Japanisches Bow-Wow und amerikanisch-kanadische Forscher erhalten den Tageslichtpreis 2026
2026-06-07 16:55
Merken

de.wedoany.com-Bericht: Der Tageslichtpreis 2026 wurde am Internationalen Tag des Lichts der UNESCO (16. Mai) bekannt gegeben. Der von der Daylight Academy (DLA) verliehene Preis würdigt die Erforschung des Tageslichts und dessen Auswirkungen auf Gesundheit, Wohlbefinden, Ökosysteme und architektonische Gestaltung. Die Auszeichnung wird in den Kategorien „Tageslicht in der Architektur“ und „Tageslichtforschung“ vergeben.

Die Jury erklärte, die Preisträger des Jahres 2026 hätten „aufgezeigt, dass Tageslicht eine gemeinsame Bedingung ist, die sowohl die Art und Weise prägt, wie wir unsere städtische Umwelt bewohnen, als auch das mikrobielle Leben erhält, das planetare Systeme stützt“. Der Preis für Tageslicht in der Architektur wurde an Momoyo Kaijima und Yoshiharu Tsukamoto, die Gründer des Tokioter Büros Bow-Wow, verliehen, die gemeinsam mit ihrem Partner Yoichi Tamai das Büro leiten. Ausgezeichnet wurde ihre langjährige Erforschung der Beziehung zwischen Architektur, Tageslicht, Klima und Alltagsleben mittels der Methode der „Architectural Behaviorology“. Seit der Gründung des Büros im Jahr 1992 untersuchen ihre Projekte stets, wie Architektur auf dichte städtische Bedingungen reagiert, wobei Tageslicht nicht nur als ästhetisches, sondern auch als räumliches, umweltbezogenes und soziales Element betrachtet wird. Die Projekte setzen nicht auf großflächige Verglasungen oder monumentale Volumen, sondern nutzen anpassungsfähige Strategien wie Innenhöfe, schmale Schlitze, reflektierende Oberflächen, gefilterte Öffnungen und standortgerechte Fensteranordnungen, um natürliches Licht einzubringen. Die Jury hob besonders die Aufmerksamkeit der beiden Architekten für lokale Gegebenheiten, bestehende Strukturen und Wohnmuster hervor und betonte ihren gestalterischen Ansatz, der in der Beziehung zwischen Architektur, Wetter und Alltagsleben verwurzelt ist.

Die Jury stellte fest, dass Kaijima und Tsukamoto in einer Reihe realisierter Projekte eine strategische Vielfalt demonstrieren, wobei jedes Projekt auf spezifische Umwelt- und Gesellschaftsbedingungen reagiert. Zu den preisgekrönten Projekten gehören das GAE-Haus in Tokio, das reflektiertes Licht durch ein Glasdach ins Innere leitet; das Nora-Haus in Sendai, das mehrgeschossige Wohnräume mit Licht- und Lüftungsschächten organisiert; und das Wohnprojekt Rue Rebière in Paris, bei dem Balkone unterschiedlicher Tiefe wechselnde Licht- und Schattenmuster an der Fassade erzeugen. Weitere ausgezeichnete Projekte umfassen die adaptive Wiederverwendung eines traditionellen Machiya in Kanazawa, die Integration von wiederverwendeten Bauteilen im Bird Theatre Studio in Tottori sowie das Environmental Energy Innovation Building in Tokio, dessen Photovoltaikpaneele gleichzeitig Strom erzeugen, Schatten spenden und Tageslicht filtern.

Der Forschungspreis für Tageslicht wurde an die Meeresbiologen Brittany N. Zepernick, Steven W. Wilhelm und R. Michael McKay aus den USA und Kanada verliehen, für ihre Forschung zum Zusammenhang zwischen Tageslicht, photosynthetischen Algen und Klimawandel. Das Team untersucht, wie Veränderungen der Lichtverhältnisse in aquatischen Umgebungen mikroskopische Algen beeinflussen, die durch Photosynthese Ökosysteme erhalten. Diese Algen produzieren Sauerstoff, stützen Nahrungsnetze, regulieren Nährstoffkreisläufe und tragen zur Kohlenstofffixierung bei. Die Forscher konzentrieren sich auf nordtemperate Seen und untersuchen, wie der durch den Klimawandel verringerte Eisbedeckung im Winter die Wasserdurchmischung und Sedimentaufwirbelung verstärkt, was die Trübung erhöht und das Eindringen von Tageslicht unter Wasser einschränkt. Ihre Erkenntnisse zeigen, wie Algengemeinschaften sich in kalten und zunehmend trüben Gewässern an veränderte Lichtspektren anpassen, und bieten Einblicke in die Widerstandsfähigkeit von Ökosystemen sowie die breiteren Umweltfolgen des Klimawandels.

In weiteren aktuellen Auszeichnungen im Bereich Architektur und Design haben die Mies-van-der-Rohe-Stiftung und die Europäische Kommission die Gewinner des EU-Preises für zeitgenössische Architektur – Mies-van-der-Rohe-Preis 2026 bekannt gegeben, der aus 410 nominierten Projekten ausgewählt wurde. Das Architects‘ Journal und die Architectural Review gaben kürzlich bekannt, dass die Architektin Barbara Buser mit dem Jane-Drew-Preis 2026 ausgezeichnet wird, für ihre Pionierarbeit im Bereich Recycling, Wiederverwendung und Kreislaufbau in der Schweiz. Anfang des Jahres gab das Royal Institute of British Architects (RIBA) bekannt, dass der irische Architekt, Pädagoge und Autor Níall McLaughlin die Royal Gold Medal 2026 erhalten wird.

Dieser Artikel wurde von Wedoany übersetzt und bearbeitet. Bei jeglicher Zitierung oder Nutzung durch künstliche Intelligenz (KI) ist die Quellenangabe „Wedoany“ zwingend vorgeschrieben. Sollten Urheberrechtsverletzungen oder andere Probleme vorliegen, bitten wir Sie, uns unverzüglich zu benachrichtigen. Wir werden den entsprechenden Inhalt umgehend anpassen oder löschen.

E-Mail: news@wedoany.com