Deutsches Gesundheitssparprogramm führt zu 50% Investitionskürzung bei Eli Lilly und Aussetzung von 9-Milliarden-Euro-Plan bei Boehringer Ingelheim
2026-06-08 10:59
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de.wedoany.com-Bericht: Deutschlands Gesundheitssparprogramm der Bundesregierung hat direkte Auswirkungen auf die Investitionen großer Pharmaunternehmen im Land. Sowohl Eli Lilly als auch Boehringer Ingelheim haben klar erklärt, ihre ursprünglich geplanten Investitionen in Deutschland zu reduzieren oder auszusetzen.

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Dave Ricks, CEO von Eli Lilly, bezeichnete die geplante Gesundheitsreform in einem Interview mit dem Handelsblatt als „ein schreckliches Signal“. Er wies darauf hin, dass „Deutschland bei der Unterstützung unserer Branche auf den letzten Platz in Europa fallen wird“. Infolgedessen wird Eli Lilly die noch nicht fertiggestellte Größe der ursprünglich geplanten neuen Produktionsanlage in Alzey, Rheinland-Pfalz, mit einem Investitionsvolumen von 2,5 Milliarden US-Dollar um 50% reduzieren. Derzeit ist die Hauptstruktur des Produktionsstandorts weitgehend fertiggestellt, die Innenausstattung läuft und 300 Mitarbeiter sind bereits eingestellt. Ursprünglich war die Einstellung von bis zu 1.000 Fachkräften geplant. Eli Lilly erklärte, dass nun zunächst nur die „Mindestgröße des Hightech-Produktionsstandorts Alzey“ fertiggestellt werde, die Inbetriebnahme der reduzierten Kapazität sei weiterhin für 2027 geplant.

Der ebenfalls in Rheinland-Pfalz ansässige Pharmakonzern Boehringer Ingelheim gab bekannt, die ursprünglich für den Zeitraum 2027 bis 2030 in Deutschland geplanten Ausgaben in Höhe von rund 9 Milliarden Euro zu stoppen. Laut einem Bericht des Handelsblatts führt das Unternehmen dies auf die schwierigen Rahmenbedingungen in Deutschland und das Gesundheitssparprogramm der Bundesregierung zurück. Eine konkrete Maßnahme ist, dass Pharmaunternehmen den Krankenkassen künftig höhere Rabatte gewähren müssen. Boehringer Ingelheim verwies zudem auf die größere Dynamik anderer Märkte und den zunehmenden Druck aus den USA. Wie andere Pharmaunternehmen hatte auch Boehringer Ingelheim eine Vereinbarung mit der US-Regierung getroffen, um Arzneimittelzölle zu vermeiden, unter der Bedingung, in Produktion und Forschung in den USA zu investieren. Médard Schoenmaeckers, Deutschlandchef des Unternehmens, sagte dem Handelsblatt: „Nach derzeitiger Lage wird die nächste Innovation nicht in Deutschland stattfinden“ und betonte: „Wir müssen mit der Entwicklung in den USA und Asien Schritt halten.“ Die nun in Deutschland ausgesetzten Investitionen waren ursprünglich hauptsächlich für den Ausbau der lokalen Infrastruktur vorgesehen, einschließlich des Neubaus von Laborgebäuden.

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