Litauens Hafen Klaipėda nimmt erste grüne Wasserstofftankstelle in Betrieb
2026-06-09 15:02
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de.wedoany.com-Bericht: Der litauische Hafen Klaipėda hat kürzlich die erste grüne Wasserstoffproduktions- und Tankstelle des Landes in Betrieb genommen. Die im Hafengebiet gelegene Anlage wird grünen Wasserstoff für Leichtfahrzeuge, Schwerlastverkehr, Hafenbetriebsfahrzeuge und Schiffe bereitstellen und gilt als neuer Knotenpunkt der Energiewende in den baltischen Häfen.

Der Hafen Klaipėda ist der einzige Seehafen Litauens und ein wichtiger Logistikknotenpunkt an der Ostküste der Ostsee. Die in Betrieb genommene grüne Wasserstoffanlage nutzt PEM-Elektrolyse-Technologie und ist für eine jährliche Produktion von rund 127 Tonnen grünem Wasserstoff bei Volllast ausgelegt. Das Projekt wurde 2023 gestartet, der Bau begann im Sommer 2025, die Schlüsselausrüstung wurde im Oktober 2025 geliefert, gefolgt von Installation und Systeminbetriebnahme. Im April dieses Jahres wurde die erste Charge grünen Wasserstoffs produziert. Nach Angaben der Hafenbehörde Klaipėda wird das Projekt als offene Infrastruktur betrieben. Etwa ein Viertel der Produktion wird direkt von der Hafenbehörde genutzt, unter anderem für ein wasserstoffbetriebenes Abfallsammelschiff und die bereits in der Betriebsflotte befindlichen Toyota Mirai-Fahrzeuge. Die restliche Kapazität steht für den Straßengüterverkehr, den Schienenbetrieb, die Hafenlogistik und andere Hafendienstleistungen zur Verfügung. Unternehmen wie BEGA Umschlag, die LTG-Gruppe und Volvo Lietuva im Hafengebiet prüfen ebenfalls weitere Anwendungsmöglichkeiten für grünen Wasserstoff.

Häfen gehören zu den anspruchsvolleren Anwendungsbereichen der Energiewende. Schiffsanläufe, Containerverkehr, Rangierbetrieb, schwere Lkw, Hafenumschlaggeräte und kommunale Dienstfahrzeuge sind oft durch hohe Auslastung, Dauerbetrieb, konzentrierte Emissionen und hohe Kosten für den Brennstoffwechsel gekennzeichnet. Eine reine Batterielösung ist nicht für alle Geräte und Routen geeignet. Der Hafen Klaipėda setzt zunächst auf die kleine Produktion von grünem Wasserstoff und eine öffentliche Tankstelle. So können unter realen Hafenbetriebsbedingungen die Wasserstoffproduktion, -speicherung, -betankung, Sicherheitskontrollen, Gerätewartung und Nutzerzugangsmechanismen getestet werden, bevor eine schrittweise Ausweitung auf mehr Schiffe, Fahrzeuge und Industriekunden erfolgt. Für Litauen schließt dieses Projekt nicht nur eine Lücke in der nationalen grünen Wasserstoffinfrastruktur, sondern verbindet auch die Dekarbonisierung des Hafens, die Substitution von Verkehrskraftstoffen und die Nutzung lokaler erneuerbarer Energien in einer einzigen technologischen Kette und bietet so ein beobachtbares Modell für ähnliche Häfen im Ostseeraum.

Die Anlage wird auch mit der laufenden Entwicklung einer grünen Flotte, Landstromversorgung, Hafen-Digitalisierung und Infrastrukturerweiterung im Hafen Klaipėda verknüpft sein. Die Hafenbehörde treibt seit Jahren die Emissionsminderung bei Hafenanlagen voran. Nach der Indienststellung des wasserstoffbetriebenen Abfallsammelschiffs können Schiffsabfälle im Hafengebiet gesammelt und transportiert werden, was den Emissionsdruck durch den Betrieb konventioneller Treibstoffschiffe im Hafen verringert. Die grüne Wasserstoffanlage selbst wird auch den Bedarf an Elektrolyseuren, Kompressoren, Tanks, Tankstellen, Steuerungssystemen, Sicherheitsüberwachung, Brandschutz und Wartungsdiensten ankurbeln. Mit dem Eintritt des Projekts in die operative Phase werden die entscheidenden Variablen in den Bereichen Produktionskosten für grünen Wasserstoff, Betankungsfrequenz, Fortschritt bei der Umrüstung von Fahrzeugen und Schiffen, Beteiligung der Hafenunternehmen und Stabilität der Stromversorgung aus erneuerbaren Quellen liegen.

Die in Klaipėda in Betrieb genommene Anlage ist zwar klein, aber sie bringt grünen Wasserstoff von der Planungs-, Demonstrations- und Werbephase auf die Ebene des täglichen Hafenbetriebs. Wenn das Projekt stabil läuft und mehr Logistik-, Eisenbahn- und Hafenunternehmen anzieht, könnte Litauen ein umfassenderes emissionsarmes Hafen-Kraftstoffsystem in der Ostsee aufbauen und auch einen realen Referenzpunkt für den Aufbau dezentraler grüner Wasserstoff-Tankstellennetze in kleineren und mittleren europäischen Häfen bieten.

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