de.wedoany.com-Bericht: Am 8. Juni startete Mosambik die Ausschreibung für Investoren für ein 30-MW-Solar-PV-Kraftwerk im Distrikt Dondo in der Provinz Sofala. Das Projekt wird im Rahmen des Programms zur Förderung erneuerbarer Energien PROLER vorangetrieben. Die Auswahl der unabhängigen Stromerzeuger erfolgt über ein Präqualifikationsverfahren. Der ausgewählte Bieter ist für Entwicklung, Finanzierung, Planung, Bau, Betrieb und Wartung verantwortlich.
Das Projekt wird vom Ministerium für Bodenschätze und Energie Mosambiks geleitet, die Energieaufsichtsbehörde ARENE fungiert als zuständige Stelle für die Ausschreibung. Gemäß dem Ausschreibungsplan müssen interessierte Parteien ihre Präqualifikationsunterlagen bis zum 22. Juni um 10:00 Uhr Ortszeit Maputo einreichen. Die anschließende offizielle Angebotsaufforderung wird voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2026 veröffentlicht. Das Projekt befindet sich im Distrikt Dondo in der Provinz Sofala, die installierte Leistung beträgt 30 MW auf der Wechselstromseite. Es wird auf Basis der Solar-PV-Technologie realisiert und künftig als unabhängiges Stromerzeugungsprojekt an das lokale Stromnetz angeschlossen. Das PROLER-Programm wurde ursprünglich 2020 von der mosambikanischen Regierung ins Leben gerufen, um durch transparentere wettbewerbliche Ausschreibungsverfahren private Investoren mit technischer und finanzieller Leistungsfähigkeit anzuziehen, die Umsetzung von Solar- und Windkraftprojekten zu fördern und die Stromkosten für Endverbraucher zu senken. Die Neustart des Dondo-Solarprojekts zeigt, dass Mosambik die erneuerbaren Energieprojekte weiterhin von der politischen Vorbereitung in eine klarere Phase der Beschaffung und Investitionsumsetzung überführt.
Die finanzielle Unterstützung für das Projekt kommt von der Europäischen Union und wird über die Französische Entwicklungsagentur (AFD) im Rahmen des PROLER-Programms bereitgestellt.
Das mosambikanische Stromsystem verfügt über eine vielfältige Ressourcenbasis aus Wasserkraft, Erdgas, Kohle, Solar- und Windenergie, jedoch bestehen weiterhin deutliche Einschränkungen bei der regionalen Stromversorgungskapazität, der Abdeckung der Übertragungs- und Verteilnetze sowie der Effizienz der Projektfinanzierung. Die Provinz Sofala liegt im Zentrum Mosambiks und nimmt eine wichtige Position in Bezug auf Verkehr und industrielle Anbindung ein. Das neue Solarkraftwerk kann tagsüber sauberen Strom für das lokale Netz liefern, den Versorgungsdruck teilweise mindern und eine zusätzliche Unterstützung für Industrie, Gewerbe, landwirtschaftliche Verarbeitung und private Haushalte bieten. Im Vergleich zu großen Wasserkraft- oder Gasprojekten ist das 30-MW-Solarprojekt relativ moderat im Umfang, hat eine kürzere Bauzeit und eignet sich gut, um über den Mechanismus unabhängiger Stromerzeuger internationales Kapital und lokale Partner anzuziehen und zunächst ein reproduzierbares mittelgroßes Musterprojekt für neue Energien im regionalen Netz zu schaffen.
Diese Anforderung wird die spätere technische Organisation des Projekts, die Lieferketten-Planung und den Aufbau des Betriebs- und Wartungssystems beeinflussen. Obwohl die Errichtung von Solarkraftwerken technisch ausgereift ist, müssen bei der Umsetzung in Mosambik noch Fragen zu Grundstücken, Netzanbindung, Straßentransport, Bauorganisation, Stromabnahmevereinbarungen, langfristigem Betrieb und Wartung sowie der Schulung lokaler Arbeitskräfte geklärt werden. Wenn das Projekt erfolgreich die Phasen der Präqualifikation, der offiziellen Ausschreibung und der Vergabe durchläuft, wird es in der Folge Nachfrage nach Modulgestellen, Wechselrichtern, Transformatoren, Aufspannungsanschlüssen, Überwachungssystemen, Sicherheitseinrichtungen, Tiefbauarbeiten und Betriebs- und Wartungsdienstleistungen generieren. Für lokale Unternehmen bietet die Teilnahme an solchen Projekten die Möglichkeit, Erfahrungen im Bereich neuer Energien zu sammeln; für internationale Entwickler bietet PROLER einen relativ standardisierten Projekteinstieg, der die Unsicherheiten beim Markteintritt in der Frühphase verringern kann.
Die zukünftige Energiewende Mosambiks wird sich nicht nur auf einzelne Großprojekte stützen, sondern benötigt eine Reihe von erneuerbaren Energiekraftwerken, die über verschiedene Provinzen verteilt sind, eine kontrollierbare Größe und klare Netzanbindungswege aufweisen. Wenn das 30-MW-Solarprojekt in Dondo erfolgreich voranschreitet, wird es einen neuen Knotenpunkt für sauberen Strom im zentralen Mosambik schaffen und auch als Referenz für die Umsetzung nachfolgender Solar- und Windkraftausschreibungen des Landes dienen. Der nächste Schwerpunkt des Projekts wird auf der Präqualifikationsauswahl, der Veröffentlichung der offiziellen Ausschreibungsunterlagen, der Gestaltung des Stromabnahmemechanismus, den technischen Bedingungen für die Netzanbindung und der endgültigen Investitionsumsetzung liegen.
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