de.wedoany.com-Bericht: Marcelo Malagutti, Vertreter des brasilianischen Büros für institutionelle Sicherheit (GSI) und Mitglied des Nationalen Rates für Cybersicherheit (CNCiber), erklärte auf einem am 9. in São Paulo veranstalteten Symposium zur Aktualisierung der Branchenregulierung, dass das Land die Verabschiedung des Rechtsrahmens für Cybersicherheit beschleunigen müsse, um die Anfälligkeit kritischer Infrastrukturen zu verringern und angesichts technologischer Fortschritte wie Künstlicher Intelligenz und Quantencomputing einen permanenten nationalen Koordinierungsmechanismus zu schaffen. Diese Einschätzung äußerte Malagutti auf einer Konferenz der Anwaltskanzlei VLK Advogados.

Malagutti sagte unverblümt: „Wir sind bereits sehr weit zurück." Nach seinen Angaben ist der derzeit in Ausarbeitung befindliche Text das Ergebnis einer Verschmelzung der im CNCiber diskutierten Vorschläge mit den im Kongress behandelten Gesetzesinitiativen, mit dem Ziel, einen umfassenderen und wahrscheinlicher verabschiedbaren Vorschlag zu erstellen. Er erklärte: „Wenn man 95 % ihres Textes mit 95 % unseres Textes zusammenführt, erhält man einen um 130 % besseren Text."
Eines der Hauptargumente des GSI-Vertreters ist die Geschwindigkeit des technologischen Wandels. Seiner Ansicht nach kann die Gesetzgebung nicht versuchen, alle Zukunftsszenarien vorherzusehen, aber sie muss Grundsätze festlegen, die die nationale Reaktion auf sich noch entwickelnde Technologien leiten können. Malagutti hob insbesondere Künstliche Intelligenz, Quantencomputing und neue Computertechnologien hervor, die die Dringlichkeit der Regulierungsdebatte verschärfen. Am Beispiel der Fortschritte beim Quantencomputing verwies er auf deren potenzielle Auswirkungen auf aktuelle Verschlüsselungssysteme: „Was heute Jahrtausende dauert, könnte in drei bis vier Jahren nur noch Minuten dauern, um es zu entschlüsseln." Er warnte, dass dies ein Risiko für derzeit gespeicherte strategische Informationen darstelle – diese könnten heute erfasst und in Zukunft genutzt werden, sobald neue Rechenkapazitäten verfügbar seien.
Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion war die Notwendigkeit rechtlicher Sicherheit für Schwachstellentests und Penetrationstests. Malagutti wies darauf hin, dass Sicherheitsforscher und Fachleute aufgrund des Fehlens eines klaren Regulierungsrahmens oft befürchteten, für legitime Systemtests haftbar gemacht zu werden. Daher sieht der Vorschlag vor, dass die künftige nationale Cybersicherheitsbehörde befugt sein soll, diese Aktivitäten zu regulieren und spezifische Standards und Parameter festzulegen. Für den GSI-Vertreter sollte die Gesetzgebung allgemeine Leitlinien festlegen und spezifischere Inhalte späteren Verordnungen überlassen.
Die Teilnehmer des Symposiums waren sich einig über die Notwendigkeit einer nationalen Behörde zur Koordinierung der Cybersicherheitspolitik. Der Diskussionsleiter Rony Vainzof betonte, dass im Gegensatz zu anderen Regulierungsagenden der Privatsektor selbst die Schaffung einer nationalen Struktur befürworte. Er führte als Beispiel an, dass ein einziges Ereignis ausreiche, um zu erklären, warum all diese Diskussionen nötig seien, und wies darauf hin, dass die nationale Gesetzgebung einen ähnlichen kulturellen Effekt haben werde wie das Inkrafttreten des Allgemeinen Datenschutzgesetzes (LGPD), der Unternehmen helfe, Ressourcen für Investitionen in die digitale Sicherheit zu erhalten. In der Diskussion über die institutionelle Gestaltung erläuterte Gustavo Borges, Exekutivdirektor der Nationalen Telekommunikationsbehörde (Anatel), die Gründe, warum die Mehrheit der CNCiber-Mitglieder erwägt, diese Behörde als potenziellen Standort für die künftige nationale Behörde zu wählen. Ihm zufolge sei der wichtigste ermittelte Bedarf die Schaffung einer unabhängigen, kostengünstigen und schnell handelnden Institution. Borges erklärte, Anatel verfüge bereits über eine solide Struktur, decke alle föderalen Einheiten ab, habe Regulierungserfahrung, internationale Beteiligung und eine Geschichte im Schutz kritischer Infrastrukturen, arbeite seit über zehn Jahren in diesem Bereich und verfüge seit 2019 über spezifische Cybersicherheitsvorschriften für die Telekommunikationsbranche. Er betonte, dass die Diskussion nicht nur die Telekommunikation betreffe, sondern die gesamte Infrastruktur, die die digitale Umgebung Brasiliens stütze, einschließlich Glasfaser, Seekabel, Satelliten und Mobilfunknetze.
Dieser Artikel wurde von Wedoany übersetzt und bearbeitet. Bei jeglicher Zitierung oder Nutzung durch künstliche Intelligenz (KI) ist die Quellenangabe „Wedoany“ zwingend vorgeschrieben. Sollten Urheberrechtsverletzungen oder andere Probleme vorliegen, bitten wir Sie, uns unverzüglich zu benachrichtigen. Wir werden den entsprechenden Inhalt umgehend anpassen oder löschen.
E-Mail: news@wedoany.com









