Pollution Control Board (CPCB) registrierte Sammelagenten, die Sicherstellung der Rückverfolgbarkeit in jedem Schritt sowie die Verarbeitung zu wiederaufbereitetem Basisöl gemäß der Norm IS18722. Das Servicenetz von Tata Motors dient dabei als organisierter Sammelanker, um sicherzustellen, dass Altöl an registrierte Wiederaufbereiter verkauft und über ein Rückverfolgungssystem überwacht wird.
Technisch vollzieht die Branche einen Wandel von der Säure-Bleicherde-Behandlung (die vom CPCB verboten wurde) hin zu fortschrittlichen Verfahren wie Dünnschichtverdampfer-Vakuumdestillation, Hydrierung und moderner Lösungsmittelextraktion. Bei ordnungsgemäßer Verarbeitung ist wiederaufbereitetes Basisöl (RRBO) von primärem Basisöl nicht zu unterscheiden und erfüllt die Spezifikationen von IS:18722 Teil 1. Derzeit ist die wirtschaftliche Rentabilität von RRBO in Indien begrenzt, hauptsächlich aufgrund von Rohstoffknappheit und hohen Beschaffungskosten. Nach dem Aufbau einer Lieferkette könnte jedoch durch Kosteneffizienz eine Rentabilität erreicht werden.
Beide Seiten betonten, dass die Absichtserklärung darauf abziele, ein bundesweit ausbaufähiges, tragfähiges Ökosystem zu etablieren. Zu den wichtigsten operativen Herausforderungen zählen der informelle Sammelmarkt, die geringe Auslastung der Wiederaufbereiter (nur 15 bis 20 Prozent) aufgrund unterbrochener Sammelnetze sowie der technische Bedarf an Basisölen der Klasse II/III zur Erfüllung der BS6-Abgasnormen. Beide Parteien erwägen den Einsatz digitaler Rückverfolgungslösungen in der Altöl-Lieferkette.
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