de.wedoany.com-Bericht: Forscher der University of New South Wales Sydney (UNSW Sydney) haben einen leichten, tragbaren Sensor entwickelt, der zur kontinuierlichen Überwachung des Gesundheitszustands von Patienten mit Herz- und Atemwegserkrankungen zu Hause eingesetzt werden kann. Dies soll helfen, potenzielle Probleme früher zu erkennen und die Anzahl der Arztbesuche zu reduzieren. Das flexible Pflaster namens AusculPatch wird mit medizinischem Klebeband auf der Brust oder über peripheren Arterien befestigt. Es kann die schwachen mechanischen Vibrationen von Herz, Lunge und Blutfluss erfassen und liefert außerhalb der klinischen Umgebung einen kontinuierlichen physiologischen Datenstrom. Die Machbarkeitsstudie wurde in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht.

Der leitende Forscher, Scientia Associate Professor Hoang-Phuong Phan, erklärte, das Ziel sei die Entwicklung eines herkömmlichen Stethoskop-Ersatzes, den Patienten selbst bedienen können. Das Gerät wiegt 3,2 Gramm und hat Abmessungen von etwa 20 × 47 × 3 Millimetern. Sein Kern ist ein ultradünnes Silizium-Sensorelement, das durch den Körper übertragene Vibrationen erkennt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Mikrofonen ist das Pflaster darauf ausgelegt, niederfrequente Signale zu erfassen und Umgebungsgeräusche zu reduzieren. Das Design des Sensorelements schirmt Geräusche aus einer einzigen Richtung (normalerweise vom Körper) ab und verringert so den Einfluss von Umgebungsgeräuschen. Das Forschungsteam gab an, dass die Technologie darauf abzielt, Herausforderungen bei der Behandlung chronischer und respiratorischer Erkrankungen zu bewältigen, die oft auf kurze klinische Beurteilungen angewiesen sind. Associate Professor Phan wies darauf hin, dass einige Patienten (insbesondere in abgelegenen Gebieten) Hindernisse beim Zugang zu medizinischer Versorgung haben. Der medizinische Koautor Dr. Anthony Sunjaya ergänzte, dass kurze ambulante Besuche die Erkennung von Anomalien einschränken könnten, da Patienten in der Regel nur eine 15-minütige Beurteilungszeit hätten.
Erste Tests zeigten, dass das Gerät auch in lauten Umgebungen und während alltäglicher Aktivitäten wie Gehen oder Treppensteigen kontinuierlich klare Herz- und Atemgeräusche aufzeichnen kann. In Laborvergleichen stimmten die Ergebnisse mit etablierten klinischen Instrumenten wie EKG, Ultraschall und Blutdruckmessgeräten überein. Dr. Chi Cong Nguyen, Dozent, erklärte, dass die kontinuierliche Datenerfassung auch automatisierte Analysen unterstütze. In Zukunft könnten maschinelle Lernverfahren eingesetzt werden, um abnormale Signale zu identifizieren, Patienten zu warnen und gleichzeitig Ärzte zu benachrichtigen. So könnte ein System geschaffen werden, das automatisch abnormale Veränderungen markiert, bevor bei Patienten schwere Symptome auftreten. Neben der Herz-Lungen-Überwachung zeigten frühe Experimente auch, dass das Pflaster Stimmbandvibrationen erkennen kann. Machbarkeitsdemonstrationen umfassten Worterkennung und die Steuerung eines Roboterarms, was langfristige Anwendungen für Menschen mit Sprach- oder Bewegungseinschränkungen ermöglichen könnte. Das Team, bestehend aus Forschern und Klinikern der UNSW Sydney sowie externen Kooperationspartnern, plant eine größere klinische Studie mit etwa 200 Patienten, die anschließend auf 1000 Probanden ausgeweitet werden soll. Die Forscher schätzen, dass, obwohl die klinische Zulassung noch mehrere Jahre dauern wird, ein Produkt innerhalb von vier bis fünf Jahren auf den Markt gebracht werden könnte. Eine einfachere, verbraucherorientierte Gesundheitsversion könnte möglicherweise noch früher erscheinen.
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