de.wedoany.com-Bericht: Das Biogas-Labor (Labiogás) des brasilianischen Internationalen Zentrums für Erneuerbare Energien – Biogas (Centro Internacional de Energias Renováveis – Biogás, kurz CIBiogás) hat anlässlich seines 15-jährigen Bestehens eine zehnjährige Akkreditierung für seine Tests zum biochemischen Methanpotenzial (BMP) durch die General Coordination for Accreditation des brasilianischen Nationalen Instituts für Metrologie, Qualität und Technologie (CGCRE/Inmetro, CRL 1014) erhalten. Die Akkreditierung basiert auf der Norm ABNT NBR ISO/IEC 17025:2017 und zielt darauf ab, zuverlässige, unparteiische und präzise Datenunterstützung in der wachsenden Biogasbranche zu gewährleisten.

Das Labiogás ist seit 2011 in Betrieb, noch vor der offiziellen Gründung des CIBiogás. Das Labor hat bereits über 50.000 Tests durchgeführt, mehr als 500 Substrate und Mischungen analysiert und kann derzeit über 60 Proben gleichzeitig untersuchen. Seine Dienstleistungen erstrecken sich nicht nur auf Brasilien, sondern auch auf Uruguay, Paraguay, Chile, Kolumbien und Jordanien. Der BMP-Test ist ein zentrales Instrument zur Bewertung des Biogaspotenzials von Abfällen und dient der Abschätzung der energetischen Machbarkeit, der Dimensionierung von Anlagen und des Renditepotenzials von Projekten. Diese Akkreditierung ist keine gesetzliche Pflicht, sondern eine bewusste technische Entscheidung des CIBiogás, um Datenqualität, Rückverfolgbarkeit und Vertraulichkeit zu gewährleisten.
Daiana Gotardo Martinez, technische Direktorin des CIBiogás und Umweltingenieurin, erklärte, dass das Labor das Potenzial jedes Abfallstoffs mit der Realität jedes Projekts verbindet und so Entscheidungen in den Bereichen Investition, Technik und Energiestrategie absichert. Franciele Natividade, Labormanagerin und Umweltingenieurin, wies darauf hin, dass die Arbeit des Labors darauf abzielt, Kundenfragen zur Gasproduktionskapazität von Abfällen, zu Einspeisungsverhältnissen, Stabilitätsrisiken und zur Wirksamkeit biotechnologischer Produkte mit Methodik, Rückverfolgbarkeit und technischer Interpretation zu beantworten.
Laut dem „Brasilianischen Biogas-Panorama 2025" sind in Brasilien 1.803 Biogasanlagen registriert, von denen über 1.700 in Betrieb sind, mit einer geschätzten Jahresproduktion von 4,96 Milliarden Kubikmetern. In den letzten fünf Jahren ist die Anzahl der Anlagen jährlich um 15 % und die Produktion um 13 % gestiegen. Biomethan macht bereits 34 % der brasilianischen Biogasnutzung aus, obwohl dieser Anteil auf wenige große Anlagen konzentriert ist. Die Entwicklung des Labors begleitet den Wandel der Branche von der Stromerzeugung und Abfallbewirtschaftung hin zu neuen Wegen wie Biomethan, Synthesegas, erneuerbarem Methanol und nachhaltigem Flugkraftstoff (SAF). Die Rolle des Labors als technischer Risikokontrollpunkt in der Wertschöpfungskette „Abfall zu Energie" wird zunehmend bedeutender.
Neben BMP-Tests führt das Labor auch physikalisch-chemische Analysen von Substraten und Gärrückständen durch, darunter Parameter wie Gesamtfeststoffe, fixe Feststoffe, flüchtige Feststoffe, Alkalität, pH-Wert, FOS/TAC, chemischer Sauerstoffbedarf, Sulfat, Ammonium, Stickstoff, Phosphor und Kalium. Seit 2018 simuliert das Labor mit Hilfe von Laborreaktoren wie dem Continuous Stirred-Tank Reactor (CSTR) und dem Batch Leachate Circulation (BLC)-Modell die Betriebsbedingungen realer Vergärungssysteme und bietet Kunden maßgeschneiderte Tests an, um technische und wirtschaftliche Risiken zu reduzieren. Derzeit plant das Labor die Anschaffung von Feststoff-Laborreaktoren, um seine Unterstützungskapazität für neue Technologien wie die Trockenvergärung zu erweitern.
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