de.wedoany.com-Bericht: Am 9. Juni haben der französische Energiekonzern Engie und das dänische Unternehmen European Energy eine Zusammenarbeit gestartet, um gemeinsam die Entwicklung eines Projekts für erneuerbaren Wasserstoff mit einer Leistung von bis zu 150 Megawatt in der dänischen Region Kassø voranzutreiben. Das Projekt befindet sich in der Nähe der dänischen Stadt Apenrade. Der künftig produzierte grüne Wasserstoff wird sich an die Nachfrage der deutschen Industrie- und Verkehrsbranche richten und den Aufbau einer europäischen grenzüberschreitenden Wasserstoff-Lieferkette unterstützen.
Das von European Energy initiierte Projekt hat kürzlich im Rahmen des deutschen Wasserstoff-Auktionsmechanismus eine Unterstützung erhalten, wobei die Fördersumme bis zu 228 Millionen Euro betragen kann. Gemäß der Kooperationsvereinbarung werden Engie und European Energy gemeinsam die nächste Phase des Projekts vorantreiben, einschließlich technischer Studien, Wasserstofftransportlösungen und kommerzieller Versorgungswege. Die neu zu errichtende Elektrolyseanlage wird als Erweiterung der bestehenden Power-to-Methanol-Anlage in Kassø entwickelt. Das Gelände ist mit einem etwa 304 Megawatt starken Solarpark ausgestattet. Die bereits errichtete Power-to-Methanol-Anlage nutzt ein 52-Megawatt-Elektrolysesystem, um erneuerbaren Strom in grünen Wasserstoff umzuwandeln und diesen mit biogenem Kohlendioxid zu kombinieren, um Power-to-Methanol herzustellen. Die bestehende Anlage wurde 2025 offiziell in Betrieb genommen und kann jährlich bis zu 42.000 Tonnen Power-to-Methanol produzieren, das in Anwendungen wie der Schifffahrt, der Chemie- und Materialindustrie eingesetzt wird, die schwer direkt zu elektrifizieren sind. Sollte das neue 150-Megawatt-Grünwasserstoffprojekt realisiert werden, würde Kassø von einer Power-to-Methanol-Demonstrationsanlage zu einem regionalen Knotenpunkt für grüne Kraftstoffe weiterentwickelt werden, wodurch eine noch vollständigere technische Kette zwischen lokaler Solarenergieerzeugung, Elektrolyse-Wasserstoffproduktion, Kohlenstoffquellennutzung, Kraftstoffsynthese und grenzüberschreitender Pipeline entsteht.
Die industrielle Dekarbonisierung in Europa tritt von der Phase der „lokalen Demonstrationsprojekte“ in die Phase der „grenzüberschreitenden Infrastruktur-Verknüpfung“ ein. Norddeutschland beherbergt Nutzer aus den Bereichen Raffinerie, Stahl, Chemie, Verkehrskraftstoffe und Schwerindustrie, während Dänemark über Wind- und Solarressourcen, Erfahrung in der Entwicklung von E-Fuels und geografische Vorteile für den deutschen Markt verfügt. Sollte der im Kassø-Projekt produzierte grüne Wasserstoff künftig über Pipelines nach Deutschland transportiert werden, könnten die zusätzlichen Kosten und die organisatorische Komplexität von Tankwagen- oder Schiffsverkehr reduziert werden, was auch zur Bildung stabilerer langfristiger Angebots-Nachfrage-Beziehungen beitragen würde. Engie behält sich das Recht vor, jährlich mehr als 20.000 Tonnen grünen Wasserstoff zu verkaufen. Dies bedeutet, dass der kommerzielle Schwerpunkt des Projekts nicht nur auf dem Bau der Elektrolyseanlage selbst liegt, sondern auch darauf, erneuerbaren Strom, Wasserstoffproduktionskapazität, Transportinfrastruktur und Endabnehmer miteinander zu verbinden. Der damit verbundene Bau wird Bedarf an Elektrolyseuren, Gleichrichtertransformatoren, Kompressoren, Wasserstoffspeichern, Messgeräten, Pipeline-Anschlüssen, Wasseraufbereitung, digitaler Steuerung, Sicherheitsüberwachung und langfristiger Wartung auslösen.
Die bestehende Power-to-Methanol-Anlage in Kassø hat bereits den Weg der Kombination von grünem Wasserstoff mit biogenem Kohlendioxid zur Herstellung von grünen Kraftstoffen validiert. Nach der weiteren Skalierung des neuen Grünwasserstoffprojekts könnte der Standort gleichzeitig den Markt für synthetische Kraftstoffe, industrielle Rohstoffe und den deutschen Endverbrauchermarkt für Wasserstoff bedienen. Die weiteren Variablen konzentrieren sich auf die endgültige Investitionsentscheidung, den Fortschritt des Pipelinebaus, die Abnahmeverträge mit deutschen Käufern, die Lieferung von Elektrolyseuren und die Netzanbindung des Projekts. Sollte das Projekt planmäßig voranschreiten, würde Süddänemark einen Exportknotenpunkt für grünen Wasserstoff zur Dekarbonisierung der deutschen Industrie erhalten und gleichzeitig ein neues technisches Vorbild dafür bieten, wie erneuerbarer Wasserstoff in Europa von Einzelprojekten zu einer grenzüberschreitenden Versorgung übergehen kann.
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