Salzgitter und EWE schließen Liefervertrag für grünen Wasserstoff
2026-06-10 17:06
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de.wedoany.com-Bericht: Der europäische Stahlhersteller Salzgitter wird jährlich 10.000 Tonnen grünen Wasserstoff aus dem 320-Megawatt-Elektrolysewerk von EWE in Emden beziehen. Der Wasserstoff ist für das Salcos-Direktreduktionsprojekt im deutschen Flachstahlwerk bestimmt.

Der Wasserstoff wird über das deutsche Kernnetz zum Salzgitter-Flachstahlwerk transportiert und für die kohlenstoffarme Stahlproduktion genutzt.

Der siebenjährige Vertrag ist der erste Abnahmevertrag für grünen Wasserstoff aus dem EWE-Werk in Emden, das 2027 in Betrieb gehen soll.

Diese Abnahmemenge deckt voraussichtlich rund 6,5 % des künftigen jährlichen Wasserstoffbedarfs des Salcos-Projekts. Salzgitter plant zudem, durch ein eigenes 100-Megawatt-Elektrolysewerk auf dem Werksgelände jährlich weitere 9.000 Tonnen Wasserstoff zu produzieren. Damit könnte das Unternehmen rund 12 % seines Bedarfs durch bereits gesicherte Lieferungen decken.

Die Infrastruktur für den Wasserstoff wird bereits vorangetrieben. Zwei Tochtergesellschaften von Salzgitter wurden kürzlich mit der Verlegung einer 110 Kilometer langen Pipeline beauftragt, um das Werk an das Netz anzuschließen.

Mit dem Salcos-Projekt will Salzgitter seine CO₂-Emissionen bis 2033 um 95 % reduzieren.

Gleichzeitig mit der Bekanntgabe des Abnahmevertrags forderte das Unternehmen Deutschland zu „mehr Einsatz und Anstrengungen“ für die Wasserstoffwirtschaft auf und wies darauf hin, dass die EU-Richtlinien zur „Zusätzlichkeit“ und zur Stromabnahme für die Umsetzung des Projekts entscheidend sein werden.

Gunnar Groebler, Vorstandsvorsitzender der Salzgitter AG, appellierte an die politischen Entscheidungsträger: „Es sind noch umfassende Maßnahmen erforderlich, um die Kostenlücke zu schließen und die Geschäftsrisiken zu senken. Andernfalls wird dieser Vertrag eine Ausnahme bleiben.“

Obwohl grüner Wasserstoff für die Direktreduktion von Eisenerz eine zentrale Dekarbonisierungslösung darstellt, haben die hohen Kosten bereits mehrere große Unternehmen dazu veranlasst, ihre Transformationspläne aufzugeben.

ArcelorMittal, der zweitgrößte Stahlhersteller der Welt, hat trotz Subventionen in Höhe von rund 3,5 Milliarden Euro (4 Milliarden US-Dollar) für seine Direktreduktionsanlage die endgültige Investitionsentscheidung für sein Dekarbonisierungsprojekt verschoben.

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